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Er musste um den Globus reisen, um seine Liebe zu entdecken

Ihre Bilder zeigen Schönheit und Dunkelheit, Surreales und Mystisches. Mit dem Rorbaser Pascal Uehli und dem Bülacher Goran Lukic sind gleich zwei Unterländer an der Ausstellung Photo 17 in Zürich vertreten.

Eines ist dem Rorbaser Fotografen Pascal Uehli aus seiner Ausbildung als Hochbauzeichner geblieben: Sein Faible für Symetrien und geometrische Formen.
Eines ist dem Rorbaser Fotografen Pascal Uehli aus seiner Ausbildung als Hochbauzeichner geblieben: Sein Faible für Symetrien und geometrische Formen.
pascaluehli.photography

Wer Pascal Uehlis Bilder sieht, der muss gleich ein zweites Mal hinschauen. Zu verwirrend ist sein Spiel mit den geometrischen Formen für einen flüchtigen Blick. Seine aktuelle Serie, die er an der Photo 17 ausstellt, heisst «Nigrum Umbra». Auf den Bildern zeigt er eine Tänzerin, umgeben von dunkler Materie.«Ursprünglich wollte ich die Tanzbewegungen auf möglichst einfache Art festhalten», erzählt der 34-jährige Rorbaser.

Der gelernte Hochbauzeichner hat nicht nur ein Faible für geometrische Formen, sondern auch für Geradlinigkeit und Einfachheit. «Keep it simple» ist sein Motto. Doch dann überwog die Experimentiertfreude. Uehli begann die Bilder zu überlagern. Entstanden ist dabei eine vielschichtige Struktur, ein bezauberndes Spiel mit den Symetrien. Der Fotograf zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis. «Meine erste Idee musste ich zwar verwerfen, aber manchmal muss man Neues probieren, um sich weiterzuentwickeln.»

Eine Liebe auf Umwegen

Experimentiertfreudig scheint Uehli auch im Leben zu sein. Seine Liebe zur Fotografie entdeckte er auf Umwegen, genauer gesagt auf seinen Reisen um die Welt. Nachdem er seine Ausbildung zum Hochbauzeichner abgeschlossen hatte, arbeitete er in der Reisebranche, wo er berufsbedingt viel unterwegs war. «Auf meinen Reisen um den Globus war die Kamera mein ständiger Begleiter.» Uehli brachte sich dabei selbst den Umgang mit der Fotokamera bei.

Zunächst beschränkte sich der Rorbaser jedoch darauf, Architektur und Landschaften abzulichten. Die Linse auf Einheimische zu richten, davor hatte er zu viel Respekt. Zu Hause seien die Reisebilder gut angekommen. Seine Kollegen zeigten sich begeistert von den Fotografien. Und so kam es, dass Uehli aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis immer mehr Anfragen erhielt, ob er nicht auch Portraitfotos schiessen könnte. Auf diese Weise konnte er viel üben und sein Wissen vertiefen, erzählt er.

Arbeiten auf engstem Raum

Vor fünf Jahren richtete Pascal Uehli sich schliesslich ein Fotostudio ein. Vor zwei Jahren entschied er sich dazu, beruflich auf die Fotografie zu setzen und reduzierte sein Pensum beim Reiseunternehmen. Ironischerweise ist heute ausgerechnet die Portrait- und Modefotografie sein Steckenpferd. «Ich habe zwar immer noch Respekt davor, Menschen zu fotografieren», gesteht er, «aber die Hemmung ist weg. Heute weiss ich, wie ich mit den Menschen umgehen muss, ob mit professionellen Models oder mit Privatkunden.»

Die Arbeit der Portrait- und Modefotografie sei besonders spannend. Denn Model und Fotograf müssten auf engstem Raum etwas zusammen erschaffen. Stimme zwischenmenschlich die Chemie nicht, sehe man es dem Bild an. Doch Uehli ist überzeugt: «Man kann von jedem Menschen ein schönes Bild machen.» Dass er nun seine Bilder an der Photo 17 ausstellen dürfe, sei für ihn ein schöner Moment. «Es zeigt mir, dass ich auf dem richtigenWeg bin.»

Faszinierendes Chaos

Mit dabei an der grossen Zürcher Fotoausstellung ist auch der Bülacher Goran Lukic. Er präsentiert seine Bilderserie «Mystical Waters». Die Bilderserie entstand während einer mehrmonatigen fotografischen Reise durch Australien und die Inselgruppen Vanuatu und Neukaledonien. Der Südpazifik offenbarte dem Fotografen seine bekannten Schönheiten, aber auch seine dunklen Seiten, sagt Lukic: «Diese mystische, furchteinflössende, aber grafisch unendlich faszinierende Seite des Chaos von tosenden Wellen, Gischt, Schaum und rasiermesserscharfer Felsen, hat mich angezogen.»

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