Eglisau

Eglisauer fängt Riesen-Wels

Werner Glauser fischt bereits seit seiner Kindheit. Doch nun hat er den vielleicht grössten Fang seines Lebensgemacht. Unterhalb der Tössegg hat er einen 185 Zentimeter grossen und 41 Kilogramm schweren Wels an Land gezogen.

Rund anderthalb Stunden benötigte der Eglisauer Hobbyfischer Werner Glauser, um den imposanten Riesenwels  in seinen Weidling zu holen. Dabei war viel Feingefühl gefragt.

Rund anderthalb Stunden benötigte der Eglisauer Hobbyfischer Werner Glauser, um den imposanten Riesenwels in seinen Weidling zu holen. Dabei war viel Feingefühl gefragt. Bild: zvg

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Eigentlich wollte Werner Glauser bereits umkehren. Der 51-Jährige Eglisauer war an diesem ruhigen Abend mit einem Freund auf dem Rhein unterwegs. Doch da biss plötzlich ein Fisch zu. Und was für einer: Glauser hatte einen 185 Zentimeter langen und 41 Kilogramm schweren Wels am Haken. «Wie gross der Fisch war, habe ich erst erkannt, als er nah am Boot war», erzählt der Hobbyfischer.

Denn der Wels habe sich nicht sonderlich gewehrt. «Wenn er gewollt hätte, hätte er die Fäden zum Reissen bringen können», weiss der Eglisauer. Er vermutet, dass es am Alter des Fisches gelegen haben könnte.Dennoch dauerte es seine Zeit, bis der Wels im Boot war. Nämlich ganze 1,5 Stunden. Der Fischer musste dabei ganz behutsam vorgehen, wollte er nicht, dass die Fäden reissen.

Nicht ganz einfach war es auch, den riesigen und glitschigen Brocken aus dem Wasser zu heben. Beide Männer mussten dazu kräftig anpacken. «Man muss dem Wels dabei ins Maul greifen. Anders geht es nicht.»

Widersehen mit einem alten Bekannten?

Als erstes prüfte Glauser, ob es sich beim Wels um einen alten Bekannten handelte. Denn sein Vater hatte bereits vor acht Jahren einen so grossen Kerl an der Angel. Doch der Wels leistete heftigen Widerstand, bis die Angelrute schliesslich brach. Der Riese schwamm davon und ward nie wieder gesehen. Ist er nun wieder zurückgekehrt? Der Eglisauer kann es nicht mit Sicherheit sagen. Im Maul fand er auf jeden Fall keinen Haken.

Werner Glauser besitzt die Pacht für den Abschnitt 31 des Rheins. Das ist der Abschnitt von der Eglisauer Strassenbrücke bis zur Tössegg. Bereits als kleiner Bub begleitete er seinen Vater zum Fischen und die Leidenschaft ist bis heute geblieben. Früher zog er vor allem Zander, Hechte und Forellen aus dem Wasser. Dass sich in seinem Pachtabschnitt so grosse Welse herumtummeln, sei eine neuere Erscheinung. In anderen Gebieten wie in Rheinau oder am Bodensee seien aber schon grössere Welse gesichtet worden.

Um den Raubfisch ranken sich Räubergeschichten

Unter den Fischern sei man froh, wenn wieder ein so grosser Brocken an Land gezogen wurde. Denn der grösste Süsswasserfisch Europas, der bis zu 80 Jahre alt werden kann, sei auch ein ziemlicher Raubfisch, der grosse Mengen an Aalen und Fischen vertilge. Selbst kleinere Enten und Haubentaucher seien nicht sicher vor ihm. «Es kursieren sogar Räubergeschichten, wonach ein Wels einen Dackel geschnappt haben soll.» Sei ein grosser Wels gefischt, dann hätten Jungfische wieder bessere Überlebenschancen.

Seinen grossen Fang hat Glauser mittlerweile gemetzget. Der Fisch gab rund neun Kilogramm Fleisch her. Einen Teil davon habe er unter Freunde und Verwandte verteilt. Den Rest werde er nun selbst nach und nach verspeisen. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 10.08.2017, 17:25 Uhr

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