Dällikon

Die Verbindung von klassischer Musik und Geselligkeit kommt an

Wagner, Chopin, Bier und Grilladen – die Dälliker Orgelnacht bot Musikgenuss in lockerer Atmosphäre.

Organist und Chorleiter Michael Bártek spielt auf der neobarocken Orgel der Kirche Dällikon.

Organist und Chorleiter Michael Bártek spielt auf der neobarocken Orgel der Kirche Dällikon. Bild: Katarzyna Suboticki

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Die 11. Dälliker Orgelnacht sorgte am Freitag für volle Reihen in der Kirche. Der Anlass verband klassische Musik mit einer Gartenwirtschaft und bot eine Vielzahl von Musikerinnen und Musikern und eine gesellige Stimmung bis spät in den Abend.

Orgel, Klavier, Gesang und Marimba

Zum zweiten Mal an der Dälliker Orgelnacht trat Michael Bártek auf. Der Liederzyklus von Richard Wagner, die Wesendonck-Lieder, erklang mit Bártek am Klavier und Madeleine Merz im Mezzosopran erhaben und majestätisch. «Sie hat eine wagnerische Stimme», lobte der Organist seine Kollegin, «und sie passt so gut in die spätromantische Musik. Nicht nur, natürlich.»

An sein eigentliches Instrument setzte sich Bártek am Schluss seines Auftrittes im Orgelempore für «Isoldes Liebestod», das Finale aus «Tristan und Isolde», ebenfalls von Wagner. Die schiere Vielfalt der Orgelarten mache seinen Beruf so faszinierend, aber auch arbeitsintensiv, sagte Bártek.

«Es ist immer spannend, eine Orgel zu entdecken und das Repertoire vorzubereiten.»Michael Bártek

«Jede Orgel ist eigentlich anders. Und es gibt verschiedene Stile von Orgeln – wie die Barockorgel, die Renaissanceorgel, die neoklassische Orgel.» Die in Dällikon sei eher im neobarocken Stil gebaut. «Es ist immer spannend, eine Orgel zu entdecken und das Repertoire vorzubereiten.»

Die Organistin Yoshiko Masaki spielte am Abend mit Manuel Leuenberger. Er am Marimbaphon beim Altar, sie hinten im Orgelempore. «Das heisst, ich musste ein bisschen früher spielen als er, damit der Klang bei ihm rechtzeitig ankommt», sagte Masaki.

Ihre Wahl fiel auf Werke von Ney Rosauro und Sergei Prokoview. «Ich habe sie gewählt, weil sie nicht so gewöhnlich klingen.» Rosauro sei zum Beispiel sehr rhythmisch, was nicht typisch für die Orgel sei. Auch die Verbindung der Orgel mit dem Marimbaphon sei es nicht. «Sie sind gegensätzlich. Die Orgel spricht sehr langsam, das Marimbaphon ist sehr direkt.»

«Das Verbindende zwischen Musik und dem Geselligen klappt noch immer und kommt sehr gut an.»Irina Dedecius, Sozialdiakonin der Reformierten Kirche Furttal

Mit seinem Spiel begeisterte auch der Pianist Wolfram Lorenzen. Er bot Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Frederic Chopin. Zum Schluss trat Yves Brühwiler am Bass mit Michael Möddel am Klavier auf.

Kinderprogramm für Erwachsene

Zum ersten Mal fand die Orgelnacht – mit dem Zusatz «für Gross und Klein» – bereits am Nachmittag statt. Christian Gautschis und Urs Wittwers Orgel-Aufführung aus «Karneval der Tiere» von Camille Saint-Saëns war eigentlich für Kinder gedacht.

«Die Idee war, den ersten Teil an die Kinder zu richten», sagte Irina Dedecius, Sozialdiakonin der Reformierten Kirche Furttal, die den Anlass organisiert hatte. Es kamen aber vor allem Erwachsene. Somit blieb es beim bewährten Publikum. «Das Verbindende zwischen Musik und dem Geselligen klappt noch immer und kommt sehr gut an.»

Erstellt: 18.08.2019, 14:58 Uhr

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