Bülach

Eine Schule im Zauber der englischen Welt

An der Kantonsschule Zürcher Unterland stand für eine Woche die englische Sprache und Kultur im Mittelpunkt. Das Angebot reichte von einem Modul in Urban Gardening bis zu der kritischen Auseinandersetzung mit Fantasyliteratur.

Die Fünft- und Sechstklässler der KZU bepflanzten Palette nach der Idee des urbanen Gartenbaus.

Die Fünft- und Sechstklässler der KZU bepflanzten Palette nach der Idee des urbanen Gartenbaus. Bild: Leo Wyden

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«The World of English – the World in English» – unter diesem Motto drehte sich für die Fünft- und Sechstklässler der Kantonsschule Zürcher Unterland diese Woche alles um das Fach Englisch. «Wir haben das Thema bewusst breit gehalten», sagte Englischlehrerin Siri Kohl. «Die Studienwoche findet jedes Jahr in einem anderen Fach statt. Englisch war zum letzten Mal im Jahr 2004 an der Reihe; deshalb wollten wir dieses Jahr möglichst viele Facetten der englischen Sprache und Kultur einbringen.»

Das vielfältige Angebot an Modulen zeigt, dass sich Kohl und ihre Mitorganisatoren das Motto zu Herzen genommen haben. Die Schülerinnen und Schüler konnten unter 17 verschiedenen Veranstaltungen 2 Module auswählen, die sie dann für je eineinhalb Tage besuchten. So hatten die 17- und 18-Jährigen die Gelegenheit, die Sportart Rugby auszuprobieren, sich auf James Joyce’ Spuren in Zürich zu begeben oder die Rolle von Englisch in den Wissenschaften untersuchen.

Arbeiten wie im Uniseminar

Das Ziel, ganz in die englische Sprache und Kultur einzutauchen, wurde gemäss Kohl erreicht: «Auf dem Schulareal wurde zeitweise flächendeckend Englisch gesprochen.» In den Modulen hatten die Lehrpersonen die Möglichkeit, inhaltlich in die Tiefe gehen. Dafür bleibe im normalen Schullalltag meist nicht viel Zeit «In Modulen über Literatur haben wir beispielsweise sehr nahe am Text gearbeitet. Die Arbeitshaltung glich eher einem Uniseminar denn einer Englischstunde an der Kanti», sagte Kohl.

In Kohls eigenem Modul über Fantasyliteratur untersuchten die Schülerinnen und Schüler die Intertextualität zwischen «Game of Thrones» und «Herr der Ringe». Die Schüler hätten dabei nicht nur viel über Fantasy gelernt, sondern auch über «unsere Welt und wie sie in der Literatur abgebildet wird».

Der Sechstklässler Henri Buchwald war begeistert. «Wir erhielten eine Grundlage um Texte miteinander zu vergleichen und lernten, wie man das Leben des Autors mit dem Text verknüpfen kann», sagte Buchwald. «Ich schätze es, dass wir während dieser Woche weiter weg vom Schulalltag sind. Wenn ein Lehrer in einer normalen Stunde ein solches Thema aufgegriffen hätte, hätte ich mich viel weniger darauf eingelassen.»

Mit den Händen anpacken

Auch im Park hinter dem Klassentrakt erkundeten Schülerinnen und Schüler die englischsprachige Welt. Sie erprobten die Methode des Urban Gardening, also die gärtnerische Nutzung von städtischen Flächen. Diese Form des Gartenbaus ist in Grosstädten in den USA, Grossbrittanien und Australien sehr populär und kommt auch in der Schweiz zunehmend auf.

«Ich denke, es ist ein Bedürfnis der Jugendlichen auch einmal mit den Händen anzupacken und nicht immer nur Kopfarbeit zu leisten», sagte Martina Lüthi. Die Englischlehrerin hat nach der Idee der vertikalen Landwirtschaft mit den Schülern Palette und herunterhängende PET-Flaschen mit Blumen und Kräutern bepflanzt.

Die Sechstklässlerin Valeria Bondar scheint ganz in ihrer Welt zu sein. «Ich habe noch nie so intensiv gegärtnert», sagte Bondar. «Es gefällt mir so gut, dass ich mir vorstellen könnte, in meinem Zwischenjahr eine Gärtnerausbildung zu machen.» Auch die durchgehende Kommunikation auf Englisch fiel ihr leicht: «Ich bin ganz froh, dass wir so viel Englisch sprechen können.»

Black Tea und irische Musik

Neben einer vertieften Auseinandersetzung mit je zwei Modulthemen wollten die Englischlehrer den Gymnasiasten die Kultur der englischsprachigen Ländern näherbringen. Den Auftakt am Montagmorgen bildete ein traditionelles English Breakfast im Mensazelt mit Toast, Rührei, Speck und Baked Beans. Am Donnerstag trat die Band «Pigeons on the Gate» auf dem Schulareal auf und brachte den Schülern irische Folk- und Popmusik näher.

Während der ganzen Woche waren die Schülerinnen und Schüler in sechs Häuser aufgeteilt, wie es in englischen Schulen traditionellerweise gehandhabt wird. Die Namen der Häuser waren inspiriert von Nationaltieren englischsprachiger Länder, wie dem kanadischen Biber oder dem südafrikanischem Springbock. In einem Backwettbewerb, einem Pubquiz und anderen Disziplinen konnten die Schüler Punkte für «ihr» Haus sammeln. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.09.2018, 17:40 Uhr

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