Eglisau

Elektroautos haben viele Vorteile, aber auch dunkle Seiten

Besitzer von Elektro- und Gasautos berichteten über ihre Erfahrungen mit nachhaltigen Fahrzeugen.

Hans Alder, Präsident der GLP Rafzerfeld, fährt Autos, welche mit Biogas angetrieben werden.

Hans Alder, Präsident der GLP Rafzerfeld, fährt Autos, welche mit Biogas angetrieben werden. Bild: abz

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nachhaltiges Autofahren ist zurzeit hoch im Trend. Zwischen Plug-in-Hybriden, Kompogas und Tesla verliert man sich aber oft im Fachchinesisch. Die Alternativen zu Diesel- oder Benzinautos sind vielfältig und haben Vor- und Nachteile. Im Weierbach-Hus in Eglisau versuchte die GLP Rafzerfeld mit Präsident Hans Alder Ordnung ins Technologie-Wirrwarr zu bringen. An einer Veranstaltung zur nachhaltigen Mobilität konnten Lenker von Öko-Autos ihre Erfahrungen austauschen.

Hybridfahrzeugeals Zwischenlösung

Dass nicht jedes Auto mit Elektromotor gleich ist, erkennt man an der Breite an Modellen, die auf dem Markt erhältlich sind. Jürg Hugelshofer hat sich für den Nissan Leaf entschieden, welchen er an seiner eigenen Solaranlage auflädt. Die grösste Einbusse zum herkömmlichen Auto ist die eingeschränkte Reichweite. «In 97 Prozent der Fälle reicht das Elektroauto vollkommen», sagt er. «Bei längeren Fahrten muss man jedoch vorher berechnen, wo man anhalten will.» Die Vorteile des Elektroautos überwiegen für Hugelshofer jedoch. Eine volle Ladung kostet ihn lediglich zwei Franken.

Als Zwischenstufe zu den reinen Elektroautos haben sich seit einigen Jahren Hybridfahrzeuge etabliert. André Elsener, Geschäftsführer von der Rafzer Hyundai-Garage Vaterlaus, ist mit diesen Modellen sehr vertraut. «Hybride sind grundsätzlich Autos, welche zwei verschiedene Antriebsarten kombinieren», erklärt er. «Meist beinhalten sie einen Elektromotor und einen herkömmlichen Verbrennungsmotor.» Dabei wird die überschüssige Energie des Verbrennungsmotors genutzt, um den Elektromotor zu speisen und damit die Effizienz des Autos zu erhöhen. Der Einsatz reicht von kostengünstigen Micro-Hybriden, welche lediglich eine Start-Stopp-Automatik haben, bis hin zu Voll-Hybriden, welche auch ausschliesslich im elektrischen Betrieb fahren können. Plug-in-Hybride, wie Edwin Webers Hyundai Ioniq, lassen sich zudem am Stromnetz aufladen. «Ich wollte den Sprung wagen, jedoch nicht auf die Reichweite und Flexibilität eines Hybrids verzichten», sagt er. Für die Fahrer diente stets die Nachhaltigkeit und der Klimaschutz als Ansporn zum Wechsel.

Ethisch nichtimmer vertretbar

Elektroautos haben aber auch ihre dunklen Seiten. Jenes von Daniel Heinrich wird mit Solarstrom betrieben. Die Mineralien in der Autobatterie geben ihm aber Bedenken. Lithium und Cadmium werden oft in armen afrikanischen Ländern zu hohen menschlichen Kosten geschürft. «Ich hätte gern ein Auto, welches in jeder Hinsicht ethisch vertretbar ist», sagt er.

GLP-Präsident Hans Alder selbst fährt seit 20 Jahren Autos, welche auch mit Biogas laufen. Auch diese seien wegen ihres CO2-Ausstosses in Kritik geraten. Laut Alder aber zu Unrecht: «Anders als beim Erdgas werden bei biologischen Gasen wie Kompogas Stoffe aus dem natürlichen Kreislauf verwendet», erklärt er. Weil das Gas aus natürlichen Gärungsprozessen und nicht aus fossilen Quellen gewonnen werde, sei die Treibhausgasbilanz deutlich tiefer.

Das ideale Auto für Jedermann und Jederfrau gibt es also nicht. Wie herkömmliche Fahrzeuge haben auch Elektroautos ihre Eigenarten.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 31.03.2019, 20:13 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Newsletter

Die Woche in der Region.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!