Opfikon

Ein Zirkuswagen als Rezept gegen das Schlafsyndrom

Ein Zirkuswagen wird ab 2018 die Opfiker Bevölkerung aus ihren Häusern locken und der Anonymität in der stets wachsenden Stadt entgegenwirken. Doch liegt es in der Hand der Einwohner, ob der Wagen als Karaokebar, Jass-Café oder am nächsten OL-Lauf zum Einsatz kommt.

«Durch das starke Wachstum hat sich Opfikon verstädtert und damit anonymisiert», sagt Walter Bickel, Leiter der Abteilung Gesellschaft der Stadtverwaltung.

«Durch das starke Wachstum hat sich Opfikon verstädtert und damit anonymisiert», sagt Walter Bickel, Leiter der Abteilung Gesellschaft der Stadtverwaltung. Bild: Screenshot Google Maps

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Sieben Meter lang, zwei Meter breit, dunkelblau und mit dem Aufdruck: «Opfikon lebt und bewegt!» – so wird der neue Eventanhänger, der ab kommendem Jahr durch die Stadt tourt, aussehen. Der Appell wird bestenfalls zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Denn Ziel des Projekts ist es, die Bevölkerung zu aktivieren, an Anlässe im Quartier zu locken und alle Generationen zu verbinden.

«Opfikon soll keine Schlafstadt sein», sagt es Stadtrat Jörg Mäder. Walter Bickel, Leiter der Abteilung Gesellschaft der Stadtverwaltung, schildert den Hintergrund des neuen Projekts folgendermassen: «Durch das starke Wachstum hat sich Opfikon verstädtert und damit anonymisiert. Man identifiziert sich weniger mit dem Wohnort, das Engagement ist geringer.» Quartierarbeit will genau dem entgegenwirken. «Wir wissen, dass die Stadt zu den Leuten kommen muss, um zu spüren, was sie wollen und brauchen.»

Opfikons mobiler Treffpunkt

Noch ist der Eventanhänger nicht gebaut, er ist eine Massanfertigung der Niederberger Carrosserie und Fahrzeugbau in Dallenwil. Dort weiss Manuel Niederberger bereits, wie der Wagen ausgestattet wird: «Für 16 Leute werden wir Tische und Bänke einbauen, dazu wird es Platz für einen Holzofen geben, damit der Wagen heimelig wird.» Weiter bauen er und sein Team eine Bartheke und eine Küche mit Kühlschrank, Lavabo und Kochplatte ein.

Von aussen ist ein WC-Abteil ebenfalls mit Lavabo zugänglich sowie zahlreiche Schränke und Fächer für Festbänke oder ein Zelt. «Mit dem Lastwagen, Traktor oder einem entsprechenden Auto lässt sich der 3.5 Tonnen schwere Wagen problemlos bewegen», versichert Niederberger. Auf diese Weise dürfte der Wagen zum mobilen Treffpunkt avancieren.

Im ersten Jahr wird er vor allem an den Anlässen rund um das 50-Jahre-Jubiläum der Stadt Opfikon zum Einsatz kommen. Wie es danach weitergeht, liegt zu guten Teilen in der Hand der Bevölkerung. «Wir denken an Anlässe, die draussen stattfinden, aber eine kleine Infrastruktur benötigen – sei dies ein Quartierfest, ein Orientierungslauf am Waldrand oder ein Vereinsevent», sagt Mäder. Egal was motivierte Opfiker auf die Beine stellen wollen: Der Eventwagen soll die Infrastruktur dazu bieten. Und ist deshalb durchaus auch als Geburtstagsgeschenk der Stadt an ihre Einwohner zu betrachten.

Nicht aus Stadtkasse

Die Kosten für den Anhänger belaufen sich auf rund 35 000 Franken, bezahlt wird dies mit Geldern der Leopold Bachmann Stiftung. «Der Stiftung gehören Liegenschaften im Glattpark, weshalb sie auch ein Interesse daran hat, dass das soziale Leben im Quartier gefördert wird», erklärt Bickel. Die Stiftung beteiligte sich bereits am Bau des Spielplatzes auf der Kläranlage Glatt in Opfikon, der heute sehr beliebt ist.

Der Wagen wird also nicht die Stadtkasse belasten. Parallel dazu stellt die Stadt aber einen Quartierbeauftragten im 50-Prozent-Pensum ein, der die Quartiersarbeit konzipieren und erste Projekte umsetzen wird. Diese Stelle wird nicht neu geschaffen, sondern dem Stellenplan angerechnet, den der Gemeinderat am 1. Juli 2013 bewilligt hat. Dieser Stellenpool besteht, damit der Stadtrat flexibel auf die Bedürfnisse der stark wachsenden Bevölkerung reagieren kann.

Eine Einschränkung des Projekts hat der Stadtrat indes gefordert: Es ist vorerst auf zwei Jahre befristet. «Sein Erfolg misst sich daran, wie oft der Wagen benutzt wird und wie viele Personen sich daran beteiligen wollen», sagt Bickel. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 31.10.2017, 15:49 Uhr

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