Dietlikon

Die Schule geht mit gutem Beispiel voran

Auf dem Schulhaus Hüenerweid wurden diese Woche Photovoltaik-Panels montiert. Künftig wird die Schule damit rund 40 Prozent ihres Strombedarfs decken.

Dietliker Schüler und Schülerinnen helfen den Monteuren, die Photovoltaik-Anlage auf dem Schulhausdach anzubringen (Realisation: Michael Caplazi).

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Höhenangst verspürt man besser keine. Zehn Meter hoch über ein wackeliges Baugerüst führt der Weg aufs Dach der neuen Turnhalle beim Schulhaus Hüenerweid in Dietlikon. Hier werden 198 Photovoltaik-Panels aufgebaut, um künftig Strom aus erneuerbarer Energie zu erhalten. Etwa die Hälfte der Panels ist bereits montiert. Der Rest der Anlage wird heute fertig gestellt. Carla und Anesa, zwei Schülerinnen aus der zweiten Klasse der Sekundarschule Dietlikon, helfen den Monteuren der Firma Helion, die Panels festzuschrauben.

Die Schule Dietlikon macht mit beim Projekt «Jede Zelle zählt / JZZ» von Myblueplanet (siehe Kästchen).«Ich helfe der Schule gerne. Hier kann ich aktiv mitmachen und etwas für die Umwelt tun», begründet Anesa ihren Einsatz auf dem Dach. Auch Carla findet es gut, sich für die Umwelt einzusetzen. Die Schülerinnen haben sich freiwillig dafür gemeldet und wurden ausgelost.

Jugendliche sensibilisieren

Auf einem anderen Dach sieht man auch Solarzellen, die schon seit mehreren Jahren von der Schule für die Warmwasseraufbereitung genutzt werden. Gerhard Hitz von der Schulpflege Dietlikon hat sich die Bauarbeiten ebenfalls vor Ort angesehen und ist beeindruckt. Zu Beginn war er aber nicht gleich Feuer und Flamme für das Projekt. «Ich gebe zu, bei der Anfrage von Myblueplanet, bei diesem Projekt mitzumachen, war ich erst sehr skeptisch. Wir haben dann alles mehrfach durchgerechnet. Das Projekt ist aber für die Schule praktisch kostenneutral. Das Engagement aller Beteiligten imponiert mir.»

Schulprojekte ziehen an

2012 führte Myblueplanet ein erstes Pilotprojekt mit Photovoltaik für Schulen durch. Seit 2014 sind sie mit dem Konzept richtig gestartet. In den letzten zwei Jahren ist die Organisation noch aktiv auf Schulen zugegangen, um sie für eine Mitarbeit zu motivieren. Seit diesem Jahr sei es erstmals umgekehrt und die Schulen würden direkt anfragen, erklärt Angela Serratore, Projektleiterin von «JZZ» bei Myblueplanet.

Während der Bautage, aber auch schon im Vorfeld wurden die Klassen im Schulhaus Hüenerweid auf das Thema Energie sensibilisiert. Heute dürfen die Jugendlichen in einem Elektroauto mitfahren und erleben, wie sich das anfühlt. An anderen Posten wird die Photovoltaik erklärt, aber auch generell informiert über Energieerzeugung und -verbrauch. Zudem werden Ideen gesammelt für die Folgejahre. Serratore sagt: «Wir begleiten ein Projekt jeweils rund vier Jahre. Schüler und Lehrer bekommen von uns Input und werde für das Thema sensibilisiert. Politisch und wirtschaftlich läuft schon einiges. Wir möchten die Zielgruppen in der Bildung abholen.» Mit Spenden wird zudem ein «Klimakässeli» gefüllt, woraus Bildungsaktivitäten in den drei Folgejahren finanziert werden.

Energiethema fassbar machen

Pia Dumorz ist bei der Schule Dietlikon zuständig für die Umsetzung im Unterricht: «Beim Projekt geht es auch um die nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO. Es entspricht auch dem Lehrplan 21, wenn wir dieses Thema in den Unterricht einbauen. Hier können die Jugendlichen etwas anfassen, etwas tun, einen aktiven Beitrag leisten und haben nicht nur theoretische Abhandlungen.» Nach dem Bau der Anlage wird künftig auf einem Bildschirm im Schulhaus aufgezeigt, wie viel Strom die Zellen auf dem Dach produzieren und wie viel verbraucht wird. Dumorz ergänzt: «Wir möchten bei den Jugendlichen etwas für die Zukunft auslösen. Und wenn es nur schon dazu führt, dass sie ihr Handy nicht permanent an der Steckdose hängen lassen, sondern wirklich nur zum Aufladen.»

Erstellt: 08.05.2018, 17:10 Uhr

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