Flughafen

Festtag im Kloster statt Trump-Landung

Pater Werlen, der frühere Abt des Klosters Einsiedeln, reagiert auf Twitter humorvoll auf die Ankündigung der Landung der Airforce One.

Amerikanische Regierungsmaschinen locken - wie hier in Genf - Zuschauer an. Aber man könnte auch ein Kontrastprogramm anstreben.

Amerikanische Regierungsmaschinen locken - wie hier in Genf - Zuschauer an. Aber man könnte auch ein Kontrastprogramm anstreben. Bild: Olivier Vogelsang

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Der Flughafen Zürich informierte heute per Tweet darüber, wann die Air Force One mit Präsident Trump an Bord voraussichtlich landen wird:

Die Mitteilung wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Wie schon vor zwei Jahren ist damit zu rechnen, dass die Landung wieder eine Vielzahl Schaulustiger an den Flughafen locken wird.

Pater mit unschuldiger Idee

Eine Antwort auf die Ankündigung des Flughafens regte indes zum Schmunzeln an:

Das Twitterhandle @MoenchMartin gehört Pater Martin. Martin Werlen war als @AbtMartin schon früher auf Twitter bekannt, als er noch Abt des Klosters Einsiedeln war. Er hatte über 9300 Follower und veröffentlichte über 5700 Tweets. Seit seinem Rücktritt ist er unter dem neuen Handle auf Twitter aktiv.

Nun schlägt er eine Alternative zur Beobachtung der Landung der Air Force One vor. Am 21. Januar behen das Kloster und der Bezirk Einsiedeln nämlich das Hochfest des heiligen Meinrad. 70 Jahre nachdem Meinrad ermordet wurde, entstand das Kloster um die kleine Kapelle herum, in welche sich Meinrad zu seinen Lebzeiten zurückgezogen hatte. Das Dorf hiess deshalb ursprünglich auch nicht Einsiedeln, sondern Meinradszell.

Auf Anfrage gibt sich Pater Werlen diplomatisch. Er habe lediglich die Ankündigung des Flughafens Zürich gesehen und einen Vorschlag gemacht, sagt er lediglich, wenn auch mit Schalk in der Stimme. Ob und inwiefern er seinen Tweet als Kritik am WEF, am Rummel um Trump oder an der Faszination für Flugzeuge verstanden haben will, darüber schweigt er gefliessentlich. Klar ist aber: Sein Tweet markiert eine willkommene Abwechslung in der Berichterstattung rund um mächtige Wirtschaftskapitäne, Staatsoberhäupter und VIPs in Davoser Luxushotels. Abzuwarten bleibt nun, wie viele seinem Vorschlag folgen werden und morgen statt auf die Besucherterrasse nach Einsiedeln reisen. Wer weiss, vielleicht hat sein Tweet so viel Erfolg, dass sich das Kloster nächstes Jahr auch Gedanken um ein Sicherheitsdispositiv machen muss.

Erstellt: 20.01.2020, 18:04 Uhr

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