Rümlang

Drei Rehe innert Tagen gerissen

In Rümlang sind innert weniger Tage drei Rehe das Opfer von Hundeattacken geworden. Eine solche Häufung ist aussergewöhnlich. Ob es derselbe Hund war, steht nicht fest.

Die angefressenen Hinterläufe der gerissenen Rehe und die entsprechenden Zahnabdrücke zeigen deutlich, dass der Übeltäter ein Hund ist.

Die angefressenen Hinterläufe der gerissenen Rehe und die entsprechenden Zahnabdrücke zeigen deutlich, dass der Übeltäter ein Hund ist. Bild: PD

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Es ist das Dorfgespräch zurzeit in Rümlang. Drei Rehe wurden in den letzten Tagen Opfer eines Hundebisses. Am 28. August, am 3. September und zuletzt vorgestern ist jeweils ein Reh gerissen worden. Die Fundorte der Kadaver liegen nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt – auf der Weide eines Landwirtschaftsbetriebs. Während das erste Reh am ­selben Tag aufgefunden wurde, an dem es gerissen worden war, lag das zweite tote Tier für längere Zeit unentdeckt auf einer ­Weide am Waldrand. Die Füchse haben es angefressen und regelrecht ausgehöhlt.

«Eine solche Häufung von gerissenen Tieren ist aussergewöhnlich», sagt Raphael Hegglin, Obmann der Jagdgesellschaft Rümlang. Es lasse sich allerdings nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob in allen drei Fällen der­selbe Hund verantwortlich sei. «Die ganze Sache ist für uns ein Rätsel», sagte er. So könne es sich zum Beispiel um ein streunendes Tier handeln oder einen Hund, der von zu Hause weggelaufen ist. Vor einigen Jahren hätte man schon einmal mit einem aus­gebüxten Hund zu tun gehabt, der wild im Wald gelebt habe.

Die Polizei ermittelt

Nicht auszuschliessen ist aber auch, dass jemand beim Spazieren seinen Hund nicht an die Leine nimmt und dieser die Rehe ­tötet. Unbestritten ist zumindest, dass der Übeltäter ein Hund sein muss. Einerseits sehe man es den angefressenen Hinterläufen an, andererseits an den Zahnabdrücken unter dem Fell, sagt Hegglin. Die Jagdgesellschaft Rümlang hat deshalb bei der Polizei eine Strafanzeige gegen unbekannt gemacht. Diese hat bereits DNA-Spuren gesichert.

«Eine solche Häufung von gerissenen Tieren ist aussergewöhnlich.»Raphael Hegglin, Obmann Jagdgesellschaft Rümlang

Hegglin hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, um dem oder den Hunden auf die Schliche zu kommen. Hinweise nimmt die Polizei oder der Jagdaufseher entgegen. Auch wer ein gerissenes Reh antrifft, sollte dies sofort melden. Die Tiere seien nach dem Hundebiss meist noch nicht tot und sollten so schnell wie möglich von ihren Schmerzen erlöst werden.

Laut Hegglin liegt der letzte Fall von gewilderten Tieren im Jagdrevier Rümlang rund fünf Jahre zurück. Es würden aber auch nicht alle gewilderten Rehe aufgefunden.

Nicht der erste Fall dieses Jahr

Im Unterland gab es dieses Jahr schon einmal ein Problem mit wildernden Hunden. Diesen Mai sind im Hardwald bei Bassersdorf zwei Rehe das Opfer von Hundeattacken geworden. Der erste der beiden Funde war für den verantwortlichen Jagdaufseher Peter Grieder besonders schlimm gewesen: «Es hat sich dabei um eine hochträchtige Geiss gehandelt, welche wohl zwei fast ausgewachsene Föten in sich trug.»

Im Hardwald habe das Problem mit den gerissenen Tieren über die Jahre zugenommen. In der Jagdsaison letztes Jahr sind sieben von insgesamt nur rund 100 Rehen durch Hunde zu Tode gekommen. Auch kantonsweit ist das Problem bekannt. 107 Rehe sind gemäss dem kantonalen Amt für Jagd und Fischerei im Jagdjahr 2017 Hunden zum Opfer gefallen.

Hunderisse sind kein Kavaliersdelikt. In den meisten Fällen wird Anzeige erhoben, und es kommt zu einer Verurteilung. Die Bussen sind ziemlich hoch und können 1000 Franken übersteigen. Zudem muss auch der Wert des Tieres erstattet werden. Weiter kann der Hundehalter schriftlich verwarnt werden, und im Wiederholungsfall könnte sein Hund sogar zum Abschuss frei­gegeben werden. Laut dem Amt für Jagd und Fischerei ist das in den letzten 14 Jahren noch nie vorgekommen.

Erstellt: 26.09.2018, 16:32 Uhr

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