Leerwohnungen

Es stehen weniger Wohnungen leer als noch vor einem Jahr

Am 1. Juni waren von den rund 113'400 Wohnungen im Unterland 1116 frei – knapp ein Prozent.

Die Leerwohnungsquote ist innerhalb eines Jahres markant gesunken.

Die Leerwohnungsquote ist innerhalb eines Jahres markant gesunken. Bild: Keystone

Im Unterland existierten per 1. Juni dieses Jahres rund 113'400 Wohnungen, 2,1 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Gleichzeitig hat in dieser Zeitspanne die Zahl der Leerwohnungen abgenommen, von 1416 auf noch 1116; entsprechend ist die Leerwohnungsquote markant gesunken, von 1,27 auf 0,98 Prozent. Das ist im Vergleich mit dem gesamten Kanton ein deutlicherer Rückgang auf einem generell etwas höheren Niveau: In der Summe aller 168 Zürcher Gemeinden vermeldet das Statistische Amt einen Rückgang der Leerwohnungsquote von 0,99 auf 0,89 Prozent.

Die Zahl der leer stehenden Wohnungen sei mit Ausnahme der Region Winterthur in allen Kantonsteilen gesunken, führt das Amt in seiner gestrigen Medienmitteilung aus. Damit sei der Trend steigender Leerwohnungszahlen, der in den letzten vier Jahren beobachtet werden konnte, vorerst gebrochen.

Altbauten ohne Nachmieter

Wie im übrigen Kanton handelt es sich auch im Unterland bei zwei Dritteln aller freistehenden Wohnungen um 3- und 4-Zimmer-Wohnungen (je ziemlich genau 33 Prozent oder zusammen 738 Wohnungen). 930 leere Wohnungen in der Region sind Mietobjekte, 186 (oder 17 Prozent) stehen zum Verkauf. Die Statistik weist auch das Verhältnis zwischen Alt- und Neubauwohnungen aus: Im Unterland sind 85 Prozent der freien Wohnungen in Altbauten zu finden, das heisst in Gebäuden, die mehr als zwei Jahre alt sind; auf die Neubauten entfallen also nur 15 Prozent.

Noch vor einem Jahr lag dieses Verhältnis bei 70 zu 30 Prozent. Zwar hat auch die absolute Zahl freier Altbauwohnungen in der Region abgenommen, von 996 auf 951 fiel das Minus aber relativ gering aus. «Viele Haushalte ziehen aus Altbauten in Neubauwohnungen und hinterlassen oft Wohnungen ohne Nachmieter oder Käufer», schreiben die Statistiker dazu.

Von den 44 Unterländer Gemeinden weisen 25 gegenüber dem Vorjahr niedrigere Leerwohnungsbestände auf, darunter auch einige der grossen Gemeinden wie Wallisellen (0,66 Prozent) oder Regensdorf (0,47 Prozent). In Rümlang sank die Anzahl gleich von 116 auf 36 – und die Quote damit um 2,21 Prozentpunkte auf noch 0,99 Prozent. Das bescherte dem Dorf immerhin eine Erwähnung in der kantonalen Aufstellung derjenigen Gemeinden, die den «Rückgang dominierten».

170 Wohnungen in Bülach

In 14 Gemeinden der Region stieg indessen die Zahl leerer Wohnungen, allen voran in Glattfelden, wo die Quote um 1,44 Prozentpunkte auf 1,98 Prozent (von 13 auf 47 Wohnungen) hochgeklettert ist. Auch Opfikon (Leerwohnungsquote 0,72 Prozent) und Kloten (0,89 Prozent) vermelden etwas höhere Werte als noch 2018. Während in der Flughafenstadt 87 Wohnungen zu haben sind, liefert Bülach fast das Doppelte, nämlich 170 – und das sind dann 31 weniger als noch im Vorjahr. Dabei spielt allerdings der weiterhin im Entstehen begriffene Stadtteil Bülach Nord eine wesentliche Rolle, da Wohnungen am Stichtag fertig erstellt, aber noch nicht vermietet oder verkauft sein können.

Hüttikon, Schleinikon und Regensberg vermeldeten per 1. Juni je eine einzige Leerwohnung. Den prozentual höchsten Bestand gibt Weiach mit 5,2 Prozent an (49 leere Wohnungen). Ein Rekordwert ist das nicht: Vor einem Jahr lag die Weiacher Quote bei 8,17 Prozent (mit 68 leeren Wohnungen).

Je kleiner eine Gemeinde, desto deutlicher fällt die lokale Wohnbautätigkeit statistisch ins Gewicht – und desto weniger aussagekräftig sind die Werte eines einzelnen Jahres. Mittet man die Leerwohnungsquoten seit dem Jahr 1985, so erreicht Weiach mit 1,55 Prozent Rang zwei, hinter Hüntwangen (1,64 Prozent) und vor Oberglatt (1,51 Prozent) und Neerach (1,44 Prozent). 16 der 44 Gemeinden weisen hier Werte von mehr als einem Prozent aus. Die durchschnittlich niedrigsten Leerwohnungsquoten kommen aus Otelfingen (0,49 Prozent), Oberembrach (0,44 Prozent) und Höri (0,3 Prozent). Bei den grossen Gemeinden weist Bülach einen Wert von 1,21 Prozent aus, leicht vor Opfikon (1,18 Prozent), aber hinter Wallisellen (1,37 Prozent). Kloten findet sich mit 0,54 Prozent eher am Tabellenende, noch hinter Regensdorf (0,62 Prozent) und Embrach (0,82 Prozent).

Erstellt: 21.08.2019, 17:55 Uhr

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