Steinmaur

Die Jungstörche ziehen in den Süden

Noch bevor der Sommer vorbei ist, machen sich die ersten Störche auf den Weg zu ihren Winterquartieren. Viele überleben die gefährliche Reise jedoch nicht.

Nicht alle Störche schaffen es, ihre Küken aufzuziehen.

Nicht alle Störche schaffen es, ihre Küken aufzuziehen. Bild: Werner Fahrner

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Hohe Temperaturen und sommerliche Gewitter lassen den Winter in weiter Ferne erscheinen. Die Tierwelt bereitet sich jedoch bereits auf die kalten Monate vor. Auch hierzulande ziehen die ersten Vögel Richtung Süden – so auch die Störche aus Steinmaur.

Werner Fahrner widmet sich aus Leidenschaft den gefiederten Tieren und hat auch diesen Sommer damit verbracht, sie in der Storchensiedlung Steinmaur zu beobachten und zu fotografieren. Regelmässig stellt der Dielsdorfer auf seiner privaten Website Bild- und Videomaterial zur Verfügung und veröffentlicht die «Storchenpost», in der er über die Vögel schreibt. Will man die Störche aus der Nähe erleben, bietet sich die Siedlung am Fischbach zwischen Steinmaur und Dielsdorf bestens an.

Nun neigt sich die Saison auch für Fahrner ihrem Ende zu. Mitte August machen sich die ersten Jungstörche auf den Weg in wärmere Regionen, um ihr Winterquartier zu beziehen. Einen Monat später folgen auch die älteren Tiere. Nicht nur die Kälte zwingt sie gegen Süden, sondern auch der Mangel an Nahrung. «Das Futter ist zwar im Moment noch wie im Schlaraffenland reichlich vorhanden, aber die mageren Monate stehen vor der Tür», erklärt Fahrner.

«Die Jungstörche werden uns, wenn sie überleben, erst in etwa vier Jahren wieder besuchen.»Werner Fahrner

Die Störche ziehen auf der Suche nach Futter von Spanien und Südfrankreich in den Norden des afrikanischen Kontinents und sogar bis nach Südafrika. Gerade für die Jungvögel ist es jedoch eine beschwerliche und gefährliche Reise. Viele finden den Weg nicht zurück, verunfallen oder vergiften sich auf den Müllhalden. «Die Jungstörche werden uns, wenn sie überleben, erst in etwa vier Jahren wieder besuchen», erklärt Fahrner. Dann kehren sie zu ihren Nistplätzen, in denen sie selbst geschlüpft und aufgewachsen sind, zurück und können sich fortpflanzen.

Mit der Familienplanung läuft es jedoch nicht so, wie Fahrner es sich wünschen würde. In der Storchensiedlung von Steinmaur haben es nur zwei Storchenpaare geschafft, ihre Küken bis zur Selbstständigkeit aufzuziehen. Auch die Enten, die sich ebenfalls in dem Gebiet der Störche angesiedelt haben, erlitten grosse Verluste: Lediglich eine Ente überlebte. Jetzt sind vier neue Entenküken geschlüpft. Fahrner hofft, dass diese gute Überlebenschancen haben.

Im Bach erleichtert

Nicht nur die Gesundheit der Tiere macht dem Storchenfan Sorgen, auch der Zustand der Siedlung. Weil viele Besucher sich in der Umgebung des Fischbachs erleichtern, versuchen die Leiter der Storchenstation, ein WC zu installieren. Bisher gelang dies jedoch nicht, eine Genehmigung steht noch aus. Laut Brigitte Scheuermeier, Leiterin der Storchensiedlung, arbeite man weiterhin mit den Behörden zusammen und sei bemüht, dies zu ändern.

Eine Lösung des Problems befürwortet auch der Gemeinderat von Steinmaur. «Wir bieten unsere Unterstützung an, alle Möglichkeiten auszuschöpfen», sagt Gemeindepräsident Andreas Schellenberg. Weil sich die Storchensiedlung jedoch auf Landwirtschaftsgebiet befindet, sei es schwierig, eine schnelle Lösung zu finden. «Bevor der Gemeinderat etwas unternehmen kann, muss der Antrag der Baukommission zuerst von den kantonalen Amtsstellen genehmigt werden.»

Informationen zur Storchensiedlung auf www.foto-wefa.com

Erstellt: 14.08.2019, 23:04 Uhr

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