Bülach

«Durch den Sommerschnitt kann der Baum neue Früchte aufbereiten»

Der Gartenobstbauverein Bülach und Umgebung (GOBVB) hat in der Obstanlage im Weiler Nussbaumen gezeigt, wie man Obstbäume pflegt und gegen Schädlinge wie Baumwanzen oder Blattläuse schützt.

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Im idyllisch gelegenen Weiler Nussbaumen scheint die Zeit stillzustehen. Prächtige Gärten, meterhohe Sonnenblumen, neugierige Pferde und eine Katze auf Mäusejagd – ein Ort zur Erholung, wie es scheint. Doch für einmal trügt die Ruhe. In der Obstanlage trudeln am Donnerstag nach und nach 35 interessierte Besucher ein. Viele von ihnen sind Mitglieder des Gartenobstbauvereins. Sie alle wollen Tipps einholen zum perfekten Schnitt und zur Pflege von Obstbäumen. Bei den drei Fachmännern Rolf Dietiker, Othmar Kern und dessen Sohn Ueli sind sie an der richtigen Adresse.

Othmar Kern zeigt eine Birne, welche von einer Wespe oder einem Vogel angepickt wurde. Dagegen helfe rechtzeitiges Spritzen. Auch auf Frostschäden an Birnen, erkennbar durch die braunen Stellen, weist er hin. Bei einem Apfel sind deutliche Einbuchtungen erkennbar. Diesmal war die asiatische Baumwanze der Übeltäter. «Diese Baumwanzen lassen sich kaum bekämpfen», bestätigt Kern. Er hält einen Zweig mit Schäden von Blutläusen in die Höhe – «daraus entsteht der sogenannte Blutlauskrebs».

Sonne für die Früchte

Nach dem theoretischen Teil geht es ans Praktische. Die drei Fachmänner zeigen anhand von Äpfel-, Birn- und Kirschbäumen, warum und wie ein Sommerschnitt durchgeführt wird. Othmar Kern nimmt sich den Äpfeln an, schneidet grosszügig Ruten ab, selbst wenn noch Früchte daran hängen. «Die Äpfel sollen möglichst gut an die Sonne kommen, doch Achtung vor dem ‹Sonnenbrand› bei allzu heissen Temperaturen.» Er zückt routiniert die Baumschere, schneidet einjährige Triebe hinaus. Ruten, welche aufwärts zeigen, lässt er stehen.

Unterdessen gibt Ueli Kern Tipps rund um Kirschbäume. «Am besten schneidet man diese gleich nach der Ernte zurück.» Zwick, zwack – ein Ast nach dem anderen fällt der Baumschere zum Opfer. Emil Maag aus Bachenbülach möchte einen abgeschnittenen Zweig als Beispiel eines fachmännischen Schnitts mit nach Hause nehmen. «Diese Tipps heute sind sehr hilfreich.»

Weniger Obst als letztes Jahr

Baumschnitt-Spezialist Rolf Dietiker kümmert sich um die Birnen Sorte Kaiser Alexander. «Wir haben weniger Obst als letztes Jahr», stellt er fest. Auch bei den Birnbäumen geht es darum, durch richtiges Schneiden dem Baum mehr Kraft zu geben. «Durch den Sommerschnitt verwächst er schöner und kann wieder neue Früchte aufbereiten.» Die Fruchtaugen solle man unbedingt stehen lassen. Wer möchte, darf gleich vor Ort zur Schere greifen und das erworbene Wissen anwenden. Bis die Birnen reif sind, dauert es noch rund einen Monat.

«Die Äpfel sollen möglichst gut an die Sonne kommen, doch Achtung vor dem ‹Sonnenbrand› bei allzu heissen Temperaturen.»Othmar Kern

Die Bülacherin Regula Hörner ist langjähriges Mitglied des Vereins und kommt wenn immer möglich zu den Schnitt-Demonstrationen. «Ich habe einen Kirsch- und einen Birnbaum zuhause, bin aber unsicher, wie ich diese schneiden soll.» Jedes Mal lerne sie bei einem solchen Anlass Neues dazu und erhalte viele Tipps. «Morgen nehme ich die Gartenschere in die Hand und mache mich an die Arbeit.»

Nach all den wertvollen Informationen und Tipps sitzen die Gäste im Garten der Familie Kern gemütlich zusammen. Bei Würsten und Pouletschenkeln vom Grill, begleitet von frisch gebackenem Brot, lässt es sich noch lange fachsimpeln. Und natürlich darf der frisch gepresste Apfelsaft nicht fehlen.

Erstellt: 09.08.2019, 17:06 Uhr

Im Internet

Informationen zum Verein unter www.gobvb.ch

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