Kloten

Die Freude am Frauen-Eishockey wecken

Am Sonntag durften sich in der Swiss-Arena 60 Mädchen über einen besonderen Eishockeyplausch mit der ehemaligen Nationaltorhüterin Florence Schelling und anderen Nati-Stars freuen. Zum Schluss gab es Autogramme und Selfies.

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Lang war sie, die Warteschlange, die sich am Sonntagvormittag in der Swiss-Arena bildete. Rund60 Mädchen, viele davon mit ihrer Hockeyausrüstung im Schlepptau, warteten auf den Beginn des «Girl’s Hockey Day». Am Empfangstisch sassen sechs Nationalspielerinnen und händigten jeder Teilnehmerin ein T-Shirt aus. Danach warfen sich die Kinder in die Eishockeymontur. Wer keine eigene hatte, dem wurde sie zur Verfügung gestellt. Florence Schelling, ehemalige Torhüterin der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, hatte die Hauptleitung des Tages inne.

Wacklige Schritte und schnelles Herumflitzen

Dann ging es auf das spiegelglatte Eis, das zuvor noch mit der Eismaschine bearbeitet wurde. Schnell war zu erkennen, dass es vom vierjährigen Mädchen, das sich kaum alleine auf den Beinen halten kann, bis zur jugendlichen Schülerin, die schon schnell auf dem Eis herumflitzt, jedes Niveau gab. Der kleinen Kinder nahmen sich die jungen Trainerinnen besonders an, immer wieder halfen sie ihnen aufzustehen.

«Für die Mädchen ist es ein besonderes Erlebnis, sich unter ihresgleichen zu messen und zu spielen»Florence Schelling

Die Mädchen, inzwischen in zwei Gruppen aufgeteilt, durften sich auf Anweisung der Trainerinnen Übungen widmen und miteinander spielen. «Für die Mädchen ist es ein besonderes Erlebnis, sich unter ihresgleichen zu messen und zu spielen», sagt Florence Schelling. Die Trainingseinheit verging wie im Fluge, zum Schluss klatschten die erfahrenen Profispielerinnen bei den Mädels ab.

Im Anschluss schulte die eine Gruppe mit der Sportlehrerin Andrea Zryd draussen an der Sonne ihre Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit. Zryd leitete jahrelang Florence Schelling an, sich fit zu halten und Kraft zu trainieren. Am Sonntag ging es aber vor allem darum, Spass miteinander zu haben, die Freude an der Bewegung zu entdecken und spielerisch dem bis vor wenigen Jahren den Männern vorbehaltenen Sport zu frönen.

«In der Schweiz gibt es noch Nachholbedarf»

Zur Erinnerung gab es ein Gruppenfoto und eine Autogrammstunde mit den Vorbildern der Kinder.

Aus der ganzen Schweiz kamen die jungen Hockeyfans angereist, denn vor allem Florence Schelling, die heute als Assistenztrainerin der U-18-Nationalmannschaft tätig ist, ist ein Vorbild und Rollenmodell mit internatio­naler Erfahrung im Fraueneis­hockey. Die elffache Weltmeisterschaftsteilnehmerin liebt den Sport, und es ist ihr ein Herzensanliegen, dieses innere Feuer an die nächsten Generationen weiterzugeben. Deshalb initiierte und organisierte sie zum fünften Mal den «Girl’s Hockey Day».

In Zusammenarbeit mit dem EHC Kloten und zwei Sponsoren stellte sie ein kurzweiliges Programm auf die Beine. «In der Schweiz ist das Fraueneishockey im Vergleich zu anderen Ländern wie zum Beispiel Kanada noch arg im Hintertreffen», erklärt Schelling. Da gebe es noch Nachholbedarf. Der 29-Jährigen standen zehn weitere Spielerinnen aus der National­mannschaft und dem Nachwuchs zur Seite.

Ramona und Ueli Stähli kamen extra aus Interlaken angereist. Ihre beiden Töchter spielen beim SC Unterseen. «Ich finde es toll, dass es solch einen Event nur für Mädchen gibt», sagt Ramona Stähli. «Unsere Töchter lieben diesen Sport, und wir fördern sie darin», fügt Ehemann Ueli an.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.10.2018, 12:17 Uhr

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