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Die Kunst der fliegenden Schlegel

Am Samstagabend erbebte die Luft im Embracher Gemeindesaal. Ohrenbetäubend, rasend schnell und absolut taktgleich flogen die Schläger an die Trommeln und wieder weg und begeisterten die Menge: Der Tambourenverein Bülach hatte zur Drum Night eingeladen.

Mit den Schülern- und Jugendtambouren wachsen auch die Trommeln, bis sie bei den Ordonanz- und Baslertrommel ankommen.
Mit den Schülern- und Jugendtambouren wachsen auch die Trommeln, bis sie bei den Ordonanz- und Baslertrommel ankommen.
Kararzyna Suboticki

Militärisch präzis und beeindruckend zeigten sich die 14 Tambouren des Tambourenvereins Bülach, die 12 der Jugendmusik Wallisellen, sowie die Erwachsenenformation der Vereine, die Drumcorps RimShots, den rund 300 Besuchern an der Drum Night im volle Embracher Gemeindesaal.

Die Hälfte der Zeit auf der Bühne gehörte der Jugend, dem Kern der beiden Vereine – ist deren Ausbildung doch das Hauptziel, wie Präsident des Tambourenvereins Bülach, Beat Wohlgensinger, erklärte. Die Ausbildung wird im Generationswechsel vollzogen – aus einigen ehemaligen Schüler- und Jugendtambouren des seit 1989 bestehenden Vereins werden irgendwann die Leiter des neuen Nachwuchses.

«Das Schöne ist, dass wir diese Durchzüge mit den Mitgliedern haben. Die Jungen kommen mit sechs, sieben und übernehmen vielleicht nach zehn Jahren die nächste Generation, um unser Wissen weiterzugeben.»

Was der Nachwuchs gelernt hat, zeigte er am Samstag ohne zu straucheln. Stücke wie «Binggis», «Tambulino», «Chinderfäst» oder «Zwergeufstand», verdienten den lauten Applaus. Mit «Tristar» stiessen zum Nachwuchs auch die Erwachsenen sowie ehemalige Mitglieder auf die Bühne, bevor diese dann der 12-köpfigen Erwachsenenformation Drumcorps RimShots gehörte.

Hochprozentige Titel wie «Jack Daniels» oder «Gin» zeigten das hohe Niveau der Gruppe an den Ordonanz-, Basler- und Basetrommeln – ob bei Bühnenlicht oder im Dunkeln. Hier wichen die Holzschlegel den mit Leuchtmittel gefühlten Plexiglasschlägern. Wegen der grösseren Spannung, die diese aufbauen, ist ihre Handhabung schwieriger. In der Dunkelheit sahen sie aus wie die Lichtschwerter der Star Wars-Filme. Zudem bewiesen die Musiker mit ihren Scatches, dass sie genauso gut auch mit Gummihämmern, Händen und Plastikbechern an Tischen trommeln können.

Trommel statt Mühltonne

Das mitspielen bei den Drumcorps RimShots ist eigentlich der letzte Schritt in der Ausbildung. Wer gut genug ist, kann der Formation beitreten. «Wir Leiter der Jugendtambouren sind dabei und kommen aus der ganzen Region.»

Einer, der sich vom nötigen Fleiss nicht abschrecken lässt, ist der 16-jährige Nyle Jacobs aus Winkel. Er hofft, einmal den RimShots beitreten zu können. «Wenn es geht, unbedingt», sagte er. Zum Trommelspiel so scheint es, zog es ihn instinktiv. «Meine Grosseltern hatten eine Mühltonne, und auf die habe ich früher immer draufgehauen. Seitdem trommle ich.»

Einen solchen Konzertabend, dessen Abschluss am Samstag die sechsköpfige Bülacher Bigband Pressble machte, erlebten Chiara Bürgi und Naomi Dall’Oglio aus Bachenbülach zum ersten Mal. «Es war irgendwie unwirklich, wie die Tambouren bei dieser Geschwindigkeit den Takt halten konnten», schärmt Bürgi. Dall’Oglio lobte zudem den Scatch mit dem Bechertrommeln. «Es war einfach eine fantastische und lustige Idee.»

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