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Die Heilpädagogische Schule steht vor einem 10,9-Millionen-Ausbau

Am 17. Mai wird die Delegiertenversammlung der Heilpädagogischen Schule Bezirk Bülach über den Ausbau der Tagesschule befinden. Der Baukredit: Fast 11 Millionen. Das letzte Wort hat das Volk der Gemeinden im September.

Der Neubau würde direkt an das bestehende HPS-Schulgebäude angebaut und soll die Kapazität von heute 45 auf 80 Schüler erhöhen.
Der Neubau würde direkt an das bestehende HPS-Schulgebäude angebaut und soll die Kapazität von heute 45 auf 80 Schüler erhöhen.
Visualisierung: zvg

45 Kinder mit einer geistigen Behinderung und Autismus – darauf wurde die Tagessonderschule der Heilpädagogischen Schule Bezirk Bülach (HPS) in Winkel ausgelegt. Doch schon als sie 1995 ihren Betrieb aufnahm, wurden 49 Schüler unterrichtet. Heute sind es 68 Kinder; freilich nicht alle in Winkel, 16 Unterrichtsplätze bestehen in gemieteten Räumlichkeiten an der Feldstrasse in Bülach.

Doch diese Mietverträge mit der Stiftung Pigna laufen 2025 aus. Gleichzeitig wächst die Bevölkerungszahl in den angeschlossenen 21 Bülacher Schulgemeinden munter weiter. Zusätzlicher Schulraum tut Not. Die HPS geht heute von einem Bedarf von 80 Plätzen bis 2027 aus; die heute 25 Plätze des Angebots Werkstufe 15plus in Kloten nicht mit eingerechnet.

Von 45 auf 80 Schulplätze

Dass vor diesem Hintergrund ein Ausbau der Schulanlage in Winkel seit längerem auf der Traktandenliste steht, verwundert nicht weiter. Jetzt steht die nächste politische Hürde für das Ausbauvorhaben an: Die 40 Delegierten des Zweckverbands werden an der Delegiertenversammlung (DV) vom 17. Mai über den Betrag von 10,9 Millionen Franken befinden – nicht abschliessend, denn so hohe Finanzkompetenzen hat die DV bei Weitem nicht. Den definitiven Entscheid werden die Stimmberechtigten des Verbandsgebiets am Abstimmungssonntag vom 24. September fällen.

Das Siegerprojekt entstammt der Feder der Erne Holzbau AG aus Laufenburg zu deren Referenzen übrigens auch die neue Grosssporthalle Bülach und das Restaurant Runway 34 in Glattbrugg gehören. Das Vorhaben in Winkel besteht einerseits aus einem zweistöckigen Erweiterungsbau, andererseits aus Anpassungen am bestehenden Gebäude und der Umgebung. Insgesamt soll die Kapazität der Klassenzimmer von den bisher 45 auf die prognostizierten 80 Schüler erweitert werden. Weiter sollen Gemeinschaftsräume und Therapiezimmer gebaut werden.

Baustart im Februar 2018

Im bestehenden Schulgebäude sollen Räumlichkeiten so umgebaut werden, dass eine optimale Auslastung gewährleistet ist. Und schliesslich gehört auch eine Entschärfung der Verkehrssituation in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Projekt. Namentlich die Parkiersituation auf der angrenzenden Hargartenstrasse hatte in der Vergangenheit zu Kritik aus der Bevölkerung geführt.

Nach dem provisorischen Zeitplan würden die ersten Umbauarbeiten am bestehenden Schulhaus im Februar 2018 starten – soweit möglich sollen Schulferien für die Arbeiten genutzt werden. Ab Anfang 2019 wären dann die ersten Arbeiten für den neuen Anbau vorgesehen. Abschluss des gesamten Vorhabens wäre 2020, sodass die erweiterte Anlage zum Schuljahr 2020/2021 bereit wäre.

Baurecht auf 50 Jahre

Der Neubau, der allein mit 6,9 Millionen Franken veranschlagt ist, soll auf Land realisiert werden, das unmittelbar ans heutige Schulgebäude angrenzt. Dieses Land (Zone für öffentliche Bauten) ist im Eigentum der Primarschulgemeinde Winkel. Im November 2015 hatte die Gemeindeversammlung einem Vertrag zugestimmt, der der HPS 1441 Quadratmeter im Baurecht überlässt.

Die HPS hätte das Land gerne käuflich erworben, die Rechnungsprüfungskommission hatte sich aber dagegen ausgesprochen. Das jetzt gültige Baurecht für den Grundstücksteil ist auf 30 Jahre festgelegt und kann zweimal um je zehn Jahre verlängert werden. Damit wäre der Standort für die Heilpädagogische Schule auf 50 Jahre hinaus gesichert.

Kameras gegen Vandalen

In Anschluss an die Präsentation des Vorprojekts im November 2016 hatte sich die Schulkommission für oder gegen eine Reihe von Optionen ausgesprochen. Eingang in die jetzige Vorlage gefunden haben etwa die statischen Massnahmen, die eine spätere Aufstockung des Neubaus möglich machen (Kosten: 18 400 Franken). Ebenfalls ins Projekt geschafft haben es die grosszügigere Variante des Pausenraums (54 000 Franken) und ein Zaunabschluss gegen die Hargartenstrasse hin, mitsamt Elektro-Tor (68 900 Franken).

Und nicht zuletzt sprach sich die Kommission auch für eine Videoüberwachung des Aussenraums (31 400 Franken) aus. Zur Begründung heisst es in der Weisung des Geschäfts, dass die HPS immer wieder mit Vandalismus und Littering zu kämpfen habe; mit der Rückseite des Neubaus kämen neue Nischenbereiche hinzu, wo sich «gelegentlich Jugendliche zurückziehen». Nun sollen insgesamt fünf Videokameras «ein Zeichen setzen».

Andere Optionen hat die Kommission letztlich aus dem Vorhaben gekippt. So erhält die neue Schulanlage, so der Kredit denn gesprochen wird, keine Photovoltaikanlage (95 000 Franken), keine Falt-Schiebe-Trennwände zwischen den Klassenzimmern (51 100 Franken) und auch kein Geld für «Kunst am Bau» (21 600 Franken).

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