Gubristtunnel

In zwei Jahren erfolgt der Tunneldurchstich

Ein Besuch auf der Tunnelbaustelle am Gubrist zeigt, mit welch grossem Aufwand an der dritten Röhre gearbeitet wird. Am 26. Mai darf auch die Bevölkerung die riesige Baustelle im Untergrund besichtigen. Am Portal in Regensdorf geht es dann schon über 340 Meter weit in den Tunnel hinein.

Noch müssen sich schwere Maschinen durch drei Kilometer Gestein arbeiten. Die Eröffnung der dritten Röhre ist auf das Jahr 2022 geplant.
Video: CA-Media

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Tief im Berg drin verstärkt sich der Maschinenlärm zu einem einzigen lauten Brummen. Jetzt ist man froh um die Funkkopfhörer, welche die Stimme von Roland Hug verstärken. Er ist Projektleiter der dritten Autobahnröhre am Gubrist und führt die geladene Journalistenschar an diesem Morgen ganz nah an die Tunnelbrust. Diese markiert das Ende des bisher ausgebrochenen Stollens. 340 Meter weit sind die Arbeiter bisher in den Berg vorgedrungen.

Ohne die nützlichen Gummiknöpfe im Ohr würden die Erklärungen des Projektleiters nun komplett im Lärm untergehen. Denn nebenan bewegt sich langsam, aber stetig der Arm einer Teilschnittmaschine hin und her. Die rotierenden Stahlmeissel raspeln scheinbar ganz leicht eine Menge Geröll ab und wirbeln viel Staub auf.

Über zehn Prozent geschafft

Am Dienstagmorgen hatte das Bundesamt für Strassen (Astra) zum ersten Baustellenrundgang seit dem Beginn des neuerlichen Tunnelbaus am Gubrist geladen. In einem halben Jahr haben die Arbeiter nun bereits mehr als elf Prozent des 3,3 Kilometer langen Tunnels herausgeraspelt. Insgesamt sind hier 120 Angestellte im Dreischichtbetrieb von Montag bis Samstag rund um die Uhr im Einsatz. Etwa 100 von ihnen schlafen in Baracken am Portal bei Regensdorf.

«Der Untergrund besteht aus Mergel und Sandstein und ist hier noch nicht genügend kompakt. So müssen wir mit dem Sprengvortrieb noch zuwarten», erklärt Hug. Momentan schafft man sechs Meter Vortrieb pro Tag. Mit maximal viereinhalb Kilo Sprengstoff pro Zündung dürfte es bald schneller vorwärtsgehen. Insgesamt ist die Rede von 6000 Sprengungen bis zum Durchstich. Dieser soll bereits im Winter 2019/20 erfolgen.

Der Gubrist stelle ansonsten keine besonderen geologischen Herausforderungen an die Tunnelbauer, hört man. «Hier drinnen ist alles trocken», ruft Hug in sein Mikrofon und deutet mit der Hand auf das Ausbruchmaterial ganz vorne und zeigt auch auf den Boden. Wassereinbrüche würden die Arbeiten hier sonst erheblich erschweren.

Nirgends ein so grosses Loch

So liegt das Augenmerk der Verantwortlichen mehr auf der Beseitigung der staubigen Luft. Zwei dicke Schläuche saugen ganz vorne auf beiden Seiten die dreckige Luft ab, während an der Tunneldecke ein ebenso grosser Schlauch die Frischluftzufuhr sicherstellt. Was man im schummrigen Licht an der Vortriebsfront erkennen könne, sei im Fall nur die Hälfte des künftigen Tunnelquerschnitts, gibt der Projektleiter zu bedenken. Während das Bauwerk punkto Länge keine neuen Massstäbe setzen wird, tut es die dritte Röhre am Gubrist jedoch in Sachen Volumen.

Durch keinen Berg der Schweiz hat man bislang ein so grosses Loch mit rund 15 Metern Durchmesser getrieben wie durch die Mergel- und Sandsteinschichten zwischen Regensdorf und Weiningen. Dreispurig, nicht wie in den alten Tunnelröhren nur zweispurig, soll der Verkehr hier ab 2022 rollen.

Was mit dem vielen Ausbruchmaterial von so einer Riesenröhre passiert, zeigt Roland Hug draussen. Etwa einen halben Kilometer vom Portal entfernt wurde dafür ein provisorischer Verladebahnhof eingerichtet. Bis zu dreimal täglich bringt ein Güterzug jeweils 1000 Tonnen Ausbruchmaterial nach Wildegg im Aargau, wo eine Deponie aufgefüllt wird. «So können wir etwa 160 000 Lastwagenfahrten einsparen», sagt der Projektleiter zufrieden. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.05.2018, 14:37 Uhr

Infobox

Tag der offenen Baustelle:Samstag, 26. Mai, 10–16 Uhr, Infopavillonin Regensdorf, mit Tunnelbesichtigung. www.nordumfahrung.ch.

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