Regensdorf

Ende für Spielhalle zeichnet sich ab

Im Oktober hatte sich Andreas Barthel einen Traum erfüllt: Er eröffnete eine Indorspielhalle in Regensdorf. Nun muss er sein Werk verkaufen. Die Kundschaft blieb aus, finanziell ist das Geschäft auf Dauer nicht aufrecht zu erhalten.

Das neue Kinderparadies in Regensdorf konnte nicht genügend Kunden anlocken.

Das neue Kinderparadies in Regensdorf konnte nicht genügend Kunden anlocken. Bild: Sibylle Meier

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Nur zwei Monate hat es gedauert, bevor Andreas Barthel, der Besitzer der Indorspielhalle «Dinos-Kinderspielparadies» in Regensdorf, die Segel streichen musste. Wie Radio Zürisee am Wochenende meldete, such Bartel einen Käufer für seine Halle. Eröffnet wurde die Halle am 18. Oktober. Barthel hatte zuvor während Monaten an seinem Traum einer Spielhalle für Kinder gearbeitet. Er hatte eigenhändig den Teppich in der Halle im Regensdorfer Industriegebiet verlegt, die Wände verputzt und die Toiletten gefliest. Insgesamt investierte er weit über 300 000 Franken in die 900 Quadratmeter grosse Halle – die Eigenleistung nicht miteinberechnet.

Doch am 15. Dezember folgte dann auf der Facebookseite des Kinderparadies ein ernüchternder Beitrag. Das komplette Dinos-Kinderspielparadies werde als Ganzes zum sofortigen Verkauf angeboten, teilte Barthel mit.

Kein Geld für Werbung

«Unter der Woche kommt einfach zu wenig Kundschaft», erklärt Barthel auf Anfrage. Er ging ursprünglich davon aus, dass die Halle nach rund drei Monaten ein Selbstläufer wird. Statt über dreissig Eintritte verkaufte das Kinderspielparadies täglich aber nur etwa zwölf. Barthel hatte gehofft, den drohenden finanziellen Kollaps noch abwenden zu können. Mit dem Vermieter konnte er sich auf eine Reduktion der Miete einigen. Geplant war zudem für 2018 der Verkauf von Jahreskarten im Wert von 359 Franken. 61 hätte Barthel verkaufen müssen, um die Miete der Halle decken zu können. Vorbestellt wurden 7.

Die Ursache für die fehlende Kundschaft sieht Barthel in der fehlenden Werbung. «Ich glaube, in Regensdorf wussten einfach zu wenig Leute, dass es uns überhaupt gibt», sagt Barthel. Unter anderem habe dies daran gelegen, dass er nicht viel Werbung habe schalten können. «Aufgrund von baulichen Auflagen mussten wir die Wände der Halle neu verputzen. Ursprünglich gingen wir davon aus, dass dies nicht nötig sein würde. Das hat uns rund 100 000 Franken gekostet. Dieses Geld fehlte uns dann bei der Werbung.»

Möglich ist indes auch, dass die Konkurrenz doch grösser war, als von Barthel angenommen. Im Unterland selbst gibt es zwar ein vergleichbares Angebot nur in Bülach. Doch in Dietikon, dass nur eine gute Viertelstunde von Regensdorf entfernt ist, gibt es mit dem Trampolino – einem der grössten Kinderparadiese der Schweiz – und der Spielhalle Starbrie gleich zwei Konkurrenten. Barthel glaubt indes nicht daran, dass die Konkurrenz Kunden abgezogen hat.

Einen weiteren Dämpfer hatte Barthels Halle verkraften müssen, weil die Heizung nicht wie gewünscht funktioniert hatte. Denn zwar äusserten sich die Besucher des Kinderparadieses auf Facebook mit geradezu überwältigender Mehrheit positiv, aber es finden sich auch Hinweise darauf, dass die Temperatur in der Halle bereits weniger als zwei Wochen nach der Eröffnung als zu kühl kritisiert wurde. «Die Heizung hat nicht wie vorgesehen funktioniert», sagt Barthel dazu. Auf Facebook dankte er für das Feedback. Und versuchte, über Spenden eine mobile Zeltheizung zu organiseren. Dazu nötig gewesen wären 11 500 Franken, ein Betrag, der bei Weitem nicht erreicht wurde. Immerhin konnte die bestehende Umluftheizung wieder aktiviert werden.

Nun soll die Halle einen neuen Besitzer und Betreiber finden. Für 359 000 Franken ist sie derzeit ausgeschrieben. Bis ein Nachfolger gefunden ist, will Barthel weiter machen. Ein paar Wochen soll das Paradies also noch geöffnet sein. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 18.12.2017, 17:53 Uhr

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