Eishockey

Dreimal Marchon für den Dreier

Kloten hält sich dank des 3:1 in Pruntrut gegen Ajoie auf Platz 1 der Swiss League - drei Punkte vor dem ersten Verfolger, der jetzt Olten heisst.

Der EHC Kloten gewinnt das Spitzenspiel im Jura und bleibt Leader der Swiss League. Die Klotener Verteidiger Simon Kindschi (Nummer 47) und Fabian Ganz (Nummer 11) im Kampf um die Scheibe.

Der EHC Kloten gewinnt das Spitzenspiel im Jura und bleibt Leader der Swiss League. Die Klotener Verteidiger Simon Kindschi (Nummer 47) und Fabian Ganz (Nummer 11) im Kampf um die Scheibe. Bild: Mauricette Schnider

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Die Welle, die Marc Marchon mit den Klotener Fans in der Patinoire Voyebeouf produzieren wollte, scheiterte an der fehlenden Aufmerksamkeit der Anhänger. Per Hanbergs Verbeugung vor den mitgereisten Hardcore-Fans dagegen passte. Es war der Dank des Trainers des Swiss League-Leaders für die Unterstützung. Kloten hat einen weiteren Test bestanden und das dritte Spitzenspiel in den letzten vier Partien gewonnen (und auch den Match gegen Aufsteiger Sierre).

Und hat sich so auf Position 1 behauptet, die seit dem Dienstag definitiv den Zürchern gehört. Am Dienstag bezog Ajoie, die ehemalige Nummer 1, eine Niederlage in Visp. Und da die Jurassier auch gegen Kloten ohne Punkte blieben, rutschten sie mit der dritten Niederlage aus den letzten vier Spielen auf Rang 5 ab. So lange Ajoie noch im Cup dabei ist, sind solche Ausrutscher für die Anhänger entschuldbar - denkt man in Pruntrut. Lausanne wurde im Cup ausgeschaltet, dann die ZSC Lions - und am Sonntag kommt im Halbfinal Biel.

Der Match gegen die ZSC Lions fand vor noch nicht einmal zwei Wochen statt. 6:3 siegte der damalige Swiss League-Leader. Kloten könnte sich auf den 3:1-Sieg vom Samstag also etwas einbilden, weiss aber selber, dass solche Vergleiche selten taugen. Doch Kloten kann sich durchaus etwas einbilden auf die Leistung vor knapp 2000 Zuschauern. Als Leader sitzt man um einiges lieber am Weihnachtsessen beisammen als in den drei Jahren zuvor, in denen Kloten sich Schritt für Schritt dem Abstieg und nächsten Enttäuschungen annäherte.

Marchons Premiere

Einer erfreute sich besonders guter Laune. Marc Marchon. Der 24-jährige Flügel schoss in Pruntrut alle drei Klotener Tore. Das erste in der vierten Minute mit einem Ablenker, diese Führung gab seinem Team die Ruhe. Das zweite in der 59. Minute, nur 92 Sekunden vor Beginn einer möglichen Verlängerung und - mindestens so wichtig - nur 57 Sekunden nach dem Ausgleich Ajoies zum 1:1. Knellwolf leistete die wichtige Vorarbeit. Das dritte war das einfachste, nach 59:57 war der Puck drin im leeren Ajoie-Tor.

«In der Juniorenzeit habe ich mehrere Spiele mit drei Toren gehabt, aber seit ich in der National League oder in der Swiss League spiele, war das mein erster Hattrick»Marc Marchon, Stürmer EHC Kloten

«In der Juniorenzeit habe ich mehrere Spiele mit drei Toren gehabt, aber seit ich in der National League oder in der Swiss League spiele, war das mein erster Hattrick», klärte der Flügel auf. «Wir haben die Gegner extrem gut kontrolliert. Und als wir im Mitteldrittel unter Druck gerieten, hat Nyffeler uns sehr viel geholfen. »Der Goalie tat das nicht nur mit seinen Paraden, sondern auch mit einem Timeout». Just in dem Moment, als Ajoie am meisten drückte, hatte sich offenbar bei Nyffeler eine wichtige Schnur an der Hose gelöst … Kloten konnte durchatmen.

Nur 1,85 Gegentore pro Spiel

Per Hanberg war erneut glücklich über eine sehr starke Defensiv-Leistung. «Ajoie konnte gegen uns keinen Powerplay-Treffer erzielen, sonst treffen sie in Überzahl meistens.» Und auch die Linie mit Devos konnte sich nicht so richtig entfalten. «Wir haben seine Kreise gut gestört.» Er weretete diesen zweiten Sieg in Pruntrut - der erste war im Penaltyschiessen zustande gekommen - als «mental sehr gut, er kann die Moral im Team weiter anheben».

Ohne David Stämpfli, der die erste von drei Spielsperren absass, hatte Kloten nur gerade sechs Verteidiger im Einsatz. Die reichten, um erneut die Anzahl Gegentore auf einem absoluten Minimum zu halten. 50 sind es nach 27 Partien oder pro Match 1,85 - das ist ein exzellenter Wert. Der ist von enorm grösserer Bedeutung als am meisten Tore geschossen zu haben.

In dieser Woche der Nationalteampause trainiert Kloten normal weiter bis am Wochenende. An dem haben die Spieler frei. Morgen in einer Woche erfolgt der Wiedereinstieg in die Meisterschaft mit dem Heimspiel gegen die GCK Lions.

Erstellt: 08.12.2019, 00:03 Uhr

Telegramm

Ajoie - Kloten 1:3 (0:1, 0:0, 1:2)

Voyeboeuf. - 1989 Zuschauer. - SR Gäumann, Potocan; Pitton/Baumgartner. - Tore: 4. Marchon (Kindschi, Forget) 0:1. 58. (57:31) Hazen (Devos) 1:1. 59. (58:28) Marchon (Knellwolf) 1:2. 60. (59:57) Marchon (ins leere Tor) 1:3. - Strafen: 3-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Hazen) gegen Ajoie, 4-mal 2 gegen Kloten. - Ajoie: Wolf; Ryser, Pouilly; Casserini, Birbaum; Hauert, Dotti; Prysi; Hazen, Devos, Schmutz; Huber, Privet, Joggi; Macquat, Frossard, Muller; Staiger, Mäder, Thibaudeau. - Kloten: Nyffeler; Back, Harlacher; Kindschi, Ganz; Grossniklaus, Steiner; Sturny, Sutter, Obrist; Truttmann, Forget, Marchon; Figren, Faille, Knellwolf, Krakauskas, Lemm, Füglister. - Bemerkungen: Kloten ohne Stämpfli (gesperrt), Lehmann, Kellenberger, Kälin (verletzt).

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