Bachenbülach

Die Schulpflege muss erst beweisen, dass es alle Computer braucht

Das Gemeindehaus wird erweitert. Die Schulpflege muss die vorläufige Kürzung eines Kredits für Schülercomputer hinnehmen.

256 Arbeitsgeräte für die Schule in Bachenbülach - die Rechnungsprüfungskommission ist mit den hierfür entstehenden Kosten nicht einverstanden (Symbolbild).

256 Arbeitsgeräte für die Schule in Bachenbülach - die Rechnungsprüfungskommission ist mit den hierfür entstehenden Kosten nicht einverstanden (Symbolbild). Bild: Pixabay

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Ich freue mich, Sie alle an der Gemeindeversammlung im Juni wieder zu sehen»: Mit diesem Schlusswort erntete der Bachenbülacher Gemeindepräsident Michael Biber (FDP) am Donnerstagabend zahlreiche Lacher. Es war eine Anspielung auf die ungewöhnlich hohe Besucherzahl: 195 Personen (7,7 Prozent). Im Vorjahr waren es 121 gewesen. Viele dürften vor allem wegen der Schulgemeindeversammlung in die Mehrzweckhalle gekommen sein.

Die beiden Traktanden der Politischen Gemeinde waren jedenfalls völlig unbestritten. Ohne Gegenstimme sagten die Stimmberechtigten Ja zum Anbau ans Gemeindehaus. Das 1901 als Schulhaus errichtete Gebäude wird seit 1963 als Gemeindehaus genutzt. Lebten 1963 noch 1200 Personen in der Gemeinde, sind es heute rund 4100. «Im Erdgeschoss ist die Platzsituation prekär. Es führt kein Weg an einer Erweiterung vorbei», erklärte Biber. Für 600'000 Franken wird ein Holzbau mit vier Büros erstellt, der sich bei Bedarf aufstocken liesse. Der Bezug ist für Ende 2020 vorgesehen. Das Budget und der gleichbleibende Steuerfuss von 44 Prozent passierten einstimmig. Das Budget sieht bei einem Aufwand von rund 17,3 Millionen einen Ertragsüberschuss von 363000 Franken vor.

Dann war die Schulgemeinde dran. Dass dort derzeit nicht alles zum Besten bestellt ist (der ZU berichtete), war offensichtlich: Mit Präsident Harry Sprecher (FDP) und Roger Kapp (parteilos) waren nur zwei Schulpflegemitglieder anwesend. Beide haben bereits ihren Rücktritt eingereicht. Danny Carniello hat die Behörde bereits verlassen, die beiden verbleibenden Schulpflegerinnen seien für die Ausübung ihres Amtes krank geschrieben, erklärte Sprecher.

Die Frage der Menge

Als erstes ging es um den Kredit für den Ausbau und die Erneuerung der Hardware (der ZU berichtete). 550'000 Franken beantragte die Schulpflege, rund 130'000 Franken davon sind für die Anschaffung von 256 Arbeitsgeräten vorgesehen. So könnte jedem dritten Kindergartenkind und jedem zweiten Unterstufenschüler ein Gerät zur Verfügung gestellt werden. In der Mittelstufe würde jedes Kind mit eigenem Gerät arbeiten. Damit liege man zwar über der Vorgabe der Bildungsdirektion, so Kapp: «Diese wird jedoch demnächst nach oben angepasst.» Daniela Marcarani, Präsidentin der Rechnungsprüfungskommission plädierte für Rückweisung und Überarbeitung. Man erkenne zwar die Notwendigkeit, die finanzielle Belastung sei aber zu gross.

Stimmbürger Walter Grete warnte: «Wir können doch nichts dahin zurückweisen, wo nichts mehr ist», sagte er in Anspielung auf die dezimierte Schulpflege. In seinem Änderungsantrag forderte er die Genehmigung eines Rahmenkredits von 450'000 Franken. Innert zwei Jahren könne dann gegebenenfalls ein Nachtragskredit vorgelegt werden. Der Rückweisungsantrag der RPK wurde mit 48 zu 130 Stimmen abgelehnt. Erneut warnte die RPK-Präsidentin, «bereits Kindergartenkinder mit dem Tablet ruhigzustellen.» Einzelne äusserten Bedenken, der Computer werde zu häufig eingesetzt. Viele sprachen sich für das Mengengerüst der Schulpflege aus. «Teilen sie etwa das Handy mit ihrer Frau oder ihrem Mann?», fragte ein Stimmbürger. Angenommen wurde letztlich der um 100'000 Franken gekürzte Kreditantrag, mit 114 zu 68 Stimmen. Unbestritten waren die definitive Einführung der Klassenassistenzen und das Budget.

Andrea Hug will bleiben

Sprecher beantwortete ausserdem Fragen des Elternrats. Für die Stelle der Schulleiterin seien bereits erste Bewerbungen eingegangen. Ein kollektiver Rücktritt der Schulpflege sei nie ein Thema gewesen. Dass die Handlungsfähigkeit nicht gefährdet sei, bestätige der aufsichtsrechtlich angeordnete externe Berater. Schulpflegemitglied Andrea Hug nahm schriftlich zu den an Sie gerichteten Fragen Stellung. Ein Rücktritt käme nicht in Frage. Sie hoffe, dass eine neue, motivierte und unbelastete Schulpflege an die Arbeit gehen könne, «damit Ruhe, Ordnung und Sicherheit einkehren.»

Erstellt: 06.12.2019, 13:56 Uhr

Artikel zum Thema

Gegenwind für Primarschulpflege

Bachenbülach Die Schulgemeindeversammlung Bachenbülach wird voraussichtlich kontrovors verlaufen. Mehr...

Noch mehr Rücktritte aus der Schulpflege

Bachenbülach Nach Präsident Harry Sprecher verlassen auch Danny Carniello und Roger Kapp die Behörde. Mehr...

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.