Tiefenlager

Eingang zum Tiefenlager in Weiach oder Stadel bevorzugt

Die Regionalkonferenz Nördlich Lägern hält fest: Weiach und Stadel würden sich am ehesten für die Oberflächenanlage eines Tiefenlagers eignen. Die Mitglieder der Konferenz sind aber nicht glücklich darüber, dass die Standorte im Unterland überhaupt noch weiter untersucht werden.

Auch mit Vibrationsfahrzeugen wurde unlängst nach geeigneten Standorten für ein Tiefenlager gesucht.

Auch mit Vibrationsfahrzeugen wurde unlängst nach geeigneten Standorten für ein Tiefenlager gesucht. Bild: Keystone

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Für den Bau und Betrieb eines Tiefenlagers wird eine Oberflächenanlage benötigt, wo radio­aktive Abfälle empfangen und umgepackt werden, bevor sie unter die Erde kommen. Die ­Nagra erarbeitete im Gebiet Nördlich Lägern insgesamt zehn Standortvorschläge für eine solche Oberflächenanlage, welche die Regionalkonferenz danach bewertete. Diese kommt zum Schluss: Die Standortareale in Weiach und Stadel Haberstal ­weisen die meisten Vorteile beziehungsweise die wenigsten Nachteile auf.

Das heisst aber nicht, dass auch das Tiefenlager in einer dieser beiden Gemeinden gebaut wird. Hanspeter Lienhart, Präsident der Regionalkonferenz und Bülacher Stadtrat, sagt: «Die radioaktiven Abfälle werden von der Oberflächenanlage aus in die Tiefe transportiert. Die Rampen oder Schächte können aber mehrere Kilometer lang sein.» Es ist also möglich, dass in Weiach die Oberflächenanlage steht, sich das Tiefenlager aber unter Bülach ­befindet. Deshalb wird die Nagra weiterhin die Bodenbeschaffenheit verteilt über das ganze Gebiet Nördlich Lägern untersuchen.

Nördlich Lägern noch dabei

Am Dienstag fand in der Bülacher Stadthalle eine Informations-ver­an­staltung des Bundesamts für Energie statt. Dabei sprachen Experten über die zweite Etappe, in der es darum ging, die in Etap-pe 1 festgesetzten Standortgebiete auf mindestens zwei pro Lagertyp einzuschränken. Die Regionen Jura-Südfuss, Wellenberg und Südranden wurden zurück­gestellt. Übrig bleiben Jura Ost, Zürich Nordost und Nördlich ­Lägern. Obwohl letztere Region aufgrund von Erkenntnissen der Nagra eigentlich auch hätte zurückgestellt werden müssen.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) befand aber die Datengrundlage der ­Nagra als ungenügend. Das heisst: Nördlich Lägern wird weiterhin als möglicher Standort für ein Tiefenlager untersucht. Die Freude über diesen Entscheid war bei der Regionalkonferenz nicht überschwänglich gross. «Die Sicherheit ist im Auswahlprozess aber oberstes Gebot, und darum akzeptieren wir die Argumente des ­Ensi», sagt Hanspeter Lienhart.

Bei der anschliessenden Fragerunde fiel auf: Die Bevölkerung ist skeptisch gegenüber einem Tiefenlager in der Region. Vor ­allem Katastrophenszenarien ­gaben zu reden.

Erstellt: 18.01.2018, 10:49 Uhr

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