Oberglatt

Ein Taxichauffeur zwischen zwei Frauen

Wie schafft es ein Taxichauffeur jahrelang mit zwei Frauen verheiratet zu sein, ohne dass es auffliegt? In «Achtung Internet» im Dachtheater wird die Antwort in Form einer turbulente Komödie gegeben.

Das Doppelleben von Taxifahrer Hugo Meier aus Oberglatt mit zwei Ehefrauen droht aufzufliegen.

Das Doppelleben von Taxifahrer Hugo Meier aus Oberglatt mit zwei Ehefrauen droht aufzufliegen. Bild: Leo Wyden

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Das Holz im heimeligen Dachtheater an der Glatt verströmt Gemütlichkeit, auf der Bühne steht als Blickfang ein knallrotes Sofa. In dieser Wohnung, die eigentlich zwei Wohnungen darstellt, spielen sich die dramatischen Szenen um Taxichauffeur Hugo Meier aus Oberglatt ab. Denn Hugo ist gleichzeitig mit zwei Frauen, Monika Meier aus Oberglatt und Brigitte Meier aus Zürich, verheiratet. Mit Monika hat Hugo eine Tochter namens Jenny, mit Brigitte den Sohn Kevin. Die Dramen spielen sich in den Haushalten der zwei ahnungslosen Ehefrauen ab.

Oskar Stöckli, der Untermieter in der Wohnung in Oberglatt weiss um das Doppelspiel und bald bahnt sich Ungemach an, als Jenny und Kevin sich im Internet kennen lernen. Der Wunsch kommt auf, einander persönlich kennen zu lernen. Die Telefone und Hausglocken laufen heiss, die Nervosität steigt. Hugo Meier hat alle Hände voll zu tun, um sich aus der verzwickten Situation zu retten. Vier Damen und vier Herren bestreiten den Zweiakter.

Traum vom Schauspielern verwirklichen

Momentan gehören zehn Schauspieler zum Ensemble. Einer von ihnen ist Heini Hophan, der den Taxifahrer Hugo Meier darstellt. Hophan verfügt über eine abgeschlossene Schauspielausbildung. Aus verschiedenen Gründen war es ihm viele Jahre verwehrt sich auf der Bühne zu entfalten. Erst als er pensioniert wurde hielt ihn nichts mehr zurück. Er ist bei zwei Ensembles fest engagiert und ausserdem gutgebuchter Schauspieler für Film und Werbung. Der Opfiker liebt die Abwechslung, denn im Film oder Werbung können Szenen wiederholt werden bis sie fehlerfrei klappen. «Auf der Bühne vor Publikum geht das nicht, jede Bewegung jedes Wort muss stimmen, ein Ausbessern gibt es in diesem Moment nicht», sagt er. Auch fordere es ihn heraus Texte zu lernen, denn in der Werbung falle dieser Aspekt ebenfalls weg. «Ich liebe die verschiedenen Arbeitsweisen, Hauptsache ich kann schauspielern», sagt der Spätberufene und lächelt.

Das Dachtheater spielt dieses Jahr in der 27. Saison und Regisseur und Schauspieler Max Waiblinger verriet: «Der Vorverkauf ist sehr gut angelaufen, dennoch gibt es jeder Vorstellung noch freie Plätze», sagt Waiblinger, der als einziger noch aus der Gründergeneration stammt.

Anfangs Neunziger Jahre standen über dreissig Laienschauspieler im Dienst des Dachtheaters. Manchmal ging das Ensemble auf Tournee, wenn es zu Gastauftritten eingeladen war. «Das machte einerseits viel Freude auch auswärts zu spielen, war aber andrerseits mit einem enormen Aufwand verbunden gewesen», erklärt der Eglisauer im Rückblick. Dies darum, weil sie das gesamte Bühnenbild mit auf Reise nahmen. Diesen Aufwand betreiben sie heute nicht mehr.

Lachen auf hohem Niveau

Die Bühnenstücke wählt Waiblinger nach der Verfügbarkeit der Schauspieler aus und natürlich sollen die Themen das Publikum ansprechen. Etliche Stücke hat der ehemalige Oberstufenlehrer auch selber geschrieben. Die aktuelle Aufführung «Achtung Internet» hat er überarbeitet, was für ihn hiess, die Geschichte den Gegebenheiten und Darstellern anzupassen. Allfällige plumpe Witzchen oder den Schenkelklopferhumor streicht er. «Wir haben den Anspruch ein Theater mit Niveau zu sein», hält er fest.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2019, 14:13 Uhr

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Ab 19 Uhr ist jeweils die Theaterbeiz geöffnet. Es gibt Spaghetti. Aufführungen Freitag, 15. März, 20 Uhr, Premiere; Samstag, 16. März, 20 Uhr; Freitag, 22. März, 20 Uhr; Samstag, 23. März, 20 Uhr; Sonntag, 24. März, 15 Uhr; Mittwoch, 27. März, 20 Uhr; Freitag, 29. März, 20 Uhr; Samstag 30. März, 20 Uhr, Dernière.

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