Dietlikon

Dietliker Katholiken wünschen sich einen eigenen Turm für ihre Glocken

Die katholische Kirche St. Michael in Dietlikon hat weder einen Turm noch Glocken. Das soll sich ändern. An der nächsten Kirchgemeindeversammlung vom 21. November wird über ein entsprechendes Projekt abgestimmt. Ein Informationsanlass am Dienstag stimmte auf das Vorhaben ein.

Der freistehende Glockenturm soll einfach in Form und Grösse sein und in das Gesamtbild passen.

Der freistehende Glockenturm soll einfach in Form und Grösse sein und in das Gesamtbild passen. Bild: Illustration Pierre Illg, meierpartner architekten, Wetzikon

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Bei Trauergottesdiensten in der katholischen Kirche St. Michael in Dietlikon läuten die Glocken der reformierten Kirche des Dorfes. Denn die katholische Kirche hat seit ihrer Errichtung keine Glocken und keinen Turm. «Das ist die erste Kirche, in der ich arbeite, die keine Glocken hat», sagt Reto Häfliger, der Gemeindeleiter von St. Michael. «Das war schon gewöhnungsbedürftig, als ich hier anfing. Wahrscheinlich haben wir auch darum kaum Hochzeiten in unserer Kirche.»

Endlich Glockenstuhl bauen

Die Kirche ist von der Architektur her typisch für die 1960er Jahre mit ihren kubischen Formen. Seit ihrer Errichtung und Einweihung zu Allerheiligen im Jahr 1970 fehlt der Glockenturm, obwohl er in der Bauausschreibung und Baubewilligung enthalten war.

Jetzt hat die Kirchenpflege Wallisellen, der die Pfarrei von Dietlikon zugeordnet ist, ein Projekt angestossen, den Turmbau Glockenstuhl endlich zu realisieren. In der ursprünglichen Baugenehmigung war ein Turm von 28 Metern schon vorgesehen. Das Geld sei wohl ausgegangen und so hatte man die letzte Etappe bis heute nicht realisiert, wie Hanspeter Kündig, Präsident der Kirchenpflege Wallisellen, Dietlikon, Wangen-Brüttisellen vermutet. An einer Informationsveranstaltung am Dienstag stellte er die Ideen zum geplanten Projekt vor.

Das Gelände der katholischen Kirche liegt in der Zone für öffentliche Bauten. Da gelten eigentlich keine Höhenbeschränkungen – und für Kirchenglocken auch keine Lärmauflagen. Ein Bau des geplanten Glockenturms auf die bestehenden Bauten ist aus statischen Gründen nicht möglich.

Die Kirchenpflege möchte jetzt einen freistehenden Turm auf dem Platz vor der Kirche von lediglich rund 18 Metern Höhe bauen mit einer Glockenstube. Damit sollte der Schattenwurf die Nachbargebäude nicht oder kaum betreffen. Die Bauten sind mit der Gemeinde Dietlikon und dem Kantonalen Heimatschutz vorbesprochen und müssen noch in einem ordentlichen Ausschreibungsverfahren genehmigt werden.

Eine Glockenstube bedeutet, dass die Glocken nicht von allen Seiten offen sind, sondern geschützt. Das reduziert den Unterhalt und den Verschleiss der Glockenkonstruktion. Zudem – und das ist wohl von grösserer Bedeutung – trägt er zur Reduktion und Feinregulierung der Lautstärke bei. Beim Projekt wird darauf geachtet, dass der Schall mehrheitlich in Richtung Ost und West getragen wird.

Insbesondere nach Norden hin, wo Häuser in direkter Nachbarschaft zur Kirche stehen, ist der Glockenstuhl zu. «Uns ist es ein Anliegen, offen und transparent über unser Vorhaben zu informieren», betont Hanspeter Kündig.

Unterschiedliche Reaktionen

Kirchengeläut gilt gesetzlich nicht als unverhältnismässige Belästigung. Trotzdem hat die Kirche sich dazu bereits Gedanken gemacht und ein Läutkonzept erstellt, das umschreibt, wann und wie lange die Glocken läuten sollen. Dabei habe man sich am Läuten der reformierten Kirche orientiert. Werktags heisst das, dass die Glocken jeweils um 7, 11 und 19 Uhr läuten sollen. An den Wochenenden ist vor den Gottesdiensten jeweils am Samstagabend und Sonntagmorgen ein Geläute geplant. Ausserordentliches Läuten gibt es zudem bei Hochzeiten, speziellen Messen und Beerdigungen.

Die öffentliche Informationsveranstaltung war schon nach einer knappen halben Stunde zu Ende und es wurden keine Fragen gestellt. Beim anschliessenden Apéro kamen lediglich Gespräche auf im Sinne von «Braucht es das wirklich?» oder «Könnte man das Geld nicht anders sinnvoll einsetzen?».

Am 21. November wird an der Kirchgemeindeversammlung über den Kredit für das Vorprojekt bis und mit Baubewilligung über rund 50 000 Franken abgestimmt. Reto Häfliger meint: «Es wäre schön, wenn zum 50jährigen Jubiläum im Jahr 2020 die Kirchenglocken läuten könnten.»

Erstellt: 04.10.2017, 17:55 Uhr

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