Bülach

Eine Philosophie erobert die Kleider- und Musikwelt

Bekleidung aus fairer Produktion und Unterstützung von Bands weltweit – was Dani Frey vor eineinhalb Jahren mit Souls Of Rock gegründet hat, ist zum gestandenen Unternehmen gereift. Und der Bülacher hat noch viel vor.

Rockige Outfits und rockige Musik hat sich Souls of Rock auf den Leib geschrieben.

Rockige Outfits und rockige Musik hat sich Souls of Rock auf den Leib geschrieben. Bild: Frank Kollbrunner

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Er scheint immer auf dem Sprung zu sein. Als wir Dani Frey zum Gespräch treffen, hat er gerade Ware aus seinem Lager in Rafz nach Zürich verfrachtet. «Ich fliege bald wieder in die USA, um mit Sponsoren bezüglich der Non-Profit-Organisation zu verhandeln», verrät er. Im Moment steht auch noch der Wechsel der Buchhaltungs-Software an. Gestresst wirkt der rührige Bülacher aber nicht, eher ein wenig aufgekratzt.Und auch zufrieden.

Seit der Gründung von Souls Of Rock (ZU-Ausgabe vom 3. Juli 2015) sind mehr als eineinhalb Jahre ins Land gezogen. Es liege einen spannende und ereignisreiche Zeit hinter ihm, sagt Frey. «Das schönste Kompliment für mich ist, dass wir bereits viele Leute mit unserer Philosophie begeistern konnten». Die Philosophie: das Unternehmen kreiert und produziert unter Fair-Trade-Bedingungen eine eigene Bekleidungslinie und unterstützt mit einem Teil der Einnahmen Bands weltweit.

Egal ob T-Shirt, Stoffweste, Kapuzenpullover (Hoodie) oder Accessoires – wer bei Souls Of Rock einkauft, bezieht keine Massenware, sondern ein Produkt, dass von A bis Z selber entworfen und produziert wird. «Die Qualität steht immer im Vordergrund, deshalb operieren wir nur mit relativ kleinen Stückzahlen, auch wenn wir imstande wären, mehr anzufertigen», erklärt Frey. «Ich ertappe mich selber, dass ich in Läden andere Produkte anfasse und deren Etiketten studiere. Made in irgendwo entspricht absolut nicht unseren Vorstellungen. Meine Finger spüren inzwischen die Baumwollqualität und generell bin ich sensibilisiert was diese Thematik angeht.»

Marktforschung vor Ort

Die Souls Of Rock-Produkte werden im Online-Shop verkauft. Aber auch am Stand in einem eigenen Zelt an Musikfestivals oder Motorradtreffen. «Der Direktkontakt bringt die wertvollsten Kundenfeedbacks und auch neue Ideen», sagt Frey. In Deutschland habe sich ein Musikfan einen Hoodie ohne Kapuze gewünscht. Inzwischen sind solche im Angebot. «Dank unserem Konzept können wir auf solche Anregungen schnell reagieren und gleichzeitig Marktforschung betreiben.»

10 Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf fliessen ins zweite Standbein, die Souls Of Rock Foundation. Der Verein unterstützt Rock- und Heavy-Metalbands. Einerseits erhielten bisher vier Gruppen einen Geldbetrag als Förderung, drei weitere kommen aktuell dazu. Zweimal im Jahr können sich Bands nämlich in einer Ausschreibung für einen Förderantrag bewerben.

Die neueste ist gerade abgeschlossen. Ausgewählt wurden Miracle Flair (CH), Mystic Prophecy (DE) und Vanish (DE). Andererseits werden Bands oder Einzelmusiker und – musikerinnen mit Kleidern von Souls Of Rock ausgerüstet, die sie dann bei ihren Live-Auftritten tragen und so auch Direktwerbung für das Unternehmen betreiben. Im Moment sind dies sieben Gruppen und fünf Einzelpersonen.

Frey verdient persönlich im Moment noch nichts mit Souls Of Rock. «Jeder Franken, der reinkommt, wird gleich wieder investiert», versichert er. Drei bis vier Jahre hat er sich und seinem Unternehmen gegeben, bis es in die Gewinnzone kommt. Und er ist darauf angewiesen, dass ihn andere Leute oder Partnerfirmen ehrenamtlich unterstützen, sei dies in der Kleiderproduktion oder im Förderverein. «Ich habe das Glück, dass viele freiwillig mit ebenso viel Begeisterung dabei sind wie ich», sagt Frey.

Grosse Namen ziehen mit

Im Vereinsausschuss, der die Bands für die Förderbeiträge auswählt, sitzen Scott Leach, Gitarrist der bekannten Schweizer Gruppe Crystal Ball, Radiomoderator Marc Jäggi von Radio 1, Hans Ruedi Knöpfli, CEO der Swiss Marketing Academy, Robi Maurer, Betriebsleiter Kulturhof Schloss Köniz und Stefan Matthey, CEO von Good News.

Der Schweizer Grossveranstalter unterstützt die Souls Of Rock Foundation, indem ein Teil der Ticketverkäufe gewisser Rockkonzerte dem Verein zugutekommen. Bei der Migros-Tochter Ex Libris kann Dani Frey die Cds «seiner» Bands zum Verkauf hineinstellen. Andere Firmen geben Sachspenden, die das Publikum an den Festivals an einem Glücksrad gewinnen können.

Auch da hat Dani Frey eine Geschichte parat. An einem Festival in Deutschland seien drei junge Leute, die an einem Bierstand gearbeitet hätten, ins Zelt von Souls Of Rock gekommen «Sie haben beim Glücksrad etwas gewonnen und wurden auf unsere Philosophie aufmerksam gemacht. Am Schluss des Festivals haben sie uns über 350 Euro hingelegt. Da sei das Trinkgeld der Bier-Crew. Sie fänden unsere Sache gut und wollten einen Beitrag leisten.»

Dani Frey schaut optimistisch in die Zukunft. «Für 2017 sind alle Termine für die Aussenauftritte an Festivals schon wieder gebucht.» Die Kleiderlinie werde laufend weiter entwickelt. Er arbeite hart daran, weitere Bands und Künstler als Werbeträger und Partner als Gönner gewinnen zu können. Und selbstbewusst sagt er abschliessend: «Mit der Foundation haben wir das Ziel, die grösste Förderorganisation in diesem Bereich zu werden.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.12.2016, 16:20 Uhr

Dani Frey (Bild: zvg)

Infobox

www.soulsofrock.com, auf Facebook, Twitter und Instagram.

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