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Eine Zeitreise ins Mittelalter erleben

Ende August kann man sich in Basselstorff, so der alte Name von Bassersdorf, ein Wochenende lang um einige Jahrhunderte in der Zeit zurückversetzen. Ein neuer Verein wird im Dorf einen Mittelalter-Markt inszenieren.

Die Basselstorffer Gilde mit (von links) Sandra Malaer, Walti Truffer, Roy Burkhard, Daniela Hermann und Michele Büchler laden Ende August zum Mittelalter-Fest.
Die Basselstorffer Gilde mit (von links) Sandra Malaer, Walti Truffer, Roy Burkhard, Daniela Hermann und Michele Büchler laden Ende August zum Mittelalter-Fest.
Sibylle Meier

Die Vorbereitungen für den geplanten Mittelaltermarkt in Basselstorff laufen auf Hochtouren. Werner «Helmi» Hermann, seines Zeichens Landherr oder eben Vereinspräsident, hat eine Zusammenkunft einberufen, damit sich die Mittelaltergilde zum Wurst-Testessen, Bier-Testtrinken und zur Helfereinteilung trifft. Die Mittelaltergilde Basselstorff ist ein neu gegründeter Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, in Bassersdorf einen Mittelaltermarkt zu organisieren.

Viel Zeit bleibt nicht mehr bis zum Anlass am Wochenende vom 25. und 26. August. Der Landherr und seine Mitstreiter erscheinen in voller Gewandung zum Termin. Während das Feuer schon eingeheizt wird, damit die Testwürste anschliessend gut durchbruzeln können, berichten der Landherr und die Gilde von den Vorbereitungen zum Markt.

Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit im Verkauf einer Eisenwarenfirma ist Hermann auch als Feuerwehrmann und Böögg-Bauer am Bassersdorfer Sechsilüüte bekannt. Mit seiner Frau zusammen führt er zudem ein Geschäft und einen Webshop mit Artikeln und Gewandungen für Fans im Umfeld von Mittelalteranlässen.

Beide sind als langjährige Marktfahrer an rund zehn Wochenenden pro Saison in der Szene unterwegs. Vor zwei Jahren an der Fasnacht, bei der «Helmi» selbstverständlich seit langem auch aktiv dabei ist, hat sich eine Idee konkretisiert, die er schon länger mit sich herumtrug: Er wollte an einem Mittelalter-Event selbst Akteur sein und nicht nur als Markthändler mitmachen.

Markt ohne Wegzoll

Bei der Gemeinde Bassersdorf wurde seine Anfrage sehr wohlwollend entgegengenommen. Mit Unterstützung des FaKOBa, dem Fasnachtskomitee Bassersdorf, hat die Gilde von Anfang an das Gespräch mit der Gemeinde gesucht. Nach nur zwei Wochen hatte sie die Bewilligung in der Tasche. Einzige Bedingung war, dass der Anlass ein Dorffest wird, an dem kein Eintritt verlangt wird.

Die umtriebige Truppe von – ja, man kann schon fast sagen – Festprofis in der Gilde, hat schon mehrere Sponsorenverträge abgeschlossen und liegt gut im Zeitplan. Dies auch dank Walter Truffer, dem Säckelmeister, der sehr viel Zeit einbringen konnte, da er pensioniert ist. «Neben unseren beruflichen Tätigkeiten wäre die Organisation ohne die Unterstützung von Walti gar nicht möglich gewesen», bedankt sich Landherr Helmi im Gespräch bei seinem Kollegen.

Spezieller Speis und Trank

Rund vierzig Marktstände sind bei der Sechsilüüte-Wiese eingeplant. Handwerker wie Werkdrechsler, Bildhauer und Schmied haben ihre Teilnahme zugesagt. Schausteller und Heerlager werden vor Ort sein. Ein Teil der Veranstaltung ist bei der Sagi angesiedelt. Diese ist etwa 15 Minuten vom Marktgelände entfernt. Die Verbindung zwischen den beiden Orten wird mit Pferdekutschen erreicht.

Hinter dem alten Schulhaus, gleich beim Zentrumskreisel, befinden sich die Bühne, das Verpflegungszelt, Sitzgelegenheiten, die Sanität und die Stallungen. Für die musikalische Unterhaltung konnte die Mittelaltergilde gleich eine der bekanntesten Bands aus der Szene verpflichten: Die Schweizer Spielleute von Koenix werden in Bassersdorf auftreten.

Der Mittelaltermarkt soll ein Spektakel für die ganze Bevölkerung sein. Für die Kleinen gibt es das kleinste, handbetriebene Riesenrad. Bei der Sagi dürfen sie eine Schatzsuche unternehmen. Am Samstag und Sonntag wird jeweils eine Wildsau am Spiess gebraten. Dorfmetzg Walter Steinmann konnte leicht davon überzeugt werden, eine eigene Mittelalter-Wurst herzustellen. Eben diejenige, die an diesem Abend von der Gilde verkostet wird. Steinmann hat dazu alte Rezepte ausgegraben. In der jetzigen Wurst hat es angeblich Kartoffeln drinnen. Mehr wird aber nicht verraten.

Nicht-Gilden-Mitglieder können diese dann im August testen. Ebenso wie das eigene, spezielle Mittelalterbier von der Schlossbraui Nürensdorf. Der Gilde und dem Hofstaat scheint das Bier, standesgemäss aus dem Kuhhorn getrunken, im Testlauf jedenfalls zu schmecken.

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