Bassersdorf

Die Schwarzkittel bereiten nicht nur Freude

An einer Exkursion rund um die Waldhütte Heidenburg gab es Informationen zur Wildsau.

Jäger Fabian Moser demonstriert die Utensilien zur Wildschweinjagd.

Jäger Fabian Moser demonstriert die Utensilien zur Wildschweinjagd. Bild: Leo Wyden

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Einst fast ausgerottet, vermehren sich die Wildschweine in der Schweiz zunehmend. Wissenswertes über die scheuen uns schlauen Tiere erfuhren am Donnerstagabend 70 Besucher anlässlich einer Exkursion. Dazu eingeladen hatte die Fachkommission Landwirtschaft und Naturschutz der Gemeinde Bassersdorf.

Umweltingenieurin Alice Wassmer erklärte den Besuchern das Wesen der Wildschweine. Die weiblichen Borstentiere leben in Rotten, von einer Leitbache geleitet. Die männlichen Keiler sind Einzelgänger. Geschlechtsreif werden die Tiere in knapp einem Jahr. Diese Eigenschaft führt dazu, dass sich die Anzahl der Tiere jährlich erhöht. Heute sind Wildschweine nachtaktiv, tagsüber werden sie durch die Menschen in den Wäldern zu stark gestört und ruhen sich in dichtem Gestrüpp oder in Maisfeldern aus. Deshalb brauche es viel Glück, ein Wildschwein zu Gesicht zu bekommen.

Keine natürlichen Feinde

Pro Jahr werfen die Bachen sechs gestreifte Frischlinge. Wildschweine sind Allesfresser, sie ernähren sich mit Eicheln, Buchnüssen, Engerlingen und Mais. Die Tiere sind sehr anpassungsfähig. Heute haben sie keine natürlichen Feinde mehr. Ihr Sehvermögen ist nicht besonders gut, umso besser ist ihr Gehör und ihr Geruchsinn übertriff denjenigen von Hunden. Sollte man irgendeinmal einem Wildschwein begegnen, rät Wassmer: «Bleiben sie stehen und sprechen sie das Tier ruhig an».

An einem weiteren Posten orientierte Peter Grieder, seit 1990 Obmann der Jagdgesellschaft Bassersdorf, über die Herausforderungen der Jagd. Lebende Wildschweine sind im Besitz des Kantons. Um ein Tier zu erlegen, sind im Durchschnitt 80 Jagdstunden nötig. Und von Schäden an Kulturen, die durch das graben mit den Rüsseln von Wildschweinen angerichtet werden, müssen die Jagdgesellschaften 20 Prozent übernehmen. Ausserdem sind beim Jagen viele Einschränkungen zu beachten, bei Übertretungen drohen hohe Bussen. Grieder kritisiert: «Wir Jäger können bei den heutigen Gesetzen und Vorschriften das Wildschweinproblem nicht lösen». Jäger Fabian Moser erläuterte, wie schwierig es ist, in der Nacht Wildschweine zu erlegen. Er hofft, dass zukünftig Wärmebildgeräte für die Jagd zugelassen werden.

«Wir Jäger können bei den heutigen Gesetzen und Vorschriften das Wildschweinproblem nicht lösen.»Peter Grieder, Obmann Jagdgesellschaft Bassersdorf

Landwirt Ueli Brunner zeigte eine Naturwiese, die von Wildschweinen regelrecht umgepflügt wurde. Brunner ist besorgt, dass der Wildschweinbestand stetig zunimmt und befürwortet einen radikaleren Jagdeinsatz, um der zunehmenden Population Herr zu werden. Hansueli Wettstein muss seit zwei Jahren auf den Wiesen seines Betriebs von Wildschweinen verursachte Schäden auswalzen, damit beim Mähen kein Humus ins Futter gelangt. Auch er ist überzeugt: «Wenn die Gesetzte nicht geändert werden, steigen die Schäden an und der Bestand der Wildschweine nimmt weiter zu».

Erstellt: 14.06.2019, 17:29 Uhr

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