Regensdorf

Eine musikalische Ode an unsere gefiederten Freunde

Das Kammerorchesters Regensdorf widmete sein Sommerkonzert den Vögeln. Die gefiederten Freunde inspirierten Komponisten und Interpreten – sowohl früher wie auch heute.

Leiter Alain Schudel (am Cello) würzte die Vorträge des Kammerochester auch mit einer Prise Humor.

Leiter Alain Schudel (am Cello) würzte die Vorträge des Kammerochester auch mit einer Prise Humor. Bild: Leo Wyden

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Die Melodie «Alle Vögel sind schon da» summend, schritten die Musikerinnen und Musiker des Kammerorchesters Regensdorf Richtung Bühne in der reformierten Kirche. Das diesjährige Sommerkonzert begannen sie mit der Eröffnung zur Oper «L’isola disabitata» von Joseph Haydn. Mit klassischen Klängen beschrieb das Orchester die unbewohnte Insel, deren steile Küsten, die raue See und die kreischende Möwen. Mit dem Stück aus dem Jahre 1779 begeisterten die Musiker rund 150 Freunde der Klassik und Kammermusik. Diese bedankten sich mit tosendem Applaus. Als Orchesterleiter und Solocellist Alain Schudel anschliessend die Bühne betrat, schien es, als würden die Regensdorfer einer der ihren nach langer Abwesenheit begrüssen.

Nach der Overture spielte das Orchester mit Schudel, welcher prominent in der Mitte platziert war, das Konzert für Cello und Orchester Nr. 1. Aufmerksam lauschte das Publikum den Klängen. Danach erklang von Camille Saint-Saëns Karneval der Tiere «Der Schwan».

Ein Denkmal für alle Hühner

Unumstritten sei Joseph Haydn einer der humorvollsten Komponisten der Geschichte gewesen und ein schräger Vogel dazu, wurde der Komponist in der darauf folgenden Ankündigung beschrieben. Dies offenbare sich auch in der Sinfonie ›La poule‹, die er 1785 geschrieben hat. Haydn setzte damit allen Hühnern der Welt ein Denkmal. Um dies zu unterstreichen räumte Alain Schudel seinen Platz in der Mitte und an seiner Stelle nahm ein schwarzgetupftes Huhn aus Kunststoff Platz und es schien als geniesse es die musikalische Aufmerksamkeit, die in diesem Moment ihm allein gehörte. Hierbei blitzte wohl auch Schudels Schalk und Sinn für Humor durch, denn er ist eine Hälfte des Duo Calva, das seit 1996 die Bühnen im In-und Ausland bespielt. In deren Konzerten ist Humor fester Bestandteil der Aufführung.

Mit etwas Fantasie hörte man in den dargebotenen Stücken die unterschiedlichsten Vögel, wie sie trillerten, tschilpten, zirpten, zwitscherten und sangen. Man konnte vor dem inneren Auge durchaus sehen, wie Vogelschwärme Formationen fliegen und Kontinente überqueren. Die Musik trug einem mit.

Ein Orchester wie ein Chor

Das Thema und die Stücke schlagen jeweils die beiden musikalischen Leiter, Peter Grob und Alain Schudel, vor. Es ist ihnen gelungen das Thema mit einer Prise Humor und gemäss einem Sommerkonzert zu präsentieren. Es war der schöne Ausklang eines Sommerabends.

Zum Schluss verabschiedeten sich die Musikerinnen und Musiker mit dem französischen Kinderlied «Le coq est mort». Man gewann den Eindruck, das Orchester könnte durchaus auch als Chor durchgehen. «Dafür haben wir auch geübt», sagte der Kontrabassist Peter Hämmerli. Nach dem Konzert waren Musiker und Gäste zum Apéro eingeladen, wo sie vielleicht noch einen zwitscherten.

Das gleiche Konzert wurde übrigens am Abend zuvor auch in der Kirche in Schöfflisdorf aufgeführt.

Erstellt: 17.06.2019, 17:00 Uhr

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