Embrach

Ein Jäger richtet über die Jagdschiessanlage

Ausgerechnet die Baudirektion von Markus Kägi entscheidet über die Aufsichtsbeschwerde betreffend der umstrittenen Jagdschiessanlage in Embrach. Kägi ist selber passionierter Jäger. Naturschützer wittern eine Verschwörung.

Die Embracher Jagdschiessanlage liegt mitten in bundesrechtlich geschütztem Auengebiet. Die Anlage muss  spätestens 2019 nach Bülach umziehen, doch dort verhindern Rekurse den Baubeginn.

Die Embracher Jagdschiessanlage liegt mitten in bundesrechtlich geschütztem Auengebiet. Die Anlage muss spätestens 2019 nach Bülach umziehen, doch dort verhindern Rekurse den Baubeginn. Bild: Madeleine Schoder

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Die Jagdschiessanlage am Embracher Tössufer ist erneut unter Beschuss der Naturschützer geraten. Der Verein Pro Tössauen hat unter anderem eine Aufsichtsbeschwerde gegen die Gemeinde Embrach eingereicht (Ausgabe vom 27. August). Letztere ist Besitzerin des Landes, auf welchem das Trainingsareal für die kantonalen Jäger untergebracht ist.

Nun hat der Bülacher Bezirksrat in einem Präsidialentscheid festgehalten, dass er die bei ihm eingereichte Aufsichtsbeschwerde an die Baudirektion übergeben wird. Diese wird vom Niederglatter Regierungsrat Markus Kägi präsidiert. Der bald abtrettende SVP-Mann ist als passionierter Jäger bekannt.

Zweifel an fairer Behandlung

Für den Verein Pro Tössauen, welcher die Jagdschiessanlage im bundesrechtlich geschützten Auengebiet seit Jahren bekämpft, ist der Entscheid des Bülacher Bezirksrats kein Zufall. So sei die Bezirksratspräsidentin Karin Müller-Wettstein wie Regierungsrat Kägi Mitglied der SVP.

Die Naturschützer fürchten nun, dass ihre Beschwerde nicht ernst genommen wird. «Besteht Aussicht auf eine faire und unabhängige Güterabwägung? Zweifel sind angebracht, denn in der Vergangenheit hat Baudirektor Kägi das Jagdschiessen stets höher gewichtet als den Schutz der Umwelt. Mit Ausreden und Verzögerungstaktik hat es der Baudirektor in den letzten elf Jahren versäumt, den Schutz der Tössauen auch nur im Ansatz voranzubringen», schreibt der Verein Pro Tössauen in einer Medienmitteilung.

Abstimmung steht bevor

Bezirksratssekretärin Johanna Vopat bestätigt, dass die Aufsichtsbeschwerde an die Baudirektion überwiesen wurde. «Wenn es um Angelegeneheiten im Bereich des Natuschutzes oder eine Bautätigkeit geht, dann sind nicht wir sondern die kantonale Baudirektion zuständig», erklärt sie.

In ihrer Aufsichtsbeschwerde fordern die Naturschützer, die Gemeinde habe dem unweltschädlichen Treiben auf ihrem Land Einhalt zu gebieten. Dabei geht es um die Verschmutzung durch Munition und zerschossene Tontauben.

Gleichzeitig hat der Verein Pro Tössauen eine Strafanzeige gegen die Betreiber der Schiessanlage eingereicht. Die orchestrierte Aktion findet nicht zufällig vor der bevorstehenden Abstimmung über die Initiative «Wildhüter statt Jäger» statt.

Erstellt: 29.08.2018, 15:30 Uhr

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