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Endloses Hickhack um Bülacher Sportpark

Die Diskussion um einen Sportpark auf dem Gebiet Hagenbuchen in Bülach Süd wird bereits seit vielen Jahren geführt. Zahlreiche Vorstösse von BSB-Gemeinderat Andres Bührer fördern nun neue Streitpunkte zu Tage.

Wann und ob im Gebiet Hagenbuchen in Bülach Süd ein Sportpark zu stehen kommt, ist zurzeit noch völlig offen.
Wann und ob im Gebiet Hagenbuchen in Bülach Süd ein Sportpark zu stehen kommt, ist zurzeit noch völlig offen.
Balz Murer

Andres Bührer verliert allmählich die Geduld. Er ist überzeugt: In Bülach Süd muss eine neue Sportanlage her und zwar so schnell wie möglich. Konkret ist dafür die rechtsgültig eingezonte Erholungszone Hagenbuchen vorgesehen. Diese verläuft entlang der Autobahn bei der Einfahrt Bülach-Süd. Laut BSB-Gemeinderat Bührer könnten dort Fussballplätze, Tennisplätze, eine Grosssporthalle, ein Hallen- oder Freibad oder ein Eisstadion gebaut werden.

Im Oktober reichte Bührer zwei Vorstösse zu diesem Thema ein. In einer Anfrage erkundigte er sich beim Stadtrat nach dem aktuellen Stand in Sachen Sportanlagen-Pläne. Zudem forderte er die Exekutive mit der Motion «Sport in Bülach-Süd, jetzt» zu sofortigem Handeln auf. Die Motion wurde an der Gemeinderatssitzung vom 9. Dezember mit 24 Ja- zu 3 Neinstimmen angenommen und dem Stadtrat zur Berichterstattung und Antragsstellung überwiesen.

Mehrere Hindernisse

Aus den Antworten auf die Anfrage von Bührer geht hervor: Der Stadtrat ist grundsätzlich gewillt, die notwendigen Schritte für ein erweitertes Sportangebot einzuleiten. Dabei gebe es jedoch gleich mehrere Probleme: So sei das Areal Hagenbuchen gemäss heutiger Zonierung nicht baureif, weil es an der erforderlichen Grob- und Feinerschliessung – Strasse, Wasser, Abwasser und Energie – fehle. Die Erschliessungsfläche müsste demnach vorgängig umgezont werden. Wegen des aktuell geltenden Einzonungsmoratoriums könnten zurzeit jedoch keine Ein- und Umzonungen vorgenommen werden. Und aufgrund der noch geltenden Pachtverträge auf der Parzelle Hagenbuchen könne mit der Umsetzung eines Projekts ohnehin nicht vor 2025 gerechnet werden.

Andres Bührer und seine Partei geben sich mit den Antworten des Stadtrats nicht zufrieden. In einer Zuschrift an die Redaktion des «Zürcher Unterländers» heisst es vonseiten der BSB: «Man ist so klug wie vorher. Erneut verschweigt die Exekutive die volle Wahrheit und vermeidet verbindliche Transparenz über ihre Ziele.»

Stadträtin ist Pächterin

Das stadteigene Land in Hagenbuchen ist zurzeit an Andrea und Jürg Spycher verpachtet. Andrea Spycher (SVP) ist seit der laufenden Legislatur Stadträtin. Die BSB wettert: «Die Pachtverträge wurden eben erst bis 2025 verlängert. Wer dies im Stadtrat und der Verwaltung unterschrieben hat, kann eigentlich nur als Saboteur an der Sportanlagenidee und am Volkssport bezeichnet werden.»

«Das Bedürfnis nach einem regionalen Sportpark ist nach wie vor sehr gross.»

Hanspeter Lienhart

Hanspeter Lienhart (SP), Vorsteher des Ressorts Planung und Bau, dementiert dies: «Die Pachtverträge wurden nicht eben erst verlängert.» Sie seien letztmals bei der Übergabe an die Familie Spycher im Jahr 2009 bereinigt worden. Andrea Spycher gab bereits an der Gemeinderatssitzung Anfang November eine persönliche Erklärung ab: «Ich nehme seit Juni dieses Jahres meine Ausstandspflicht wahr und verlasse den Rathaussaal jeweils, wenn es im Stadtrat zu Diskussionen betreffend der Thematik Erachfeld kommt.» Sie sei demnach bei sämtlichen Entscheiden, die seither beschlossen wurden, nicht mehr dabei gewesen und das werde auch in Zukunft so sein.

Bührer lässt nicht locker

In einer zweiten Anfrage an den Stadtrat hakt Andres Bührer nun nach und will wissen, ob Verhandlungen um vorzeitige Vertragsauflösungen mit den Pächtern laufen würden. Eine entsprechende Anfrage des «Zürcher Unterländers» beantwortet Lienhart: «Eine vorzeitige Kündigung ist unter den heutigen Umständen nicht möglich. Vorbehalten bleibt, wie immer in Verträgen, ein gegenseitiges Einverständnis.» Einer vorzeitigen Kündigung durch die Stadt könnte auch das Gesetz im Weg stehen. So heisst es in Artikel 17 des Bundesgesetzes über die landwirtschaftliche Pacht: «Ist die Erfüllung des Vertrags für eine Partei aus wichtigen Gründen unzumutbar geworden, so kann sie die Pacht auf den folgenden Frühjahrs- oder Herbsttermin schriftlich kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate.» Als wichtige Gründe werden nur Umstände in Betracht gezogen, die bei Vertragsschluss weder bekannt noch vorhersehbar waren. Und da die Idee eines Sportparks im Gebiet Hagenbuchen keinesfalls neu ist, dürfte dieser Fall hier nicht eintreffen.

Fussballplätze denkbar

Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Variante 1: Die Stadt einigt sich mit den Pächtern auf eine vorzeitige Auflösung des Vertrags, was mit Kosten verbunden wäre. Variante 2: Die Stadt wartet noch fünf Jahre ab. 2025 laufen die Pachtverträge ohnehin aus. Lienhart bestätigt, dass das Bedürfnis nach einem regionalen Sportpark nach wie vor sehr gross ist. Aus planungsrechtlicher Sicht sei zudem denkbar, das Land im Gebiet Hagenbuchen bereits jetzt als Fussballplätze zu nutzen, jedoch nur mit stark eingeschränkter Erschliessung. Das heisst, es würde beispielsweise keine Zufahrt zum Platz geben. Die Fussballerinnen und Fussballer des FC Bülach würden dies vermutlich verkraften. Von der aktuellen Anlage mit den gerade erst erneuerten Garderoben wären die Plätze zu Fuss innerhalb von wenigen Minuten erreichbar.

Seit der Sportplatz auf dem Areal des Werkhofs bei Höri nicht mehr zur Verfügung steht, müssen einige Mannschaften des Vereins auf der Wiese der Schulanlage Halden in Bachenbülach trainieren. Und bald soll auch die Spielwiese beim Schulhaus Hinterbirch genutzt werden können. Rekurse von Anwohnern gegen eine entsprechende Umnutzung wurden inzwischen zurückgezogen. Die beiden Plätze werden jedoch nicht als dauerhaften Ersatzlösungen angesehen.

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