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«Es ist wichtig, dass Jugendliche ihre Eltern doof finden»

Die Pubertät stellt viele Eltern auf eine harte Nevenprobe. Der Familientherapeut Henri Guttmann hat für leidgeplagte Eltern einen Pubertätsüberlebenskoffer zusammengestellt, der durch die schwierige Zeit hilft.

Auch das Verhalten von liebsten Kindern kann sich während der Purbertät ins Negative kehren.
Auch das Verhalten von liebsten Kindern kann sich während der Purbertät ins Negative kehren.
Thomas Imo / photothek.net

Herr Guttmann, was sind die häufigsten Sorgen, mit denen Eltern von Teenagern zu Ihnen kommen?Henri Guttmann:Viele Eltern sind verunsichert, weil sich ihre Kinder auf einmal sehr verschliessen. Andere haben Angst, dass ihre Kinder ihnen erzieherisch entgleiten.

Was raten Sie diesen Eltern?Sie müssen offen sein. Auch wenn das Kind verschlossen wie eine Muschel ist, sucht es ab und zu den Kontakt. Es ist wichtig, dass die Eltern den Moment wahrnehmen und das Beziehungsfenster nutzen, auch wenn sie gerade am Kochen sind oder wenn es mitten in der Nacht ist. Vertrösten sie das Kind auf einen anderen Zeitpunkt, ist es vielleicht nicht mehr zugänglich oder hat etwas anderes vor. Wichtig ist auch, dass die Eltern in Beziehung bleiben. Sie sollten nachfragen, wo und mit wem sich das Kind in der Freizeit herumtreibt. Bereits die Nachfrage hat bereits einen grossen Einfluss darauf, ob ein Kind delinquent wird oder nicht. Auch sollten sie sich die Natelnummern der Freunde geben lassen, falls das Kind mal nicht auf dem Handy erreichbar ist. Zudem ist es ratsam, die Aussagen der Kinder zu überprüfen. Wenn etwa die Tochter vorgibt, sie übernachte bei Jessica, sollten die Eltern kurz bei Jessicas Eltern nachfragen. Es braucht diesen Mut zur Peinlichkeit. Man soll zwar seinen Kinder vertrauen und ihnen die nötige Privatsphäre zugestehen, dabei sollte man aber nicht naiv sein.

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