ZUgespitzt

Ein bisschen Spass muss sein

In der Kolumne «ZUgespitzt» greifen die ZU-Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf. Heute ärgert sich Flavio Zwahlen über die Vorschriften am Katzensee.

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Endlich Frühling! Gerne denke ich ans vergangene Wochenende zurück. Am Sonntag streifte ich mir zum ersten Mal in diesem Jahr die Badehosen über und machte mich auf den Weg zum Katzensee. Mit dabei: Gummiböötli, Sonnencreme und meine besten Freunde: Was will man da noch mehr. Die Seebadi, die eigentlich erst am 10. Mai öffnet, war bereits rappelvoll. Es wunderte mich aber nicht, dass sich nur wenige Leute ins Wasser wagten. Dieses ist zurzeit gerade mal 10 Grad warm. Umso vehementer verfolgte ich meinen Plan, mit dem Gummiböötli eine Runde auf dem verlassenen See zu drehen.

Zwei Stunden verbrachten wir auf unserem Böötli, tranken Bier und hörten Musik. Dabei wurden wir das Gefühl nicht los, kleine Neil Armstrongs zu sein. Er betrat im Juli 1969 als erster Mensch den Mond, wir eroberten im April 2018 als erste Schifffahrer den Katzensee.

Was wir da noch nicht wussten: Zwei Rangerinnen des Naturschutzvereins Regensdorf und Umgebung waren uns dicht auf den Fersen. Eingekleidet in beigen Overalls und ausgerüstet mit Feldstecher und Kamera schauen sie, dass die Regeln auf und um den See eingehalten werden. Was wir nämlich nicht wussten: Der Katzensee ist ein Schutzobjekt von nationaler Bedeutung.

Und so kam es wie es kommen musste. Als wir uns dem Ufer näherten erwarteten uns die Rangerinnen bereits und verlangten, dass wir den See auf der Stelle (zufälligerweise direkt beim FKK-Strand) verlassen. Glücklicherweise war ich tiefenentspannt. Ich entschied mich, sehr anständig mit den beiden Aufseherinnen zu sein. Ich wusste ja wirklich nicht, dass ich gegen die Regeln verstossen hatte.

Wir kamen mit einer Verwarnung davon. Im Nachhinein erfuhr ich aber von meinen Freunden, dass die beiden während des Gesprächs unauffällig Fotos von uns gemacht hatten, als wir mit ihnen am Ufer standen. Das ist nicht die feine Art, vor allem weil wir ja unser Fehlverhalten widerstandslos eingestanden hatten.

Zuhause informierte ich mich. Tatsächlich: Gummiböötli und Luftmatratzen sind auf dem Katzensee nicht erlaubt. Das Argument der Rangerin: «Sonst wäre der ganze See voll damit.» Für mich ist das nicht verständlich. Ob die Leute zum Baden eine Luftmatratze mitnehmen oder nicht, ist den Tieren und Pflanzen sicherlich egal. Ausserdem sind es vor allem die umliegenden Flachmoore, die schützenswert sind. Dort ist Böötlifahren sowieso nicht möglich.

Schade, dass wir nur unter strengen Auflagen im Katzensee baden dürfen. Zum Glück gibts genügend Flüsse in unserer Region, sonst hätte ich mein Gummiböötli umsonst gekauft. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.04.2018, 16:25 Uhr

ZU-Redaktor Flavio Zwahlen

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