Regensberg

Die Regensberger Finanzen sind von Einzelfällen abhängig

Ein Sozialfall oder ein Sonderschulfall mehr oder weniger hat in der kleinsten Unterländer Gemeinde Regensberg drastische Auswirkungen auf das Budget. Wegen den klammen Finanzen hat man auch Investitionen lange aufgeschoben. Diese sind nun aber fällig, sei es für Strassen, aber auch für Parkplätze.

Grosse Schwankungen möglich: Ein Sozialfall weniger - und schon würde statt ein Defizit in der Regensberger Rechnung 2017 eine schwarze Null stehen.

Grosse Schwankungen möglich: Ein Sozialfall weniger - und schon würde statt ein Defizit in der Regensberger Rechnung 2017 eine schwarze Null stehen. Bild: Peter Wuermli

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Im Budget der Gemeinde Regensberg sind für das Jahr 2017 unter anderem 15 000 Franken für die Projektierung eines Parkhofs vorgesehen. Auf Nachfrage einer der 43 anwesenden Stimmberechtigten (14,5 Prozent) erklärte Gemeindepräsident Peter Wegmüller, was damit gemeint ist: Der Gemeinderat hat die Idee, den Parkplatz Schneggi, der bei der Bushaltestelle beginnt, auszubauen, beispielsweise mit einem zweigeschossigen Parkhof.

Grund dafür sei, dass 20 Regensberger derzeit auf einen freien Parkplatz warten. Diese sind gerade in der Unter- und Oberburg, an deren Fusse der bestehende Parkplatz Schneggi liegt, rar gesät. Die Projektierung sei derzeit aber erst eine Idee, man wolle nun mit dem Kanton schauen, was im unter Schutz stehenden Lägernstädtchen überhaupt möglich wäre.

Defizit von einem Sozialfall

Jederzeit möglich wäre eine positive oder negative Veränderung in der Finanzlage. Der Gemeinderat rechnet für 2017 bei Ausgaben von rund 2,3 Millionen Franken mit einem Defizit von 68 000 Franken. Muss Regensberg einen Sozialfall weniger tragen – ein solcher kostet die Gemeinde gemäss Wegmüller jährlich rund 70 000 Franken – gäbe es eine schwarze Null. Bei einem Sozialfall mehr würde sich das Defizit verdoppeln und zwar spürbar: Der Betrag von 70 000 Franken entspricht in Regensberg bei einem Gesamtsteuererstrag von 1,4 Millionen Franken ganzen fünf Steuerprozenten.

Sechsthöchster Steuerfuss

Stark von Einzelfällen abhängig bleibt auch die Primarschule. Dort können viele Sonderschulfälle die Finanzen in Bedrängnis bringen, was in den letzten Jahren zu einer sukzessiven Steuererhöhung auf bis zu 57 Prozent für die Schule geführt hat – das ist der sechsthöchste im Kanton.

Im nächsten Jahr hat die Primarschule ein Plus von 36 000 Franken berechnet, was zur Verbesserung des Eigenkapitals verwendet werden soll. Der Überschuss im Budget 2017 ist möglich, weil es weniger Sonderschulfälle als sonst gibt, erklärte Schulpräsident Martin Reusser.

Die Stimmberechtigten hatten keine Einwände, der Gesamtsteuerfuss der Gemeinde Regensberg bleibt damit bei 109 Prozent. Im Kanton haben 81 Gemeinden einen höheren Steuerfuss, 77 einen tieferen. Regensberg hat sich also gut eingemittet, auch dank den tiefen 31 Prozent, welche die politische Gemeinde verlangt. Nur acht Gemeinden wie Neerach, Winkel oder Küsnacht verlangen noch weniger.

Schulpräsident Reusser sprach trotzdem vom Goodwill der Steuerzahler, der ermögliche, dass Regensberg weiterhin eine eigene Schule halten kann, obwohl sie zu wenig eigene Kinder haben. Möglich machen das teilweise externe Tagesschulkinder, wobei deren Schulgeld nicht gedeckt ist und somit eben das Budget wiederum belastet.

Im Sinne einer Vorinfo berichtete der Gemeinderat auch über eine anstehende Strassensanierung an der steilen Staldernstrasse am Lägernhang, welche über eine halbe Million Franken kosten wird. Darüber werden die Regensberger am 12. Februar an der Urne abstimmen.

Erstellt: 15.12.2016, 16:57 Uhr

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