Oberglatt

Die Schweiz lebt von ihren klugen Köpfen

Eine regierungsrätliche Grussadresse und ein prominenter Hauptredner prägten die 5. Generalversammlung des Standortförderungsvereins Flughafenregion Zürich.

Hielt ein Referat an der Generalversammlung: ETH-Präsident Lino Guzzella.

Hielt ein Referat an der Generalversammlung: ETH-Präsident Lino Guzzella. Bild: Marc Dahinden / Archiv

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Oberglatts Gemeindepräsident Werner Stähli umriss in seiner Grussbotschaft in der Chliriethalle die rasante Entwicklung seiner Gemeinde. Innerhalb von 20 Monaten hat die Bevölkerung von 5900 auf 6600 Personen zugenommen, was die Behörden vor beachtliche Herausforderungen stellte. Aber auch die weitere Entwicklung stelle eine Herausforderung dar.

Die Zeiten, in denen Gemeinden einfach verwaltet wurden, seien vorbei. Heute muss sich gemäss Stähli jede Gemeinde dem Wettbewerb stellen und für gute Rahmenbedingungen sorgen. Diese Aufgabe will Oberglatt gemeinsam mit Nachbargemeinden anpacken. Regierungsrätin Carmen Walker Späh erklärte dann, dass sie schon mehrfach festgestellt habe, dass ausländische Standortförderer mit Neid aufs Unterland blicken würden.

Wo sonst fände man auf so kleinem Raum eine derart dynamische städtebauliche und wirtschaftliche Entwicklung bei einer gleichzeitig sehr hohen Lebensqualität und hervorragenden Verkehrsanbindungen? Dazu würden auch aktive Netzwerke aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung wie der Verein Flughafenregion Zürich beitragen. Es wäre aber falsch, auf dem Erreichten auszuruhen, vielmehr müsse gemeinsam daran gearbeitet werden, diesen hohen Standard zu erhalten. Dazu werde auch der in Dübendorf geplante Innovationspark beitragen und mithelfen, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes zu sichern.

Im Zentrum der Veranstaltung stand das Referat «Vernetzt und weltoffen: das Profil eines erfolgreichen Bildungs- und Forschungsstandortes Zürich» von ETH-Präsident und Professor Lino Guzzella. Zentral ist für ihn die Vernetzung. Er ist deshalb glücklich darüber, dass die Schweiz beim EU-Forschungsprogramm «Horizon 2020» weiterhin dabei ist. Aufgrund der im Rahmen dieses Programms gesprochenen Fördergelder spiele dies bei Berufungen eine grosse Rolle.

Wirtschaft und Wissenschaft mehr verknüpfen

Die Stärke der Schweiz liegt laut Guzzella bei Hightechgütern, hinter denen Forschung und Wissen stehen. Rohstoffe hätten wir keine, aber wir hätten gescheite Köpfe, die weltweit vernetzt seien. Etwa die Hälfte der Forschungskontakte der ETH liegt innerhalb Europas. Eine starke Vernetzung besteht zudem mit anderen inländischen Universitäten, zum Beispiel der Uni Basel, wo es vor allem um Pharma geht, die fast die Hälfte unserer Exporte ausmacht.

Zur Vernetzung trägt gemäss Guzzella auch der Flughafen Zürich bei, sind doch viele bedeutende Forschungsplätze ohne Umsteigen erreichbar. Guzzella wünscht sich eine engere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Den Einwand, dass eine solche Zusammenarbeit die Wissenschaft bei ihrer Forschungsarbeit einenge, weist er zurück.

Guzzella ist auch ein Verfechter des dualen Berufsbildungssystems mit der Lehre, den Berufsschulen und den Fachhochschulen. Dieses System trage massgeblich zum internationalen Erfolg unseres Landes bei. Gleichzeitig brauchen wir aber laut Guzzella ein paar absolute Spitzenuniversitäten.

Das Ziel der ETH ist es, zu den zehn weltbesten Unis zu gehören. Ihr Auftrag sei es, das Weltwissen in die Schweiz zu bringen, damit wir die weltbesten Produkte herstellen können. Niemand gebe aber sein Wissen ohne Gegenleistung preis, weshalb auch die ETH Forschung auf Spitzenniveau betreiben müsse. Ausserdem verlange sie von ihren Professoren eine engagierte Lehrtätigkeit zum Nutzen der Studenten.

Mit der Vorstellung einiger laufender Forschungsprojekte der ETH aus den Bereichen Medizin, Energie und IT schloss Lino Guzzella seine Ausführungen. Alle Projekte sollen, wenn sie einmal praxistauglich sind, allen Menschennützen. Gerade der IT-Bereich könnte für die Schweiz das neben der Pharma dringend nötige zweite Standbein werden.

Erstellt: 22.03.2017, 14:21 Uhr

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