Kloten

Die Eschenwelke machte ein Stück Wald zum Risiko

Neben dem Bahnhof Balsberg hat die SBB ein Waldstück abroden lassen. Die Bäume an den Gleisen wurden aus Sicherheitsgründen gefällt. Dabei wurde festgestellt, dass dahinter Bäume von der Eschenwelke befallen waren, weshalb diese mitsamt allem Gewächs rundherum entfernt wurden.

Von der Eschenwelke befallene und zu nahe an den Bahngleisen stehende Bäume wurden beim Bahnhof Balsberg von den SBB gefällt.Rund 30 Bäume waren betroffen.

Von der Eschenwelke befallene und zu nahe an den Bahngleisen stehende Bäume wurden beim Bahnhof Balsberg von den SBB gefällt.Rund 30 Bäume waren betroffen. Bild: Sibylle Meier

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Am Balsberg wurde kräftig geholzt. Gleich neben den Bahngleisen und an der Balz-Zimmermann-Strasse fehlt seit kurzem eine Ecke des grossen Waldes. Die Baumstämme liegen sauber gestapelt am Rand des Bahndammwegs, der den Gleisen entlang ins Wohnquartier Balsberg führt. Von der S7 und der Strasse aus ist das Ausmass des Kahlschlags deutlich sichtbar, denn ausser den paar Baumstämmen ist vom einstigen Waldstück nichts mehr übrig:

Alles wurde gerodet. Die Vegetation musste aber weder einem Bauprojekt weichen, noch ist sie zu Profitzwecken abgeholzt worden. Die vordersten Bäume wurden aus Sicherheitsgründen gefällt, weil sie zu gross waren und bei einem Unwetter auf die Gleise oder die Fahrleitungen hätten stürzen können, erklärt Roland Misteli, Anlageverantwortlicher Natur der SBB. «Deshalb finden regelmässig Rodungen statt».

Der Sicherheitsholzschlag wurde dann ausgeweitet, weil erkannt wurde, dass viele Bäume krank waren, sagt Misteli. Die sogenannte Eschenwelke hatte das Waldstück befallen. Dabei handelt es sich um einen Pilz, der sich in der Schweiz seit rund zehn Jahren grossflächig und unaufhaltbar ausbreitet.

Pilz schwächt den Baum

Der Pilz «Falsches Weisses Stengelbecherchen» befällt die europäische als auch die schmalblättrige Esche. Die Pilzsporen setzen sich auf den Blättern und dringen dann in die Zweige ein. Diese verfärben sich orange, die Rinde stirbt ab. Erfasst diese «Nekrose» den gesamten Trieb, werden die höher liegenden Pflanzenteile nicht mehr mit Wasser versorgt, welken und sterben ebenfalls ab.

Der gesamte Baum wird dadurch geschwächt und unter Umständen zur Gefahr. So empfiehlt auch das Fachmagazin «Wald und Holz» stark befallene Eschen entlang von Strassen oder viel frequentierten Wegen zu überwachen und gegebenenfalls rechtzeitig zu entfernen.

Genau das wurde im Waldstück am Balsberg nun also gemacht. Die Sicherheitsholzerei sei in Absprache mit der Priora erfolgt, welcher dieser Teil des Waldes gehört, erklärt Roland Misteli von der SBB. Die kranken Bäume hätten auf die Gleise, auf den Fussweg oder die Strasse fallen können, deshalb wurde gleich ein 20-Meter-Korridor von allem befallenen Gehölz befreit.

Denn hinter den bereits zu hohen Bäumen an den Gleisen standen noch grössere. Sicherheits-Stufigkeit heisst das, erklärt SBB-Mann Misteli.

Abwarten, was nachwächst

Die Rodung ist für die Natur nicht problematisch, schon bald wird sich die Flora zurückmelden. Vorerst wird deshalb aktiv auch nichts angepflanzt, sagt Misteli, man warte ab, was sich selbständig entwickelt.

Die Gefahr durch fallende Bäume ist in diesem Waldstück damit zwar beseitigt, eine Ausbreitung der Krankheit kann aber kaum verhindert werden. Die Pilzsporen verbreiten sich mit dem Wind auch über grosse Distanzen. Die anderen Eschen, die mitten im Balsberg-Wald stehen, stellen aber auch bei Befall keine unmittelbare Gefahr dar.

Erstellt: 04.04.2017, 18:06 Uhr

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