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Digitale Herausforderung zwingt Detailhändler zum Handeln

An einer Veranstaltung von Standort Zürcher Unterland und dem Bezirksgewerbeverband zeigte Ferdinand Hirsig, CEO der Volg-Gruppe, Möglichkeiten auf, den Gefahren, die dem Detailhandel drohen, entgegenzutreten.

Der Detailhandel muss sich Neuerungen gegenüber offen zeigen. Deshalb hält das Onlinegeschäft, wie hier in Wallisellen, auch im Dorfladen Einzug.
Der Detailhandel muss sich Neuerungen gegenüber offen zeigen. Deshalb hält das Onlinegeschäft, wie hier in Wallisellen, auch im Dorfladen Einzug.
Sibylle Meier

Onlineshopping, Grossverteiler und der Einkaufstourismus setzen den Detailgeschäften in den Unterländer Städten und Dörfern zu – der Tante-Emma-Laden ist ohne Anpassungen an neue Trends ein Auslaufmodell. Unter dem Titel «detailhandel – quo vadis?» beleuchtete der CEO der Volg-Gruppe, Ferdinand Hirsig, die Probleme, die auf den detailhandel zugekommen sind und zukommen. Er machte aber auch Mut, sich den Veränderungen zu stellen, und gab persönliche Ratschläge.

Bedürfnisse der Menschenverändern sich nicht

Am Montagabend konnte Stadtrat Ruedi Menzi in der grossen Halle der Vetropack AG rund 100 Unternehmerinnen und Unternehmer begrüssen. Volg-CEO Hirsig stellte am Anfang seines Referates fest: «Alles verändert sich, aber neu ist die rasante Kadenz der Veränderungen.»

Nicht verändert hätten sich die Bedürfnisse der Menschen, sie wollten Beachtung, jemand darstellen und zum Beispiel mit ihrem Namen angeredet werden. Die Digitalisierung setze sich diesen Bedürfnissen entgegen, man treffe sich auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, die aber keine persönlichen Begegnungen ersetzen könnten.

Das Internet und die Digitalisierung ermöglichen täglich zusätzliche Veränderungen. Schätzungen erwarten bis ins Jahr 2050, dass weltweit über 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sind. Auch die grossen Detailhändler rüsten ihre Filialen digital stetig auf. Mit dem Self-Scanning übergibt man den Kunden sogar die Arbeit des Eintippens, das freundliche Lächeln der Kassiererin fällt dafür weg. Und im Ausland gibt es bereits Kleiderprobierkabinen, in denen ein Roboter Empfehlungen abgibt.

Roboterisierung, Uberisierung und Globalisierung haben auch einen Einfluss auf den detailhandel. Verbrauchte Druckerpatronen bestellen selber einen Ersatz. Dazu kommen 3-D-Drucker, die zunehmend Ersatzteile herstellen können.

Sorgen bereitet den Detailhändlern, besonders im Unterland, der Einkaufstourismus. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich für über 10 Milliarden Franken im Ausland eingekauft wird. Unter dem Onlineshopping leidet vor allen die Mode- und Schuhbranche. Regionalisierung ist ein Gegentrend zur Globalisierung.

Etwas besser können als die Grossen

«Die Geschwindigkeit, mit der sich das Einkaufsverhalten ändert, überfordert die Branche, eine langfristige Planung ist nicht mehr möglich, wir müssen eine Nische in der Nähe finden und etwas besser können als die Grossen», stellt Hirsig fest. Die Volg-Gruppe habe den Trend der vollen Digitalisierung bewusst nicht mitgemacht.

Gefordert sei von den Detaillisten aber eine positive Einstellung zu Neuem, Konstanz und zu Veränderungen. «Wir haben im detailhandel auch in einer Welt der permanenten Veränderungen gute Chancen, wenn wir offen für Neues und uns der Grundbedürfnisse der Menschen bewusst sind», ist Hirsig überzeugt.

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