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Ein Wortakrobat ist auf Abschiedstour

Seit 1977 tourt der preisgekrönte deutsche Kabarettist Thomas C. Breuer durch Kleinkunsttheater.«Letzter Aufruf» nennt er sein finales Solo-Programm, mit dem er den Zeichen der Zeit zum Trotz ein sprachliches Feuerwerk zündet.

Noch bis Ende nächsten Jahres steht Thomas C. Breuer auf der Bühne, wie am vergangenen Freitagabend in Bülach.
Noch bis Ende nächsten Jahres steht Thomas C. Breuer auf der Bühne, wie am vergangenen Freitagabend in Bülach.
Patrik Kummer

«Ich bin gekommen, um zu gehen», begrüsst der 1,94-Meter-Mann im knallroten Anzug rund 50 Zuschauer im Bülacher Sig­risten­keller. Zum vierten Mal in seiner Karriere tritt der deutsche Kabarettist und Schrift­steller Tho­mas C. Breuer dort auf. «Letzter Aufruf! Abschiedstour Vol. 1» heisst das Programm, welches der Preisträger des Salz­bur­ger Stiers 2014 noch bis Ende nächsten Jahres auf deutschen und Schweizer Kleinkunst­bühnen präsentiert. «42 Jahre Tingeln sind genug», erklärt der im baden-württembergischen Rott­weil beheimatete Breuer. Er wolle sich fortan auf Lesungen und andere Projekte konzen­trieren. «Keinen bunten Abend über das Älterwerden» verspricht der 65-Jäh­rige am Freitag seinem Publikum, um es 90 Minuten mit ebenso scharfsinnig wie spitzzüngig formulierten Gedanken über Zeit- und Altersfragen zu unterhalten.«Ich würde ja gern in Würde altern­», räumt Breuer ein. «Aber das klingt, als läge es im Sauerland.» Er sei jetzt in dem Alter, in dem man ihm eine Mitgliedschaft im Golfclub antrage, wobei er bei Handicap an körper­liche Gebrechen denkt. «Wenn 65 das neue 45 ist, dann steht man mit 105 kurz vor der Einschulung», lautet die Überlegung des Künstlers, der schon Kabarett machte, als Chicken noch Poulet hiess und man auf Passbildern lächeln­ durfte.

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