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Ein klingendes Nilpferd findet den Weg ins Kinderbuch

Die Grafikerin Nina Binkert aus Eglisau gestaltet Karten, führt einen Laden und hat nun ein Bilderbuch illustriert. Ein Geschäft, in das man nicht des Geldes wegen einsteigt.

Nina Binkert hat ein Faible für kleine Dinge. Die Mütter von fünf Töchtern verkauft in ihrem Laden in Eglisau Postkarten, Poster oder Sticker. Jetzt hat sie ihr erstes Kinderbuch illustriert.
Nina Binkert hat ein Faible für kleine Dinge. Die Mütter von fünf Töchtern verkauft in ihrem Laden in Eglisau Postkarten, Poster oder Sticker. Jetzt hat sie ihr erstes Kinderbuch illustriert.
Balz Murer

Das Atelier im Haus von Nina Binkert, in dem schon ihre Grosseltern gelebt haben, ist nicht nur ihr Arbeitsplatz, es ist auch eine Art Spielplatz für ihre Kinder. Binkert hat fünf Töchter, die im Atelier ihren eigenen Platz zum «herumwerkeln» haben. Vor einem Jahr fing Binkert an, Postkarten zu illustrieren. Die Karten fanden Anklang. «Seit da arbeite ich hundert Prozent – und bin hundert Prozent Mutter.» Das funktioniere nur, weil alles unter einem Dach sei und ihr Mann sowie ihre Eltern, welche im selben Haus wohnen, mithelfen.

Qualität aus der Region

Letztes Jahr konnte sich Binkert im ehemaligen Papeterie-Lokal in Eglisau einmieten. Die Karten sind das Herzstück, man findet aber auch Poster, Sticker, Geschenkpapier, Stempel, Agenden. Alles selbst produziert. Gedruckt wird in Dielsdorf. «Es ist uns wichtig, dass wir in der Schweiz herstellen lassen», sagt die 44-Jährige. Auch die Qualität sei wichtig. Die Karten haben dickes Papier, gestanzte Ränder und leuchtende Farben.

Beim Baeschlin Verlang wurde man auf die Karten aufmerksam und fand, Binkerts Illustrationen wären auch in einem Bilderbuch schön. Eine Gutenachtgeschichte für 3-5 jährige sollte es sein. Binkert fühlte sich geehrt. «Ich habe sofort zugesagt», erzählt sie.

Viele Stunden Handarbeit

Für den Text fragte sie die Kinderliederband Silberbüx an. Diese passte den Songtext des Lieds «Nilpferd» für das Buch an. Auf der verrückten Traumreise werden ein Mädchen und sein Nilpferd von anderen Tieren begleitet, welche alle bereits Sujets auf Binkerts Karten waren. Weniger Arbeit hatte sie deshalb nicht. «Ich habe über 200 Stunden in das Buch investiert, alle Bilder sind von Hand in einer sehr aufwändigen Art gemalt.»

Ein halbes Jahr Zeit gab ihr der Verlag. «Das war viel Arbeit in kurzer Zeit, aber ich habe immer gerne daran getüftelt», sagt sie. Offensichtlich ein anderes Zeitgefühl hatte währenddessen ihre fünfjährige Tochter, die meist im Atelier dabei war. Sie wurde bei einer Lesung gefragt, wie lange ihre Mutter denn für das Buch gebraucht hätte. «Eine halbe Stunde», habe sie geantwortet. Das Buch sei bei ihren Töchtern aber gut angekommen. «Es war für mich eine Wohltat, das eigene Buch den eigenen Kindern erzählen zu dürfen», meint Binkert.

Fokus auf Postkarten

Auch wenn das Buch viel Arbeit für wenig Geld war, würde sie wohl wieder zusagen, wenn sie nochmals angefragt würde, meint Binkert. In der Zukunft wolle sie aber den Fokus auf den gut laufenden Postkarten halten.

Zudem bekomme sie immer wieder Aufträge und viele würden durch ihre eigene Webseite schönegrüsse.ch auf ihre Arbeit aufmerksam. «Ich hoffe, es wächst so vor sich hin», sagt Binkert.

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