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Die letzte Pointe in Lyssys Film gehört dem Leben

«Die letzte Pointe» von Regisseur Rolf Lyssy stellt zwar den Tod ins Zentrum, doch was rundherum passiert, macht den Film zur lebensbejahender Komödie mit Wort- und Situationswitz. Vorgestern Donnerstag fand im Neuen Kino die Vorpremiere statt.

Filmregisseur Rolf Lyssy stellte im Neuen Kino zusammen mir Produzentin Anne-Catherine Lang seinen neuen Film «Die letzte Pointe» vor.
Filmregisseur Rolf Lyssy stellte im Neuen Kino zusammen mir Produzentin Anne-Catherine Lang seinen neuen Film «Die letzte Pointe» vor.
Sibylle Meier

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, Demenz, Sterbehilfe – ein Film, der diese Themen behandelt, könnte beim Zuschauer leicht eine depressive Verstimmung hinterlassen. Jedoch nicht, wenn er vom Schweizer Regisseurs Rolf Lyssy (Die Schweizermacher, Leo Sunnyboy) stammt. Er schuf mit seinem neusten Werk «Die letzte Pointe» eine Tragikomödie, die durch die Geschichte ohne banalen Humor, dafür mit einer ironischen Leichtigkeit führt, ohne die Ernsthaftigkeit des Themas auszublenden.

Vorgestern Donnerstagabend kamen Regisseur Lyssy, sein Co-Drehbuchautor Dominik Bernet sowie die Schauspielerinnen Monica Gubser und Suly Röthlisberger für die Vorpremiere in das ausverkaufte Neue Kino in Freienstein-Teufen. Offizieller Kinostart ist der 9. November. Auch dabei war Kino-Besitzerin und Produzentin Anne-Catherine Lang. Zusammen mit Ihrem Geschäftspartner Olivier Zobrist übernahm sie mit ihrem Unternehmen Langfilm die Produktion des Films.

Gierige Verwandteund zwei Verehrer

Monica Gubser spielt die 89-jähige Gertrud. Sie ist gesund, fit und selbstständig, doch langsam schleichen sich Gedanken um das letzte Kapitel in ihren Alltag ein. Regelmässigen Besuch bekommt sie von ihrer Tochter (Sully Röthlisberger) und ihrer Enkelin Meret. Gertrudes Enkel David und seine Frau Alice sind hingegen nur am Haus interessiert, das sie möglichst bald erben möchten.

Eines Tages steht vor Gertrudes Tür der ältere englische Gentleman George mit einem Bouquet Rosen. Sie hätten eine Verabredung, informiert er sie, über eine Onlineplattform für Senioren hätten sie sich verabredet. Gertrud kann sich an die Chats aber nicht erinnern und so beschliesst sie, am Todestag ihres Ehemannes Suizid zu begehen, bevor sie auf der Demenzstation landet.

Sterbehelfer und Gartenarchitekt Balz Sommer soll sie darauf vorbereiten, doch als sich dieser in Meret verliebt und George sich im Kampf um Gertrudes Herz ebenfalls nicht entmutigen lässt, werden die Dinge kompliziert.

Direkt in den Bauch

Die 90 Besucher des Neuen Kinos bedankten sich nach der Vorführung mit langem Applaus und vielen Fragen an der Fragerunde. Den Regisseur sprach unter anderem über seine Arbeitsmotivation: «Dominik Bernet und ich haben am Computer – im positiven Sinn – gekämpft mit Worten, Sätzen, Dialogen und Handlungen. Ich kann nur sagen, dass sich diese Hardcorestunden gelohnt haben – und sie geben ein gutes Gefühl. Und vielleicht ist dieses gute Gefühl ein Grundmotiv, warum ich immer wieder versuche, einen weiteren Film zu machen, wie ich es wieder tun werde.»

Es gehe um den Versuch der Schaffung von etwas, das oft schwer in Worte zu fassen sei und nicht nur in den Kopf gehe, sondern auch direkt in den Bauch.

Auch Hauptdarstellerin Monica Gubser wurde vom Publikum mit Komplimenten überhäuft. Auf die Frage ob sie mit ihrer Filmfigur etwas gemeinsam habe, antwortete sie mit einer ironischen Note in der Stimme: «Die Frau ist selbstsicher, sie kann resolut sein – und das kann ich durchaus auch. Sie ist eigenständig, liebt ihre Kinder, aber sie will ihren eigenen Weg gehen und davon weicht sie nicht ab – und das geht mir auch so.»

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