Niederhasli

Die Young Band kennt keine Nachwuchssorgen

Am Konzert zu Weihnachten der Musik­gesell­schaft Niederhasli überzeugte­ die Young Band mit viel Spielfreude und kräftigem­ Klang. Der Verein muss sich keine Sorgen um die Nachwuchs­förderung machen.

Das Weihnachtskonzert der Niederhasler Young Band in der Kirche bot viel Abwechslung.

Das Weihnachtskonzert der Niederhasler Young Band in der Kirche bot viel Abwechslung. Bild: Urs Brunner

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Bis auf den letzten Platz gefüllt ist die reformierte Kirche Nie­der­hasli an diesem Freitagabend beim Weihnachtskonzert. Die vier­köpfige Familie Ondriko aus Niederhasli muss sich ganz hinten mit einem Stehplatz begnügen, was Mutter Jana aber nicht stört. Vater Juraj hält ihr bald zwölf Monate altes Mädchen auf dem Arm.

Gespannt schauen sie nach vorne. Dort steht ihr zehnjäh­riger Sohn Oliver in der ersten Reihe mit seiner Querflöte und zittert seinem ersten Auftritt entgegen. «Dank der Nähe zum Ausgang können wir jederzeit kurz hinausgehen, falls das Töchterchen etwas lauter wird», sagt die Mutter. Gestört hätte das sicherlich niemanden, zumal es gleich von Beginn an fulminant zu und her geht.

Mit einer Waldhorn-Einlage direkt von der Empore herab auf das 200-köpfige Publikum nimmt das Weihnachtskonzert der Musikgesellschaft Nie­der­hasli (MGN) seinen Anfang und lässt die Zuhörer bis zur letzten Minute nicht mehr los vor lauter Staunen und Begeisterung.

Nicht nur die vorgetragenen Musikstücke erhalten einen tosen­den Applaus, auch die vorgetragenen Versli dazwischen erfreu­en die andächtigen Besucherinnen und Besucher in der Kirche.

Musikalische Berg-und-Tal-Fahrt

Ein Oboen-Duo entzückt mit seinem Lied «Das isch de Stern vo Bethlehem» das Publikum ganz besonders. Dann steigt das Tempo­ der Musik. Mit zwei spanischen Liedern, dar­unter das «Feliz Navidad», beweisen die 40 Mitglieder der Young Band zudem­, dass sie auch etwas speziellere Stücke beherrschen. ­Leise und andächtig wird es ­wieder, als mit den Blockflöten das Lied «Zünd es paar ­Liechtli aa» ertönt. So erlebt das Publikum eine musikalische Berg-und-Tal-Fahrt, was die Ge­schwin­digkeit und die Energie der Musik betrifft.

Eine andere Mutter, ebenfalls auf einem Stehplatz, beobachtet, wie ihr elfjähriger Sohn Yannis vorne mitspielt, und das bereits zum dritten Mal am Weihnachtskonzert. «Junge Menschen zwischen 8 und 18 Jahren sind bei uns in der Musikgesellschaft Nieder­hasli willkommen», erklärt spä­ter Tanja Gehrig, Leiterin der Young Band, beim Apéro. Ihre Patentochter Annika ist erst achtjährig und somit das jüngste Mitglied der Musikschule. Sie freut sich ebenfalls sehr über ihren ersten öffentlichen Auftritt. Nach zwei Jahren Musikschule darf sie dann offiziell in die Young Band wechseln. Schülerinnen und Schüler der dritten Oberstufe kommen laut Gehrig dann direkt ins grosse Orchester. «Unsere Mitglieder sind alle aus Nieder­hasli», sagt Gehrig. Während im Unterland andere Musikvereine mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen haben, erfreut sich die MGN eines stetigen Zuwachses.

Rentierschellen und Zugaben

Als sich die Kinder und Jugend­li­chen für das viertletzte Lied kurz sammeln, ahnen die Zuschauer bereits anhand vom Klang der Rentierschellen, was auf sie zukommt. Es ist das Lied «Frosty The Snowman», ein nordamerikanisches Lied aus dem Jahr 1950. Noch weiter zurück liegt die Entstehung des nächsten Liedes, «Heiligste Nacht», das von einem Blockflötenensemble vorgetragen wird. Es stammt von 1783, als es zum ersten Mal in Salz­burg gedruckt wurde.

Beim letzten Lied spielt das ganze Ensemble nochmals das Schweizer Lied «Das isch de Stern vo Bethlehem», was zu den zwei Zugaben «Oh du fröhliche» und «Stille Nacht» führt.

Der zehnjährige Oliver ist nach dem Konzert sichtlich zufrieden. Auf die Frage, weshalb er denn so gerne in der Young Band spiele, leuchten seine Augen. «Es macht einfach Spass, in einer Gruppe zu sein und diese verschiedenen Töne und Klänge zu hören», sagt er. Und das vom Vater Juraj liebevoll Christkind genannte Töchterchen liegt schlummernd in den Armen der Mutter.

Erstellt: 23.12.2018, 17:40 Uhr

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