Unihockey

Die Vorpremiere misslingt

Der erste Titel der Saison geht nach Chur: Die Piranhas revanchieren sich bei Meister und Cupsieger Kloten-Dietlikon mit einem hohen 7:1-Sieg im Supercup.

Noch lief im Spiel der Jets nicht alles rund. Das wissen auch Natálie Martináková (rechts) und Nina Metzger.

Noch lief im Spiel der Jets nicht alles rund. Das wissen auch Natálie Martináková (rechts) und Nina Metzger. Bild: Claudio Schwarz

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Zweimal musste vergangene Saison die Champagnerbestellung für die Siegesfeier in Chur im letzten Drittel storniert werden: Im Cup machten die Kloten-Dietlikon Jets spät ein 0:2 wett, im Superfinal holten sie nach einem 1:4-Rückstand noch den Titel. Doch ein drittes Mal wollte den Doublegewinnerinnen im 2019 keine spektakuläre Wende gelingen, und die Piranhas konnten endlich wieder einmal die Korken knallen lassen. Mit 7:1 zwar etwas zu hoch, aber ganz klar verdient gewannen sie den Supercup in der Zürcher Saalsporthalle.

Chur hat nun drei Supercup-Titel auf dem Konto, während die Jets bei zwei Siegen bleiben. «Sie sind schneller gelaufen, haben schneller gedacht und besser getroffen», erklärt der neue Jets-Coach Jürg Kihm nach der Partie. Und Nati-Torhüterin Monika Schmid, trotz andauernder Kniebeschwerden eine der stabilsten Dietlikerinnen auf dem Feld, meint: «Sie sind ganz klar entschlossener aufgetreten.»

Wirbelwind Wieland

pielen der Vorsaison war der Titelhunger der Bünderinnen offensichtlich gross. Zwar gehörte der erste Torschuss der Partie der erst 16-jährigen Leonie Wieland, die in der ersten Formation der Jets pfeilschnell, frech und technisch sauber wirbelte und an diesem Nachmittag einer der raren Lichtblicke im Dietliker Spiel war. Doch kurz nach der gelungenen Aktion der U-19-Nationalspielerin schlug es bereits ein erstes Mal hinter Monika Schmid ein: Churs Grande Dame Katrin Zwinggi liess sich frei stehend vor dem Tor nicht zweimal bitten (2.). Fünf Minuten vor der Pause erhöhte Alessandra Schneller auf 2:0, mit Verteidigerin Katarína Klapitová stand eine ehemalige Dietlikerin am Ursprung des Angriffs.

Als sich im zweiten Drittel dann Kassandra Luck vor den Augen des Schiris Klapitovás Stock sekundenlang wie eine Aktentasche unter den Arm klemmte und dafür eine Zweiminutenstrafe kassierte, nutzen die Bündnerinnen auch diese Chance. Captain Seraina Ulber traf aus der Distanz zum 3:0, das zur Frage führte: Können die Jets einen solchen Rückstand abermals aufholen? Die Antwort kam spätestens im letzten Drittel, und sie lautete: nein. Zwar hatten die Meisterinnen durchaus ihre Chancen und durften mit Christelle Wohlhhausers wuchtigem Schuss ins Lattenkreuz (28.) immerhin den schönsten Treffer der Partie verbuchen, doch ihre Abschlüsse waren mehrheitlich zu ungenau. Die Churerinnen ihrerseits schienen aus der Vergangenheit gelernt zu haben und blieben aufmerksam. Mit drei Treffern im dritten Drittel gehörte auch dieser letzte Abschnitt ihnen.

Etwas planlos

Bei den Jets liefen noch (zu) viele der Aktionen angestrengt statt automatisch ab, und auch der begnadeten Technikerin Natálie Martináková, die als Center die solide erste Sturmformation mit Wieland und der am Ende zur besten Spielerin gewählten Isabelle Gerig anführte, fehlte ab und an noch die Geschmeidigkeit der letzten Saison. Zudem wirkten Topskorerin Michelle Wiki und Julia Suter ohne die nach Schweden abgewanderte Andrea Gämperli noch etwas planlos. Zwar erledigte Nina Metzger ihren Job als Center durchaus ansprechend.

Doch die mit 1,84 m grösste NLA-Spielerin zu ersetzen, die in den vergangenen Saisons in Dietlikon mit Reichweite, Risikofreude und am Ende auch Routine glänzte, ist nun mal nicht einfach so möglich, wenn überhaupt. Die 24-jährige Metzger sagt denn auch nach dem Schlusspfiff: «Wir brauchen noch etwas Zeit, um uns zu finden.» Zeit, welche die Titelverteidigerinnen auch bekommen werden.

Schwedinnen kommen spät

Zwar ist die Playoff-Qualifikation der NLA der Frauen kein Selbstläufer, aber das Leistungsgefälle ist doch gross genug, dass es sich ein Team von dieser Qualität leisten kann, den Findungsprozess in der Qualifikationsphase, die in zwei Wochen beginnt, fortzusetzen. Nötig wird das heuer sowieso, denn die beiden schwedischen Weltmeisterinnen Alice Granstedt und Iza Rydfjäll werden erst wenige Tage vor Saisonstart in Kloten landen.

Das ist arg spät und wird innerhalb des Vereins durchaus auch kritisch betrachtet. Für Trainer Jürg Kihm lohnt es sich indes nicht, über etwas breit zu diskutieren, das sich nicht ändern lässt. «Natürlich ist es nicht ideal», gibt aber auch er zu. «Wir werden sicher ein paar Trainings brauchen, um die Beiden kennen zu lernen.» Diese zwei Toptransfers wenige Tage vor der ersten Meisterschaftspartie ins Team zu integrieren, wird Kihm viel Fingerspitzengefühl und wohl auch einige präventive Gespräche abverlangen, damit die ihm wichtige «Teamhygiene» nicht schon bald gefährdet ist.

Erstellt: 31.08.2019, 22:15 Uhr

Telegramm

Kloten-Dietlikon Jets - Piranha Chur 1:7

(0:2, 1:2, 0:3). Saalsporthalle, Zürich. - 912 Zuschauer. - SR Keel/Siegfried. - Tore: 2. Zwinggi (Capatt) 0:1. 15. Schneller (Ulber) 0:2. 25. Marti (Rüttimann) 0:3. 28. Wohlhauser 1:3. 38. Zwinggi (Aanerud) 1:4. 43. Schneller (Ulber) 1:5. 44. Capatt (Gredig) 1:6. 47. Aanerud (Marti) 1:7. - Strafen: Je 1x2. - Kloten-Dietlikon: Schmid; Koní?ková, Kessler; Stella, Bühler; Luck, Zwissler; Gerig, Martináková, Wieland; Ackermann, Rieder, Wohlhauser; Wiki, Metzger, Suter. - Chur: Münger; Danuser, Marti; Gredig, Rensch; Klapitova, Putzi; Farnes, Rüttimann, Wick; Zwinggi, Aanerud, Capatt; Dellagiovanna, Ulber, Schneller.

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