Dielsdorf

Die «Sonne» hat ihre Sonne wieder

Die Sonne an der «Sonne» strahlt wieder in vollem Glanz. Am Dienstag wurde das Wirtshausschild, das der Dälliker Künstler Peter «Pedro» Rüegg restauriert hat, wieder am altehrwürdigen Dielsdorfer Gasthaus montiert.

Mitarbeiter der Dälliker Metallbaufirma Oetterli  AG montieren das restaurierte Sonnensymbol  am Gasthaus zur Sonne in Dielsdorf.

Mitarbeiter der Dälliker Metallbaufirma Oetterli AG montieren das restaurierte Sonnensymbol am Gasthaus zur Sonne in Dielsdorf. Bild: Cyprian Schnoz

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Dienstagnachmittag konnten bei der Strassenkreuzung im Dorfzentrum von Dielsdorf zwei Arbeiter beobachtet werden, die ein kleines Baugerüst montierten. Das fiel nicht weiter auf, denn am Gebäude des Gasthauses zur Sonne herrscht schon seit längerem rege Bautätigkeit.

Das besondere am kleinen Baugerüst war jedoch, dass es der Montage des Wahrzeichens des geschichtsträchtigen Gebäudes diente. Das Wirtshausschild – oder der Ausleger, wie es der Fachmann nennt – besteht aus einer goldenen Sonne mit einem lachenden Gesicht und 28 geschwungenen Strahlen. Sie hängt an einem kunstvoll geschmiedeten Eisenträger.

Am alten Platz

Mit einem Kran wurde gestern das schwarz-güldene Gebilde vom Lastwagen in die Höhe gehoben und dort an seinem angestammten Platz an der Hausecke an drei starken Schrauben mit Muttern festgemacht. Dort strahlt die Sonne mit ihrem Durchmesser von etwa einem Meter mit dem richtigen Himmelsgestirn um die Wette.

Den Ausleger restauriert hat der Dälliker Eisenplastiker Peter «Pedro» Rüegg. In seiner Werkstatt hat er das kupferne Sonnengesicht auseinandergenommen und Stück für Stück auf Hochglanz gebracht. «Da einzelne Teile – besonders die unteren Strahlen – verrostet waren, habe ich sie mit dem Sandstrahler bearbeitet und geputzt», sagte Rüegg. Danach wurden sie gespritzt und lackiert. Rund zwei Monate lang hat er mit Unterbrüchen an der Dielsdorfer Sonnensonne gearbeitet.

Zum Thema Rost machte Rüegg auf ein besonderes Detail aufmerksam: «Die unteren Sonnenstrahlen haben an ihrer Spitze jeweils ein kleines Loch.» Diese Löcher seien damals in weiser Voraussicht gebohrt worden, damit das Regenwasser aus den Strahlen abfliessen kann. Eine einfache Massnahme, die aber die Lebensdauer der Kupfersonne wohl stark verlängert hat.

In all den Jahren war das Sonnengebilde nicht nur zahllosen Regengüssen ausgesetzt. Auch das Kondenswasser und die starken Temperaturschwankungen hätten ihr zugesetzt, sagte Rüegg. «Wenn die richtige Sonne voll draufscheint, wird diese Sonne hier sehr heiss.»

Eine Preisliste

«Und nun kann die Dielsdorfer Sonne wieder 70 Jahre lang strahlen», sagte der 75-Jährige lachend. Im Innern der Skulptur habe er einen Kupferring gefunden, auf welchem der Name des Herstellers und das Fabrikationsdatum eingraviert seien.

Da wollte der Künstler nicht nachstehen: «Für die Nachwelt habe ich ein Kunststoffrohr in die Sonne gelegt, welches einen Beschrieb der jetzigen Restauration enthält», sagte der Dälliker. Auch habe er eine Reihe von Dingen des täglichen Gebrauchs und ihre heutigen Preise aufgelistet. So etwa Brot, Milch, Bier oder Zigaretten. Dereinst könnten dann die Leute darüber staunen, wie teuer oder vielleicht auch wie günstig das Leben im Dielsdorf des Jahres 2018 war.

Künstler kreiert Skulptur

Pedro Rüegg, der ehemalige Landwirt, der sich zum Eisenplastiker entwickelt hat, ist der Erbauer der weitherum bekannten, sich drehenden Skulptur «Global Power» auf dem Kreisel zwischen Buchs und Dällikon.

Den Sonnen-Ausleger hat Rüegg im Auftrag von Werner Hofmann restauriert, dem Besitzer des Gasthauses. Vom Buchser hat Rüegg einen weiteren Auftrag erhalten für ein Kunstwerk, das den Haupteingangsbereich des Gasthauses zur Sonne zieren wird.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 10.07.2018, 17:31 Uhr

Die Renovation historisch wertvoller Gebäude benötigt einen langen Schnauf

Ende September wird das gründlich umgebaute und teilweise restaurierte Gasthaus zur Sonne in Dielsdorf wiedereröffnet. Das Haus hat Geschichte.

«Zur bewegten Geschichte des Gasthauses zur Sonne gehört, dass es momentan vor einer ungewissen Zukunft steht». So hielten es die Autoren in der Dielsdorfer Dorfchronik im Jahr 2012 fest. Ein Jahr später fand die Ungewissheit ein Ende: Der Buchser Unternehmer Werner Hofmann kaufte das historische Gebäude, um es gründlich umzubauen und zu sanieren. Heute – fünf Jahre später – ist das Werk fast vollbracht.

«Das Baubewilligungsverfahren hat viel Zeit in Anspruch genommen», sagte Hofmann. Die Zusammenarbeit mit dem Heimatschutz sei jedoch gut gewesen.

Ende September wird das Gasthaus, in welchem auch schon General Henri Guisan, der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder oder arabische Scheiche zu Gast waren, wiedereröffnet. Die Stiftung Vivendra wird das Gasthaus, eine Schule und einen Laden darin betreiben. Sieben der acht Wohnungen werden demnächst zur Vermietung ausgeschrieben.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Newsletter

Die Woche in der Region.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.