Wallisellen

Die Wohngemeinde alt und neu entdecken

Mit der am Sonntag beginnenden Ausstellung «Wallisellen im Wandel» soll der Bevölkerung ihre Wohngemeinde und deren Entwicklung näher gebracht werden.

Der Leiter des Ortsmuseums Wallisellen, Albert Grimm, sitzt unter dem Plakat der Ausstellung und betrachtet die Fotos für das Quiz, mit dem das  Publikum seine Ortskenntnisse testen kann. Links der Ortsplan mit den markierten Stellen, von denen aus fotografiert worden ist.

Der Leiter des Ortsmuseums Wallisellen, Albert Grimm, sitzt unter dem Plakat der Ausstellung und betrachtet die Fotos für das Quiz, mit dem das Publikum seine Ortskenntnisse testen kann. Links der Ortsplan mit den markierten Stellen, von denen aus fotografiert worden ist. Bild: rmu

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Statistisch gesehen ist Wallisellen mit gegen 16 000 Einwohnern eine Stadt, nennt sich selber aber nicht so. Wer heute nach Wallisellen zieht, findet eine bestens erschlossene Gemeinde mit guter Infrastruktur vor. Wie sich Wallisellen in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat, was verschwunden und was neu entstanden ist, das will das Ortsmuseum Wallisellen der Bevölkerung mit der Wechselausstellung «Wallisellen im Wandel», die am kommenden Sonntag eröffnet wird, vor Augen führen.

Mit Herzblut dabei

Gestaltet wurde die Fotoausstellung von der vom Gemeinderat eingesetzten Ortsmuseumskommission mit Albert Grimm an der Spitze. Grimm ist in Wallisellen aufgewachsen und hat dort während 42 Jahren mit unterschiedlichen Pensen an der Schule unterrichtet. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Broschüren über Wallisellen und seine Geschichte. Seit dem Umzug des Ortsmuseums in das alte Bauernhaus an der Riedenerstrasse ist er dessen Leiter.

Wenn Grimm erzählt, ist unüberhörbar, mit wie viel Herzblut er dabei ist. «Aber», betont er, und darauf legt er grossen Wert, «die Ortsmuseumskommission das bin nicht ich, das ist eine aus zehn Personen bestehende Crew, welche ausgezeichnete Arbeit leistet und sich für die Belange des Museums einsetzt.»

Ein filmisches Kleinod

Das Walliseller Ortsmuseum verfügt über einen Schatz von mehr als 10 000 Fotos, die alle digitalisiert sind. Aus diesem Fundus sowie neu gemachten Aufnahmen stammt das Ausstellungsmaterial. Altes wird Neuem gegenübergestellt, und die bauliche Entwicklung der Gemeinde wird dokumentiert. Die Ausstellung ist nicht chronologisch sondern thematisch gegliedert. So gibt es die Gegenüberstellung einer Aufnahme aus dem Jahr 1910, auf der ein Blériot-Flugzeug Wallisellen überfliegt, mit einer aus dem Jahr 1946 mit einer Swissairmaschine und einer mit einem Airbus A380 über Wallisellen.

Zwischen diesen Bildern liegen rund 70 Jahre, in denen Wallisellen eine enorme Entwicklung durchlaufen hat. Beim Bild aus dem Jahr 1947 (oben) handelt es sich um eine Luftaufnahme während der aktuelle Schnappschuss mit Hilfe einer Drohne gemacht wurde. Bilder: zvg

Im Bereich «Tätigkeiten» wird die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs, der Feuerwehr und der Post dokumentiert. Andere Bereiche sind Quartieren gewidmet, teilweise mit jeweils sehr alten Aufnahmen, zum Beispiel einer aus den Neunzigerjahren und einem aktuellen Bild. Auf einem Ortsplan sind die Stellen markiert, von denen aus die Fotos gemacht wurden. Einer Luftaufnahme der Gemeinde aus dem Jahr 1947 wird die mit Hilfe einer Drohne aus derselben Perspektive aufgenommene neue Abbildung gegenübergestellt.

Aber auch bewegte Bilder sind zu sehen. Ein Kleinod ist der 1973 von Sekundarschülern im Rahmen eines Filmkurses unter der Leitung von Albert Grimm entstandene Dokumentarfilm «Die roten Pfähle kommen». Was es mit diesem Titel auf sich hat, schaut man sich am besten selber an. Der Film kommt ohne Worte aus, ist aber mit passender Musik unterlegt. Für die Aufnahmen standen den Schülern eine 8-mm-Filmkamera und ein Tonbandgerät zur Verfügung. Weitere Filme zeigen die Wandlung der Bahnhofsgegend, die Entstehung der Integra-Überbauung und des Richti-Areals oder Wallisellen aus der Sicht einer Drohne.

Sein Wissen testen

Mit einem Fotoquiz erhält der Ausstellungsbesucher Gelegenheit, sein Wissen über Wallisellen zu testen. Es gibt nichts zu gewinnen, ausser neuen Erkenntnissen. Für Neu-Walliseller fast unmöglich herauszufinden, was auf den Fotos abgebildet ist, beziehungsweise, welchen Teil der Gemeinde das Bild zeigt. Alteingessenen traut Albert Grimm jedoch Erfolgserlebnisse zu, und wenn es gelingt, den Einwohnern von Wallisellen ihre Wohngemeinde und deren Entwicklung mit Hilfe dieser Ausstellung vertrauter zu machen, ist das Ziel erreicht.

Erstellt: 02.03.2017, 15:10 Uhr

Infobox

Die Vernissageder Wechselaus-stellung «Wallisellen im Wandel» findet am Sonntag, 5. März um 14 Uhr im Ortsmuseum Wallisellen an der Riedenerstrasse 75 statt. Der Anlass wird musikalisch umrahmt. Bis zur Dernière am 5. November ist die Ausstellung immer am ersten Sonntag im Monat von 13.30 bis 16.30 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet, wobei immer um 14 Uhr eine Führung stattfindet. Die Filme werden während den Öffnungszeiten nonstop vorgeführt.

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