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Diskussionen um Dietliker Ortsplanung könnten Alterswohnungen gefährden

Vertreter der Interessengemeinschaft Ortsmitte Dietlikon (IG OD) diskutierten auf Einladung der SP Dietlikon mit den Initianten des Projektes Nägelihof / Wohnen im Alter darüber, ob Dietlikon am richtigen Ort zur richtigen Zeit plant.

Planung im Fokus: Macht es Dietlikon richtig?
Planung im Fokus: Macht es Dietlikon richtig?
mcp

Die SP Dietlikon hat anlässlich ihrer Mitgliederversammlung zu einer Diskussion eingeladen. Rolf Hartmann, Präsident Stiftung Hofwiesen (Wohnen im Alter) und Rolf Gall von der Interessengemeinschaft Ortsmitte Dietlikon (IG OD) diskutierten unter der Leitung von Geri Schneider, Co-Präsident der SP Dietlikon zum Thema «Plant Dietlikon am richtigen Ort zur richtigen Zeit?».

Geforderte Planung kollidiert mit Alterswohnungen

In ihrer kürzlich eingereichten Initiative verlangt die IG OD, dass die Gemeinde eine Leitplanung zur Ortsmitte ausarbeitet. Damit soll unter Einbezug von Fachleuten und Bevölkerung eine gesamtheitliche Vision der Raumplanung zwischen Bahnhof, Badi und Alterszentrum entwickelt werden.

Die Stiftung Hofwiesen will so rasch als möglich eine weitere Etappe Alterswohnungen, den Nägelihof, bauen. Der Bezug der neuen Wohnungen ist im Jahr 2020 vorgesehen. Der Bedarf ist gemäss der Stiftung ausgewiesen, besteht doch eine Warteliste von rund 20 potenziellen Bewohnern. Als Mieter im Erdgeschoss ist die Spitex vorgesehen.

Das Geschäft über das Baurecht für den Neubau Nägelihof am Standort vor dem Alterszentrum Hofwiesen war eigentlich schon für die Gemeindeversammlung im Juni traktandiert. Das Traktandum wurde mittlerweile auf September verschoben, weil Gemeinderat und Stiftung noch einige Details klären müssen. Zeitgleich kommt vermutlich neu auch die Initiative der IG OD zur Abstimmung.

Jetzt befürchtet die Stiftung, dass die Alterswohnungen nicht wie geplant realisiert werden könnten, wenn eine Leitplanung von der Stimmbevölkerung gutgeheissen wird. Das könnte bedeuten, dass das Projekt Nägelihof zwei bis drei Jahre warten muss.

Ein Alternativstandort hinter dem Alterszentrum Hofwiesen, wie ursprünglich vorgesehen, wurde vom Gemeinderat bereits abgewiesen. «Beim neuen Standort Nägelihof ist eine Nutzung im Parterre zwingend», sagt Rolf Hartmann. Durch die Mieteinnahmen von der Spitex und die vorhandenen Stiftungsgelder könne auch ein günstiger Mietzins für die Wohnungen geplant werden. So seien die Alterswohnungen auch für Personen mit Ergänzungsleistungen tragbar.

Spitex braucht mehr Platz und ein neues Zuhause

Die Anbindung an das Alterszentrum und die Spitex ermögliche kurze Wege und die Bildung einer Gemeinschaft. Geri Schneider, nebst Moderator auch Präsident der Spitex Glattal stellte klar, dass die Spitex unbedingt neue Räume brauche. Sollte der Nägelihof nicht realisiert werden, müsse umgehend ein anderer Standort gesucht werden. Die bisherigen Räume im Bertea-Treff seien zu klein und somit würden die Mieteinnahmen bei der Gemeinde demnächst sowieso wegfallen.

Marcel Looser, Schulpräsident, wies darauf hin, dass der Standort Nägelihof eigentlich auch als Raumreserve für die Bibliothek oder andere Nutzungen wie Kita und Spitex vorgesehen war und nicht für Alterswohnungen. Die Bibliothek im Schulhaus Dorf wurde so konzipiert, dass mit wenig Aufwand darin zwei weitere Schulzimmer eingerichtet werden können, wenn die Schülerzahlen steigen.

Vertreter der IG OD betonten, dass es nie darum ging, die Alterswohnungen zu torpedieren. Es stellten sich bloss Fragen: Warum soll der Bau VOR dem Zentrum und nicht hinten realisiert werden? Warum braucht es die Spitex als Mieter? Warum baut man Alters- und keine Familienwohnungen? Nach der Diskussion zeigte sich auch, dass die Vertreter der IG wahr genommen haben, wie ernsthaft die Stiftung sich um eine tragbare Lösung für die Alterswohnungen bemühe. Nur wolle man eben eine Gesamtsicht.

Die Diskussion ging dann auch noch um den Wunsch nach einem multifunktionalen Raum in der Ortsmitte und um die Verkehrsentwicklung. «Eine Leitplanung ist ein Führungsinstrument. Nur schon die Verkehrsfrage wegen dem Bahnübergang muss mit einer Gesamtsicht geklärt werden», sagt Rolf Gall.

Inzwischen hat der Gemeinderat beschlossen, am 3. Juli eine Informationsveranstaltung zur Bauplanung in Dietlikon zu organisieren.

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