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Die Wirtschaft fürchtet sich vor der Überalterung und dem neuen Parlament

Der nationale Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt sprach in der Region.

Valentin Vogt, der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, forderte die Unternehmer auf, sich für für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen.  (Archiv-)

Valentin Vogt, der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, forderte die Unternehmer auf, sich für für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen. (Archiv-) Bild: Keystone

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An der Tagung der Arbeitgeber Zürcher Unterland (AZU) konnte Präsident Heinz Eberhard am Donnerstag im Besucherraum des Flughafens 35 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region begrüssen. Er machte auf die Belastung der Wirtschaft durch Negativzinsen aufmerksam und riet, sich schon jetzt mit der Unternehmenssteuerreform auseinanderzusetzen.

Als erster Referent zeigte Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, auf, warum es für Unternehmer immer wichtiger wird, sich für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen. In der von Unsicherheiten und wachsendem Druck geprägten Zeit sei der Einsatz für wirtschaftliche Freiheit von grosser Bedeutung.

Vogt, selber Unternehmer bei der Burckhardt Compression in Winterthur und heute deren Verwaltungsratspräsident, lebte 20 Jahre in Dielsdorf. Mit der Feststellung: «Der Schweiz geht es gut, aber Regelungen nehmen stetig zu, die Regulierungsbereitschaft ist unendlich», eröffnete Vogt sein Referat.

Problem Vaterschaftsurlaub

«Spannungen» mit dem neuen Parlament und die demografische Entwicklung bereiten Vogt Sorgen. 1948 arbeiteten 6,5 Erwerbstätige für eine Rentenbezügerin oder einen Rentenbezüger. Im Jahr 2035 wird das Verhältnis 2,1 zu einer Rentenbezugsperson sein. Weitere Unsicherheiten für die Wirtschaft sind die Europa- und die Gesundheitspolitik. Vogt findet, dass der liberale und flexible Arbeitsmarkt in Gefahr sei.

Als Beispiele nannte er einen gesetzlich verordneten Vaterschaftsurlaub, staatliche Lohnkontrollen und Geschlechterquoten für Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte. Lobend erwähnte Vogt die Durchlässigkeit des dualen Bildungssystems. Berufsbildung und Fachhochschulen seien das Schlüsselelement der Talentförderung.

Als zweiter Referent sprach Boris Billing, Leiter der Personalentwicklung der Zürcher Kantonalbank, über zukünftige Anforderungen. Lebenslanges Lernen sei wichtig. Je komplexer die Umwelt sei, umso mehr werde die Wandlungsfähigkeit von Unternehmen und Menschen zum entscheidenden Faktor.

Mehr Personen verliessen heute den Arbeitsmarkt, als neue Personen eintreten würden. Unternehmer müssten der emotionalen Mitarbeiterbindung Sorge tragen. Mutige Führung und mündige Mitarbeitende seien Erfolgsrezepte. Kulturelle Änderungen in Unternehmungen brauchten aber ihre Zeit, man solle nicht zu schnell zu viel wollen.

Erstellt: 16.11.2019, 15:42 Uhr

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