Buchs

Einer für die Sprints

Der Buchser Thomas Curiger will sich nach einer schwierigen Saison wieder an der nationalen Spitze orientieren – am liebsten schon heute an den Schweizer Meisterschaften über die Mitteldistanz.

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So war das nicht geplant. Thomas Curiger wollte am nationalen Titelrennen im Nacht-OL eigentlich in die Top Ten laufen. Doch dann blieb er bereits auf der ersten Schlaufe in einem Dickicht hängen, und seine Konkurrenten entwischten in die Dunkelheit. «Ich mag das Tageslicht definitiv lieber», sagt er knapp drei Wochen nach dem misslungenen Saisonauftakt gut gelaunt. An der Schweizer Meisterschaft über die Mitteldistanz im bernerischen Herzogenbuchsee wird es ganz nach seinem Geschmack wieder taghell – und noch dazu topfeben sein.

Thomas Curiger zählt darauf, dass es heute Samstag ein schnelles Rennen geben wird und er seine läuferischen Fähigkeiten ausspielen kann. Vor wenigen Monaten fiel der 22-Jährige mit erfolgreichen Abstechern auf die Bahn auf, holte an den U-23-Schweizer-Meisterschaften über die 5000 Meter Silber und könnte sich durchaus vorstellen, es heuer auch auf der Mittelstrecke zu versuchen. Die Leichtathletik verhalf Curiger im letzten Herbst aber nicht nur zu einer Medaille, sondern zeigte ihm auch, «dass ich noch andere Möglichkeiten habe». Ein Gedanke, der ihm nach seiner verkorksten OL-Saison guttat.

Neben den Schuhen

Mit Karte und Kompass kam Thomas Curiger im vergangenen Frühling nicht weit. Er verpasste die Teilnahme an der Heim-EM im Tessin, diese hätte eigentlich der sportliche Saisonhöhepunkt für ihn werden sollen. Eine Achillessehnenentzündung hatte ihn bereits in der Vorbereitungsphase zurückgebunden, an den Testläufen kam es dann zum Blackout. «Am Tag X sollte man parat sein. Und ich stand neben den Schuhen», sagt er rückblickend. Inzwischen hat Curiger diese Rennen mit seinem Trainer Alain Denzler aufgearbeitet. Die Erkenntnis: «Ich bin überhastet gestartet und war physisch nicht auf dem Level, das ich haben wollte.» Später im Jahr verpasste Curiger auch die WM, durfte dann aber immerhin noch im Weltcup in Tschechien an den Start gehen.

Neuer Modus

Auch in diesem Jahr richtet Thomas Curiger seinen Fokus erneut auf die Weltcuprennen. Er will sich sowohl für die Wettkämpfe in der Schweiz Ende September, als auch fürs Weltcupfinale in China qualifizieren. Norwegen hingegen, wo heuer im August die Weltmeisterschaften ausgetragen werden, ist auf Curigers Karte nicht eingetragen. Das hängt mit einer Modusänderung im internationalen OL-Sport zusammen. Seit dieser Saison besteht die WM im Orientierungslauf aus zwei Formaten. Da gibt es einerseits in ungeraden Jahren die Wettbewerbe in den Walddisziplinen Mittel-, Langdistanz und Staffel, in den geraden Jahren werden die Titelkämpfe in urbanen Gebieten im Sprint ausgetragen. Für den sprintstarken Thomas Curiger ist die diesjährige WM in Norwegens Wäldern daher nicht gemacht. Zudem wird er im Sommer seine Prüfungen an einer Schweizer Fernfachhochschule für Informatik absolvieren, die sich schlecht mit einem WM-Start verbinden lassen.

Fluch und Segen

Thomas Curiger braucht momentan nicht nur Orientierungssinn, sondern auch Organisationstalent, um sein Praktikum in Olten, Studium und Spitzensport unter einen Hut zu bringen. Auch wenn das manchmal ganz schön viel wird, gerade auch wenn es wie letzte Saison nicht rund läuft, ans Aufhören hat er deswegen nie gedacht. Er bleibt hartnäckig. Aktuell im B-Kader will er sich weiter an die nationale Spitze, die in der Schweiz zugleich Weltspitze ist, herantasten. Die grosse Konkurrenz im eigenen Land ist für den jungen Buchser Fluch und Segen zugleich. «Um für internationale Grossanlässe selektioniert zu werden, muss man in der Schweiz hohe Hürden nehmen. Wer es aber schafft, kann in jedem Wettbewerb mit viel Selbstbewusstsein antreten», beschreibt es Curiger.

Dass er an seine überaus erfolgreichen Auftritte an der Junioren-WM 2016 im Unterengadin, als er gleich vier Medaillen gewann, bei den Aktiven nicht nahtlos anknüpfen kann, war ihm immer bewusst, zu gross sei der Niveauunterschied, sagt er. Und: «Was noch nicht ist, kann ja noch werden.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.04.2019, 18:52 Uhr

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Auch Junioren am Start

Neben Thomas Curiger (Buchs) bei der Elite werden heute Samstag an der Mitteldistanz-SM in Herzogenbuchsee noch weitere Orientierungsläufer aus der Region um Edelmetall kämpfen. In der ältesten Juniorenkategorie H 20 vertritt der Rafzer Reto Egger das Unterland. Der Dielsdorfer Dominik Gysel sowie Timo Tantanini aus Rafz stehen in der nächst jüngeren Kategorie H 18 am Start. (mak)

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