Wehntal

Ein Ja an der Urne bedeutet noch keine Fusion

In Oberweningen und Schöfflisdorf wird über die Ausarbeitung eines Zusammenschlussvertrags abgestimmt. Damit könnten die Weichen für eine Fusion gestellt werden.

Der Bahnhof Schöfflisdorf-Oberweningen trägt bereits den Namen einer möglichen fusionierten Gemeinde.

Der Bahnhof Schöfflisdorf-Oberweningen trägt bereits den Namen einer möglichen fusionierten Gemeinde. Bild: Archiv

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In gut drei Wochen haben die Stimmberechtigten aus Oberweningen und Schöfflisdorf Gelegenheit zu entscheiden, ob eine Zusammenschlussvertrag für die beiden Gemeinden ausgearbeitet werden soll. Diese Abstimmung basiert auf zwei identischen Initiativen von Erich Meierhofer aus Oberweningen und Walter Bickel aus Schöfflisdorf, welche die Ausarbeitung eines solchen Vertrags fordern. Die Exekutiven beider Gemeinden hatten die Initiativen für gültig erklärt (der ZU berichtete).

Der beleuchtende Bericht für die Urnenabstimmung vom Sonntag, 20. Oktober, ist in die Haushaltungen verteilt worden. Beide Exekutiven empfehlen die Einzelinitiative zur Annahme.

Möglichkeiten werden im Vertrag aufgelistet

Folgt das Stimmvolk dem Antrag der Gemeinderäte, ist das erst der Anfang in Richtung Fusion. Bis ein Zusammenschluss Realität wird, braucht es weitere Schritte. Ist der Vertrag ausgearbeitet, stimmt der Souverän voraussichtlich in einem Jahr darüber ab. Wird der Vertrag gutgeheissen, geht es darum, eine neue Gemeindeordnung zu schaffen, die ebenfalls vom Volk genehmigt werden muss. Erst wenn diese angenommen ist, gelten die beiden Gemeinden als fusioniert.

Für den Oberweninger Gemeindepräsidenten Richard Ilg (parteilos) böte eine Gemeinde, die aus den beiden eigenständigen Dörfern entstehen könnte, etliche Vorteile. «Ich bin überzeugt davon, dass die Abläufe auf der Verwaltung optimiert würden», sagt er. «Bei Abwesenheiten zum Beispiel, können interne Lösungen gefunden werden. Die Einstellung eines Springers entfällt.» Auch die Behördentätigkeit würde vereinfacht, da es nur noch einen Gemeinderat braucht.

Bevölkerung würde profitieren

Im beleuchtenden Bericht sind Stärken und Schwächen einer möglichen Fusion aufgelistet. Bürgernähe und überschaubare Verhältnisse würden bei der jetzigen Form der Eigenständigkeit als positiv empfunden. Eine Vereinfachung und Optimierung der Strukturen, die zu einer Erhöhung der Transparenz führe, seien Vorteile eines Zusammenschlusses.

Alois Buchegger, Gemeindepräsident von Schöfflisdorf (parteilos), sieht die Vorteile ebenfalls in einer effizienteren Verwaltung und in der Vermeidung von Doppelspurigkeiten. «In verschiedenen Bereichen findet bereits eine Zusammenarbeit statt», sagt er und nennt etwa das Gemeindewerk und das Steueramt. Er ist zudem überzeugt, dass für gewisse Vorhaben, die beide Gemeinden betreffen, eine raschere Umsetzung möglich ist, wenn sich nur noch eine Behörde darum kümmern muss. «Bei einer fusionierten Gemeinde Schöfflisdorf-Oberweningen können wir auf etliche Koordinationen verzichten», sagt Buchegger.

Beide Präsidenten rechnen damit, dass die Initiative angenommen wird. «Danach können wir den Vertrag ausarbeiten und uns auf die Unterlagen der Fusionsgespräche für alle vier Wehntaler Gemeinden von 2017 stützen», sagt Ilg. Damals waren die Gespräche im Wehntal gestoppt worden, weil Schleinikon den eingeschlagenen Weg nicht mehr weitergehen wollte.

Buchegger ist der Meinung, dass der Zeitplan realistisch ist. «Viele Vorarbeiten für einen Zusammenschlussvertrag sind bereits gemacht. Wir müssen ihn nur noch auf unsere beiden Gemeinden anpassen.»

In der Schlussbemerkung der Abstimmungsunterlagen heisst es, die Gemeinderäte Oberweningen und Schöfflisdorf seien überzeugt, dass in der verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Politischen Gemeinden ein grosses Potenzial liegt.

Erstellt: 25.09.2019, 16:58 Uhr

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