Bülach

Emotionen tauchen in Landschaften ein

Danielle Kissenpfennig aus Hochfelden malte jahrzehntelang; eine Auswahl ihrer abstrakt-impressionistischen Bilder kann man im Alterszentrum Rössligasse sehen.

Danielle Kissenpfennig stellt einige ihrer Werke im Alterszentrum Rössligasse aus.

Danielle Kissenpfennig stellt einige ihrer Werke im Alterszentrum Rössligasse aus. Bild: Francisco Carrascosa

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«Ich habe nie Situationen gemalt, sondern Gefühle», sagt Danielle Kissenpfennig über die Inspirationen für ihre Bilder. 43 von diesen, Acryl auf Leinwand wie auch Wollbilder, hängen seit vorgestern Donnerstag an den Wänden des Alterszentrums Rössligasse und sind dort bis Ende August für Besucher und Bewohner zu sehen und zu kaufen. Ob Glück oder Traurigkeit und vieles dazwischen – die Künstlerin hat ein sicheres Gefühl für Farben und Formen, die ihren Bildern Ausdruckskraft vermittelt. «Emotionen in Landschaften» heisst die Ausstellung und der Titel spiegelt Kissenpfennigs Bezug zur Natur in der Kunst wieder: «Landschaften sind die Reflexion von Gefühlen.»

Die Vernissage lockte auch viele Bekannte in das Zentrum, wo Kissenpfennig und ihr Mann wohnen, denn eine Unbekannte ist die Künstlerin in der Stadt nicht. Mehrmals stellte sie schon in den letzten Jahrzehnten in Bülach aus, wie im Sigristenkeller oder im Alterszentrum Im Grampen.

Ihre allererste Ausstellung feierte Kissenpfennig aber vor 45 Jahren in Rio de Janeiro. Nach Brasilien gefunden hatte sie durch ihren Mann: «Er war rund 30 Jahre bei der Swissair und wir sind viel gereist. In Rio lebten wir vier Jahre lang in Copacabana mit direktem Blick auf das Meer.» Weitere Ausstellungen folgten in Deutschland und in der Schweiz, wo sich die Familie mit ihren zwei Kindern nach der Rückkehr in Hochfelden niederliess.

Grossmutter als Vorbild

In dem Familienhaus, wo sich eine Vielzahl der Bilder aus mehreren Jahrzehnten befindet, wurde im Februar die Ausstellung in die Wege geleitet; sie entstand als gemeinsame Idee von Danielle Kissenpfennig, Annette Menkhorst, Teamleiterin Pflege und Betreuung, und Irma Renk, Aktivierungsfachfrau in der Rössligasse. «Es ist eine Auswahl aus vielen Serien.»

Erste Inspiration für ihr Schaffen fand Danielle Kissenpfennig während ihrer Kindheit in Morges, Waadt, wo sie 1939 geboren wurde. «Meine Grossmutter war künstlerisch begabt und das hat mein Herz beeinflusst.»

An ihrem Können, Erlebtes darzustellen, feilte Kissenpfennig nach einer autodidaktischen Phase während einer Zusatzausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich. Die Leidenschaft für die Malerei vertrug auch längere Schaffenspausen. «Es gab Zeiten, da habe ich gar nicht gemalt. Als ich meine zwei Kinder bekam, waren sie das Wichtigste und die Malerei spielte keine grosse Rolle. Kinder zu haben, ist so wunderbar, dass ich mich weder habe trösten noch zusätzlich inspirieren müssen. Meine Kinder haben mich genug inspiriert.»

Wolle als Pinselersatz

Irgendwann kam neben weiteren Acrylbildern eine neue Ausdrucksform hinzu, die Weberei. «Das ist etwas völlig anderes», gibt Danielle Kissenpfennig zu. Besonders auch, weil sie in den meisten Fällen nicht mit gekaufter Wolle arbeitete. Und das hiess: Die Wolle waschen, verzetteln (karden), spinnen, färben, weben. Gefärbt hatte sie mit Naturfarben, und einige lieferte regelmässig ihr Ehemann, der für sie Nussschalen sammelte. Rückblickend auf ihre Schaffensphasen, sagt Danielle Kissenpfennig: «Ich male schon einige Zeit nicht mehr, aber ich hatte es ein Leben lang im Herzen und im Kopf.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 20.04.2018, 17:47 Uhr

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