Steinmaur

Eine Kiste voller Erinnerungen vergraben

Auf den Spatenstich im Dezember folgte am Mittwochmorgen die Grundsteinlegung für die neue Doppelturnhalle. Die Schulkinder hatten sich im Vorfeld Gedanken über die Zukunft gemacht.

Schon fast andächtig beobachten die Kinder des Schülerrats, wie ihre Kollegen die Metallkiste mit Erinnerungen vergraben.

Schon fast andächtig beobachten die Kinder des Schülerrats, wie ihre Kollegen die Metallkiste mit Erinnerungen vergraben. Bild: Johanna Bossart

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Obs in 15 Jahren noch Schulbücher geben wird? Werden die Autos dann fliegen können und heisst Steinmaur künftig überhaupt noch so? Fragen wie diese beschäftigten die Kinder der Primarschule Steinmaur in den vergangenen Wochen. Jede Klasse fertigte Briefe, Zeichnungen und Basteleien an, um sie in einer Metallkiste im Fundament der Doppelturnhalle zu versenken. Im Rahmen der Grundsteinlegung durften die Kinder des Schülerrats die Kiste in eine Grube legen und mit Erde bedecken. Mental unterstützt wurden sie dabei von den übrigen 300 Schülerinnen und Schülern, die das Geschehen vom Baustellenrand aus beobachteten.

Dort wo eines Tages der Gang zu den Garderoben sein wird, wird künftig eine Plakette daran erinnern, dass Dokumente aus einer anderen Zeit in einer Metallkiste schlummern.

Kein Handy als Zeitzeuge

Kurz bevor die Kiste im Erdboden verschwand, erzählten die Kinder, wie sie sich die Zukunft vorstellen. «Wahrscheinlich gibts dann viele Roboter», sagte Manouk. «Und fliegende Skateboards», ergänzte Colin. Sicher würden die Stundenpläne ganz anders ausschauen und Bücher sowie Schulhefte durch iPads ersetzt sein, waren sich die Kinder einig.

Sie befassten sich aber nicht nur mit der Zukunft, sondern wollten den nächsten Generationen auch das heutige Leben näherbringen. Für den Fall, dass die Kiste eines Tages wieder ausgegraben werden sollte, beschrieben sie in einem Brief, wie sich Schnee anfühle. «Wir wissen ja nicht genau, wie sich die Klimaerwärmung auswirkt», erklärte Sarina. Auch Alltagsgegenstände fanden Platz in der Kiste. «Wir hätte gerne noch ein iPhone X eingemauert», sagte Julian, «aber wir fanden niemanden, der sein Handy dafür hergeben wollte.»

Lange Vorgeschichte

Noch bis Ende Februar 2020 werden die Bauarbeiten an der Turnhalle dauern. Sind diese abgeschlossen, geht es mit dem Umbau des Mehrzwecktrakts der bestehenden Schulanlage weiter. Dort entsteht bis Ende März 2021 unter anderem ein multifunktionaler Gemeindesaal. Gemeindepräsident Andreas Schellenberg bezeichnete den Anlass als «grossen Schritt für die Gemeinde und die Schule». Es mache Spass zuzuschauen, wie sich die Baustelle entwickle. Er erinnerte aber auch daran, dass das Projekt eine lange Vorgeschichte hat. Die erste Abstimmung im Jahr 2016 erlitt Schiffbruch, da eine der vorgelegten Varianten nicht zweckmässig und die andere zu teuer war. Im März 2018 bewilligte das Simmvolk schliesslich 15,7 Millionen Franken für die Turnhalle und für Sanierungs- und Umbauarbeiten an der Schulanlage.

Baustelle ist grosses Thema

Auch Schulpräsidentin Franziska Rickli zeigte sich erfreut über den Anlass. «Für die Kinder ist das ein grosses Erlebnis», sagte sie. Das Thema Baustelle sei zurzeit an der Schule allgegenwärtig. «An den Projekttagen befassen sich die Klassen mit diesem Thema. Ausserdem dürfen sie die Baustellenwände bemalen und jede Klasse wird auch mal die Baustelle besichtigen.»

Die Schüler selber freuen sich sehr auf die neue Turnhalle. «Es geht alles sehr schnell voran», lobte Sarina und ihre Kollegen nickten. Auch den Lärm nehmen die Kinder in Kauf. «Manchmal hört man etwas, aber das ist nicht schlimm», sagte Manouk.

Erstellt: 20.03.2019, 16:13 Uhr

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