Flughafen

Die Lounge als neue Visitenkarte einer Airline

Fliegen allein ist längst keine Besonderheit mehr. Deshalb müssen Airlines ihren Kunden auch am Boden immer mehr bieten. Ein besonderes Konkurrenzfeld sind dabei die Lounges. Am Montag eröffnet die Swiss eine neue.

Im Sessel Platz nehmen
und bei einem exquisit geringen Lärmpegel auf den Abflug warten: Den First-Class-Passagieren der Swiss steht die neue Lounge im Terminal A ab Montag offen, samt Shuttleservice zum Dock E.

Im Sessel Platz nehmen und bei einem exquisit geringen Lärmpegel auf den Abflug warten: Den First-Class-Passagieren der Swiss steht die neue Lounge im Terminal A ab Montag offen, samt Shuttleservice zum Dock E. Bild: Florian Schaer

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An Bord eines Flugzeugs ist der Maître de Cabine der Chef, wenn es um das Wohl der Kunden geht. Auch Esther Fusco ist Service­chefin, bloss bleibt sie dabei am Boden. Ihre Funktion: Maître de Lounge. Jetzt führt sie die Medienvertreter durch die Räume der neuen Swiss First Lounge. Der 650 Quadratmeter grosse Bereich ist durch eine eigene Sicherheitskontrolle vom allgemein zugänglichen Flughafenteil abgegrenzt. Zutritt haben nur First-Class-Passagiere oder aber die (weltweit nur 8000) Mitglieder des HON Circle, des Vielfliegerclubs der Lufthansa. Da die Lounge im Terminal A liegt (vorwiegend Schengen-Raum-Flüge), bietet sie sich vor allem für Gäste an, die auf einen Kurzstreckenflug warten.

Die Dusche heisst Romanshorn

Noch riecht man das geölte Eichenparkett, man riecht das Neue. Offiziell eröffnet wird die Lounge am 5. März; und die Airline bietet den Mehrzahlern so einiges: Da wäre ein breites kulinarisches Angebot zu nennen, das vom Müesli-Buffet über Flammenkuchen-Variationen bis zur deftigen Olma-Bratwurst reicht, sei es im A-la-carte-Restaurant oder beim «Front Cooking».

Dann stehen verschiedene Arbeitsbereiche bereit, mehrere im Sinne von Nischen angelegte Sitzgruppen mit Ledersesseln, ferner ein Sitzungszimmer und im oberen Stock eine Smokers-Lounge mit eigener Whiskey-Auswahl. Hinzu kommen natürlich die Toiletten und Duschen, die «Zug» oder «Romanshorn» heissen, und hinter dem Schildchen «Yverdon» verbirgt sich ein Ruheraum mit zwei Relaxliegen. Ein weiteres Extra: First-Passagiere der Langstrecke werden von hier aus direkt mit einem Limousinenservice in die First Class Lounge im Langstreckendock E chauffiert.

Esther Fusco bleibt vor der mit geschwungenen Linien inszenierten Baristabar stehen, dem Herz der Lounge. «Hier ist die Idee einer Piazza umgesetzt», sagt sie, «man soll sich treffen, etwas bestellen, trinken, plaudern.»

«Hier ist die Idee einer Piazza umgesetzt, man soll sich treffen, etwas bestellen, trinken, plaudern.» Esther Fusco, Maître de Lounge

Schweizer Produkte in der Menükarte, Jurakalk an den Wänden, Schweizer Möbeldesign. Zweifelsohne verkauft die Swiss in dieser Lounge Swissness. Und das mit gehörigem Aufwand. Rechnet sich das? «Tatsächlich sind die Lounges derzeit ein grosses Politikum bei den Airlines», sagt Esther Fusco. «Und man kann weltweit sehen, wie gerade bei den Lounges aufgerüstet wird.» Je mehr das eigentliche Kerngeschäft, das Fliegen, den Reiz des Besonderen, Exklusiven verliert, desto mehr sind es genau diese Zusatzleistungen, die zur Visitenkarte einer Fluggesellschaft werden. «Für manch einen Passagier ist eine Lounge wie ein zweites Zuhause», sagt die Maître de Lounge. «Und wir versuchen stets, den Gästen die Zeit am Boden zu erleichtern.»

Dass sich die Investitionen rechnen, lässt sich an der Zahl der bestehenden Lounges am Flughafen Zürich ablesen: Allein die Swiss hat im Terminal A zwei, im Dock E drei und im Bereich D zwei Lounges (jeweils Business- und First Class) sowie eine Arrival-Lounge. Daneben bietet die Swissport zwei Aspire-Lounges an, die Emirates Airline hat ihre Lounge im E und der Bodenabfertiger Dnata bietet die Skyview Lounge. Die Swiss ihrerseits hat neben Zürich auch in Genf, New York und Boston ein entsprechendes Angebot.

Erstellt: 02.03.2018, 22:02 Uhr

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