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Ein Mann mit Bodenhaftung hebt ab

Wenn Dominik Heller zum Schwyzerörgeli greift, nennt er sich Heli. Der Däniker lebt für und von der Musik und Traditionen sind ihm wichtig.

Zipfelkappe und Schwyzerörgeli. Dominik Heller alias Heli steht voll auf Volksmusik und ist damit so erfolgreich, dass er davon leben kann.
Zipfelkappe und Schwyzerörgeli. Dominik Heller alias Heli steht voll auf Volksmusik und ist damit so erfolgreich, dass er davon leben kann.
Beatrix Bächtold

Der Übungsraum von Heli befindet sich im Industriequartier von Dällikon. Hier warten zwei polierte Ämmitaler-Örgeli, Originale aus der bekannten Sumiswalder Werkstatt von Peter Wisler darauf, gespielt zu werden. Das eine Instrument aus Ulmenholz ist auf den Ton a gestimmt und eignet sich besser um dazu zu Singen.

Das andere aus Kirschbaumholz basiert auf dem Ton b und ist ideal für Melodien. Die beiden Instrumente sind Unikate, genau so wie ihr Besitzer. Als Dominik Heller trägt der 30-Jährige Piercings durch die Unterlippe und Jeans. Sobald er sich aber die Zipfelkappe überstülpt, zum Örgeli greift und dieses unverschämt gut aussehende Lächeln aufsetzt, mutiert er zu «Heli».

Tradition boomt

Mit acht Jahren hat Dominik Heller diese bodenständige Variante des diatonischen Akkordeons für sich entdeckt. «Meine Eltern haben gestaunt, denn normal war Gitarre oder Blech», sagt er heute. Warum er sich fürs Schyzerörgeli entschieden hat, kann er auch gut 20 Jahre später nicht definieren. Aber so ist das eben mit der Liebe. Sie packt einen, weil man füreinander bestimmt ist.

Heute kann Dominik Heller von seiner Liebe leben. Von Montag bis Freitag kommen rund zwei Dutzend Schülerinnnen und Schüler jeden Alters zu ihm. Unterrichtet wird nach Griffschrift. Notenlesen ist also nicht erforderlich. «Täglich eine halbe Stunde üben. So spielt man nach einem Monat das erste Lied», sagt er. Heli unterrichtet zusätzlich noch an der Migros-Klubschule und an der Musikschule Weinfelden.

Am Wochenende gibt er ab und zu Workshops. Zusammen mit den rund 60 Auftritten pro Jahr ist er mehr als ausgelastet und die Reklameaufschrift, die er auf seinem Mazda-Kombi herumfährt, ist eigentlich gar nicht mehr nötig. Heli kennt man, und wer einigermassen Musikgehör hat und auf handgemachte Schweizer Musik steht, kommt um einen Kurs bei Heli fast nicht herum.

Wie er sich den Boom erklärt? «Ich denke, die Leute stehen wieder mehr auf Tradition. Am knapp drei Kilo schweren Schwyzerörgeli haben sie Freude, weil man mit wenig Instrument so viel erreichen kann. Man kann es überall hin mitnehmen und sofort Stimmung machen.»

Musizieren mit einem Star

Der in Zürich-Affoltern aufgewachsene Heli tritt seit 2010 mit dem «Echo vom Furttal» auf. «Das Furttal habe ich mit der Pfadi erkundet. Wir haben hier immer die Übungen zusammen mit der Pfadi Alt-Regensberg gemacht», sagt er. Seit 2007 wohnt Heli in Dänikon und pflegt treu seinen Freundeskreis aus der Region. Und so kommt es auch, dass er sich seit einigen Jahren auf die Treue seines «Heli’s Fanclub» verlassen kann.

Zum Trio gehört auch der Watter Fischwirt Sales Kunz und der Tösstaler Chauffeur Heiri Kupper. Gemeinsam treten sie in der ganzen Schweiz auf. Fürs Abschlussfest der Fernsehsendung «Bauer, ledig, sucht…» , einer Doku-Soap des Schweizer Privatsenders 3+, spielte das «Echo vom Furttal» vor laufender Fernsehkamera zum Tanz auf. Als Hackbrettvirtuose Nicolas Senn anfangs Jahr im Anna Stüssi Haus in Dänikon Stargast beim Neujahrsanlass war, hat ihn Heli gefragt, ob er Lust auf ein paar gemeinsame Stücke habe.

Senn sagte zu und das Publikum bekam zum Beispiel den Ländler «Beckenrieder Älplerchilbi» oder den Schottisch «S’ Bündner Meiteli» zu hören. Heli erklärt, wie das ohne gemeinsames Üben möglich ist: «In der Volksmusik gibt es Rahmenbedingungen. Wenn man sich grob daran hält, so ist ein spontanes Zusammenspiel möglich. Für mich war es jedenfalls eine Ehre, mit so einem Star zu musizieren.»

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