Neerach

Die Primarschule braucht mehr Räume

Im Schulhaus Sandbuck kämpft man seit Jahren mit Platzmangel. Ein Anbau für 2,7 Millionen Franken soll nun den Bedarf für die kommenden Jahre decken.

Der neue Anbau wird das Schulhaus um zwei neue Klassenzimmer mit je zwei Gruppenräumen erweitern.

Der neue Anbau wird das Schulhaus um zwei neue Klassenzimmer mit je zwei Gruppenräumen erweitern. Bild: Oesch Architektur GmbH

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Steigende Schülerzahlen, neue Lernformen und chronischer Platzmangel hatten das Problem bereits angekündigt: Das Schulhaus Sandbuck in Neerach platzt aus allen Nähten, die Situation wird sich in den nächsten vier Jahren noch weiter verschärfen.

Um dem entgegenzuwirken, soll der heutige Trakt B durch einen Anbau erweitert werden. Schulpflegepräsident Philipp Simmen präsentierte in der Mehrzweckhalle Sandbuck die Pläne der Schulpflege. Am 11. November entscheidet die Gemeinde Neerach an der Urne über das Projekt.

«Der Schulunterricht hat sich in den letzten Jahren massiv verändert», begann Simmen. Weil die Volksschule vermehrt auf einen integrativen Unterricht setzt, ist der Bedarf an Schulräumen und Personal deutlich gestiegen. «Eine einzige Klassenlehrperson reicht heute nicht mehr.»

Der Gang ist mit Garderoben für die Kinder ausgestattet.

Heute sind mehrere Spezialisten, die vor Ort sind und sich untereinander austauschen können, gesetzlich vorgeschrieben. Die schulische Sozialarbeit, die integrative Förderung und Deutsch als Zweitsprache sind in Neerach in separaten Räumen untergebracht. Auch für Unterrichtsformen wie das Lernen in Gruppen sind entsprechende Räumlichkeiten nötig.

Diese Woche starteten 204 Schülerinnen und Schüler in das neue Schuljahr, letztes Jahr waren es noch 195. Bis 2023/2024 wächst die Zahl bis auf 211. «Man darf sich über die hohe Anzahl Kinder freuen», sagte Simmen. Die Schule bringe dies jedoch in Bedrängnis. Auch die Anzahl Klassen mit über 30 Schülerinnen und Schülern stieg auf das neue Schuljahr von einer auf zwei an. Ab 2022 werden es dann bereits drei sein. Die sechs Primarschulklassen und zwei Kindergartenklassen in Neerach sind heute in den Trakten A und B untergebracht. In Zukunft wäre das nicht mehr möglich.

Keine längerfristige Lösung

Die Schulpflege überprüfte verschiedene Varianten und entschied sich für einen zweistöckigen Anbau an den Trakt B von der Oesch Architektur Gmbh. Für rund 2,7 Millionen Franken soll damit das Schulhaus Sandbuck in Richtung Riedt um zwei Klassenzimmer mit jeweils zwei Gruppenräumen sowie zwei Aussenkindergärten erweitert werden. Der sandfarbene Anbau wäre mit Garderobenbänken sowie einem schalldämpfenden Boden ausgestattet. Der Bezug ist auf das Schuljahr 2020/2021 angesetzt.

«Dieses Projekt beseitigt das Platzproblem im Sandbuck längerfristig jedoch nicht.»Philipp Simmen, Schulpflegepräsident

«Dieses Projekt beseitigt das Platzproblem im Sandbuck längerfristig jedoch nicht», betonte Simmen. «Wir werden im Bereich der Tagesbetreuung und der Mediothek weiterhin Ausbaubedarf haben.» Mehrere Anwesende wiesen darauf hin, dass auch die Musikschule ständig über zu wenig Platz verfügt.

Die Sicherstellung des Schulraums hatte die neue Schulpflege bereits bei ihrem Amtsantritt in den Legislaturzielen aufgeführt. Da in Neerach jedoch der Zusammenschluss einer Einheitsgemeinde angestrebt wird, wollte sich die Primarschulpflege darauf konzentrieren, den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Zusammen mit der politischen Gemeinde wolle man sich dann im Rahmen einer Gesamtraumplanung auch anderen Problemen widmen. Der Anbau an den Trakt B könnte dank seinem Flachdach später um ein Geschoss erweitert werden.

Alternativen unerwünscht

Sollten die Stimmberechtigten den Antrag ablehnen, müsste die Schulpflege auf eine Alternative umsteigen. Eine Variante wäre eine Auslagerung des Unterrichts in das Schulhaus Dorf. Diese würde 500 000 Franken Renovationskosten beanspruchen aber auch den Austausch zwischen Lehr- und Fachpersonen erschweren.

Eine lange Fensterfront öffnet sich gegen Nordosten.

Eine weitere Variante wären mehrere Container für einmalig 450000 Franken und danach jährlich 250000 Franken für Unterhaltskosten. In Anbetracht der Entwicklung der Schule und des Qualitätsanspruchs, lehnt die Primarschulpflege die zwei Notlösungen jedoch ab. «Beide Alternativen wären weder zweck- noch verhältnismässig», sagte Simmen.

Erstellt: 21.08.2019, 17:27 Uhr

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.